Zwei zehnte Klassen des Gymnasialzweigs der Otto-Hahn-Schule beteiligten sich am Europaquiz des Vereins Bürger Europas. Foto: Seifert

Hanau

Zehnte Klassen der Otto-Hahn-Schule spielen ein Quiz über Europa

Hanau. Vielleicht lag es an der frühen Unterrichtsstunde am Montag oder daran, dass die Schüler der Otto-Hahn-Schule sich erst später mit dem Thema Europa im Unterricht beschäftigen müssen. Denn beim ersten Teil desEuropaquiz des Vereins Bürger Europas wurden die Fragen doch eher schleppend beantwortet.

Von Thomas Seifert

Das Thema Europa und Friedenssicherung war einen Tag nach den Gedenkfeiern zur 100. Wiederkehr des Ende des Ersten Weltkriegs gut gewählt, denn die Europäische Union ist eine der Garanten dafür, dass der Kontinent die längste Friedenszeit seiner Geschichte erlebt. Aber was stellt die EU eigentlich dar, welche Kompetenzen hat das Europäische Parlament und wie findet sich das Bundesland Hessen in der europäischen Familie wieder?

Christopher Weigelt, der Politik und Wirtschaft am Gymnasialzweig der Otto-Hahn-Schule unterrichtet, hatte zusammen mit einer verhinderten Kollegin die Bürger Europas eingeladen, mit zwei zehnten Klassen in zwei Unterrichtsstunden das preisgekrönte Europaquiz durchzuspielen. Heiko Fröhlich, Referent des Vereins Bürger Europas, hatte die Rolle des Quizmasters und Erklärers übernommen, denn neben relativ einfachen Fragen wurden auch Institutionen oder Initiativen der EU abgefragt, die auch Erwachsene ins Grübeln gebracht hätten. Als Anreize gab es nach jeder Fragerunde kleine Geschenke, und die Schüler konnten ihr Votum wie im TV-Quiz mittels eines Tasters abgeben. Zu jeder Fragen gab es drei mögliche Antworten, nur eine davon war logischerweise richtig.

Unterschiedliche Informationsebenen

Im Laufe des Quiz erwiesen sich die Schüler sehr unterschiedlich informiert über die Europäische Union. „Wir haben das Thema Europa erst in der elften Klasse auf dem Lehrplan“, stellte Weigelt fest. Fröhlich indes hatte die Erfahrung gemacht, dass 15- oder 16-Jährige, die oftmals noch in der Pubertät sind, sich mit ganz anderen Themen als Europa beschäftigen. „Aber der Sinn ist ja nicht nur, Wissen abzufragen, sondern auch Wissen zu vermitteln und Interesse am Thema Europa zu wecken“, fügte der Referent hinzu.

Das gelang bei einigen der Fragen aus den beiden Bereichen „Europa und Hessen“ sowie „Jugend in Europa“. Dass die Hessische Vertretung in Brüssel zum Beispiel dafür gesorgt hat, dem Apfelwein das Siegel „Geschützte geografische Angabe“ zu verleihen, war den Schülern unbekannt. Erstaunlich auch, dass zwölf Mitgliedsstaaten der EU weniger Einwohner als Hessen haben. Den meisten Schülern war das Mathematikum in Gießen ein Begriff, dass die EU den Aufbau gefördert hatte, wussten dagegen nur wenige. Die italienische Partnerregion Emilia-Romagna hatte auch nur eine Handvoll der Jugendlichen auf dem Schirm. An welches Meer diese Region grenzt – das adriatische Meer – konnte niemand richtig beantworten.

"Jugend und Europa"

Bei „Jugend und Europa“ lernten die Schüler, dass sich beim EYE, dem European Youth Event in Straßburg, jährlich 7000 Jugendliche treffen, um über die Zukunft der EU zu diskutieren, aber auch gemeinsam zu feiern. Das ERASMUS-Programm kannten schon einige der Jugendlichen, auch die Interrailkarte war den meisten ein Begriff. Dass die EU seit diesem Jahr zahlreiche Tickets an Bewerber verlost, hörten viele der Jugendlichen hingegen zum ersten Mal.

Das 2016 ins Leben gerufene Europäische Solidaritätscorps ist für alle Schüler ein böhmisches Dorf. Bei diesem Programm können sich Jugendliche an Hilfsprojekten wie zum Beispiel Aufräum- und Aufbauarbeiten nach den verheerenden Erdbeben in Italien beteiligen. Mit der Europäische Jugendgarantie fördert die EU Ausbildungs- und Jobangebote in Mitgliedsländern mit hoher Jugendarbeitslosigkeit und mit dem Europass können Bewerber ihre Zertifikate in Sachen Fremdsprachenkompetenz nachweisen.

„Auch Erwachsene haben mit vielen Fragen Schwierigkeiten“, räumte Referent Fröhlich ein, „Europa und seine Institutionen und Programm ist im Bewusstsein der Bevölkerung noch nicht genug verankert. Aber daran arbeitet der Verein Bürger Europas weiterhin mit Hochdruck.“ Heute geht es mit dem zweiten Teil des Europaquiz weiter.

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