Nicht nur an die Kinder wurde bei der Wunschbaumaktion gedacht, auch die Senioren aus der Martin-Luther-Stiftung kamen in den Genuss, Päckchen aus der Wohltätigkeitsaktion in Empfang zu nehmen. Geöffnet werden dürfen diese natürlich erst am 24. Dezember. Foto: Rainer Habermann

Hanau

Wunschbaumaktion sorgt für eine schöne Bescherung

Hanau. Ein Wünsch-Dir-was-Christbaum, gespickt mit kleinen Kärtchen, darauf Kinderträume und besinnliche Wünsche von Omis und Opis zum Fest der Liebe: ein Traum? Nein: Realität in der Galeria Kaufhof Karstadt am Hanauer Marktplatz und im Hanau Laden am Freiheitsplatz.

Von Rainer Habermann

Galeria und der HANAUER ANZEIGER haben auch 2019 wieder ihre gemeinsame Aktion für Kinder und Senioren gestartet, bei der die Bürgerinnen und Bürger Wunschzettel von den festlich dekorierten Bäumchen pflücken konnten.

Darauf standen die Wünsche der Kinder, teilweise noch mit einem kleinen Gedicht oder einem Bildchen verziert. Und jeder Hanauer konnte so zum Erfüller kleiner Wünsche kleiner Menschen werden, die ansonsten zu Weihnachten nicht so sehr auf der Sonnenseite des Lebens stehen.

Die eigentliche Bescherung von weit über 300 liebevoll geschmückten Weihnachtspäckchen findet pünktlich zum Fest in den jeweiligen Organisationen statt, aus denen die Kinder kommen: dem Hanauer Frauenhaus, dem Albert-Schweitzer-Kinderdorf, dem Diakonischen Werk Main-Kinzig in Gestalt des doppelten „Schwanennests“ und der ambulanten Suchthilfe. Und, nicht zu vergessen: die Martin-Luther-Stiftung als Domizil für ältere Menschen.

Strahlende Kinderaugen

An Heiligabend also strahlen die Kinderaugen, und lächeln die Senioren wirklich. Doch bereits am Dienstag und Donnerstag konnten Vertreterinnen dieser Organisationen die Geschenke in der Galeria in Empfang nehmen. „Die Wunschzettel waren ganz unterschiedlich“, sagt Rabea Leukel von der Galeria Kaufhof Karstadt. „Da hatten wir beispielsweise eine Holzbaukiste oder einen 'fliegenden Ball', den sich ein Mädchen gewünscht hat. Das kam auch ganz auf das Alter der Kinder an. Und alle Wünsche lagen im Bereich um 15 Euro.“

„Was uns sehr gefreut hat: dass auch wieder ganz viele Bücher, also Kinder- oder Malbücher, auf den Kärtchen standen“, ergänzen Annette Leske und Alicia Schulz vom Schwanennest. Aus den beiden Einrichtungen des Behinderten-Werks Main-Kinzig an der Feuerbachstraße und an der Pumpstation hatten über 30 Kinder ihre Wunschzettel an die Bäume gehängt.

Im Hanauer Frauenhaus leben Mütter mit ihren Kindern. Und für sie ist alleine schon der Aufenthalt dort bedingt durch eine soziale Notlage, an der in der Regel ein Mann die Hauptschuld trägt, schlimm. Noch schlimmer ist das für die Kinder dieser Frauen; erst recht an Weihnachten, wo alle gerne mit ihren Familien feiern. Ursula Wyrzykowska, Sozialarbeiterin vom Frauenhaus, kennt die unsäglichen Geschichten geschundener Frauen, und wenn es für diese eine neue Perspektive gibt und eine kleine Freude zum Fest, kann auch sie etwas entspannter an Weihnachten denken.Das gilt ebenso für Nicole Hartmann von der Ambulanten Suchthilfe der Diakonie. „Wir beschenken – dank dieser großartigen Aktion von HA und Galeria – Kinder suchtkranker Menschen.

35 unter dem Baum

35 Päckchen können wir dieses Jahr unter den Baum legen.“ Kleine Wünsche aber groß an der Zahl: Gundula Hoffmann vom Albert-Schweitzer-Kinderdorf zählte alleine rund 200 Wunschzettel von ihren Kindern. „Auch wir können sagen, dass ganz viele Kinderbücher gewünscht wurden, aber ebenso Lego-Spielsachen. Die sind überhaupt der Renner an Weihnachten. Im Gegensatz zu CDs: Das hat deutlich abgenommen in den letzten Jahren.“ Für die festliche Verpackung der Geschenke sorgten entweder die Kunden selbst oder aber die Profis des Kaufhauses am Marktplatz.

Das Ziel der ganzen Aktion ist es, an Heiligabend Glanz in Kinderaugen und in die Augen finanziell nicht so gut ausgestatteter Seniorinnen und Senioren zu zaubern. Denn das Schlimmste an Weihnachten ist oft die Einsamkeit und der Gedanke daran, dass andere in Gesellschaft ihre Geschenke auspacken.

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