Die rund 15 Jahre währenden Sanierungarbeiten am Arkadenbau im Kurpark Wilhelmsbad nähern sich dem Ende. Foto: Reinhard Paul

Hanau

Wilhelmsbad: Sanierung des Arkadenbaus neigt sich dem Ende

Hanau. Wer durch den Kurpark in Wilhelmsbad spaziert, hat es schon wahrgenommen: Seit Kurzem ist das Gerüst am Arkadenbau verschwunden. Das ist ein deutliches Zeichen dafür, dass die seit rund 15 Jahren laufenden Sanierungsarbeiten an dem historischen Gebäude dem Ende zugehen.

Von Christian Dauber

Hanau. Wer durch den Kurpark in Wilhelmsbad spaziert, hat es schon wahrgenommen: Seit Kurzem ist das Gerüst am Arkadenbau verschwunden. Das ist ein deutliches Zeichen dafür, dass die seit rund 15 Jahren laufenden Sanierungsarbeiten an dem historischen Gebäude dem Ende zugehen.

Das Gerüst war für die Fassadensanierung am im 18. Jahrhundert erbauten zentralen Gebäude der einstigen Kuranlage aufgestellt worden. Auch hat das Puppenmuseum die bei den vielen Besuchern vertrauten Holzfiguren am neuen Eingang postiert.

Arbeiten sollen noch dieses Jahr beendet werden

Der derzeitige vierte Bauabschnitt ist nach Auskunft des Landesbetriebes Bau und Immobilien Hessen der letzte. Er beinhaltet die Instandsetzung der Außenhaut des Gebäudes. „Die Arbeiten können voraussichtlich noch in diesem Jahr beendet werden“, erklärt Sprecher Alexander Hoffmann auf Nachfrage unserer Zeitung. Derzeit stünden noch einige Restarbeiten im Sockelbereich an. Dafür werde jedoch kein Gerüst mehr benötigt.

Hoffmann resümiert, was im Rahmen des letzten, seit 2014 laufenden Bauabschnitts bereits erledigt wurde: So wurden das Holztragwerk des Daches saniert, das Dach neu mit Schiefer gedeckt und die Fassade inklusive der Fenster restauriert. „Die Schädigungen an den Deckenbalken hatten sich im Verlauf der Arbeiten als stärker als zunächst erwartet herausgestellt. Daher mussten einzelne Deckenbalken teilweise zurückgeschnitten und durch neue Balken ersetzt werden“, fasst Hoffmann die 3,8 Millionen Euro teuren Arbeiten zusammen. Weil das Holztragwerk unter Schwamm- und Pilzbefall litt, hatten sich die Arbeiten verzögert. Einige Balken mussten ausgetauscht werden.

Ingesamt werden 15,7 Millionen Euro investiert

Zuvor war im ersten Bauabschnitt das Tragwerk statisch ertüchtigt worden. Der zweite Bauabschnitt umfasste die Herrichtung der Säle im Arkadenbau. Dort wurden die Decken saniert und die Statik des Gebäudes sichergestellt. Im Mai 2011 wurden die prunkvollen Säle eingeweiht. Sie können von Privatleuten für Veranstaltungen angemietet werden. Im dritten Bauabschnitt wurden die Heizungszentrale umgebaut, die Elektroinstallation erneuert sowie das Hessische Puppen- und Spielzeugmuseum saniert. Die Investitionen über alle Bauabschnitte hinweg belaufen sich laut Hoffmann auf insgesamt rund 15,7 Millionen Euro.

Als Wilhelmsbad noch Kuranlage war, diente der Arkadenbau unter anderem als Wohnraum für Besucher. Die gesamte Bade- und Parkanlage wurde im Wesentlichen in den Jahren 1777 bis 1785 und auf Geheiß des von 1764 bis 1785 in Hanau residierenden Erbprinzen und regierenden Grafen von Hanau, Wilhelm IX./I. von Hessen-Kassel (1743 bis 1821), errichtet. Architekt war Franz Ludwig Cancrin, der auch den Bau des Karussells leitete. Nach nur eineinhalbjähriger Bauzeit fand am 3. Juni 1779 die feierliche Eröffnung statt. Finanziert wurde der Bau Wilhelmsbads mit seinem weitläufigen Park durch die Vermietung hessischer und Hanauer Soldaten an den britischen König, den Onkel des Erbprinzen.

Kein Konzept für Große Parkwirtschaft

Während es am Arkadenbau vorangeht, ist die Zukunft der Großen Parkwirtschaft im historischen Badhauses rechts nebenan noch unklar. Man befinde sich noch in der Findungsphase, teilt Reinhard Kraus, stellvertretender Direktor der Verwaltung Staatlicher Schlösser und Gärten auf Nachfrage unserer Zeitung mit. Dazu gebe es noch kein Konzept. Ein solches war vor einiger Zeit angekündigt worden. Wunsch der Stadt ist es, in der Großen Parkwirtschaft wie früher einen Gastronomiebetrieb anzusiedeln.

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