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Petra Jacob leitet die Geschäftsstelle des größten Hanauer Vereins

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Von: Yvonne Backhaus-Arnold

„Es ist wie nach Hause kommen“: Petra Jacob leitet seit 1. Januar die Geschäftsstelle der Turngemeinde Hanau. Der Verein war immer ein Teil ihres Lebens.
„Es ist wie nach Hause kommen“: Petra Jacob leitet seit 1. Januar die Geschäftsstelle der Turngemeinde Hanau. Der Verein war immer ein Teil ihres Lebens. © Foto: Reinhard Paul

Sie ist gebürtige Hanauerin und hat den Kontakt in ihre Heimatstadt immer gehalten. Jetzt stellt sich Petra Jacob einer neuen Herausforderung bei der TGH.

Hanau – Als kleines Mädchen war Petra Jacob schon Teil der TGH-Familie. Turnen, das war genau ihr Ding, Elsa Löwer und Jula Hof ihre Trainerinnen. Sie erinnert sich an Kniebeugen und „Unmengen von Kindern“ in der Jahnhalle. Hier treffen wir Petra Jacob, die die Turnmatte relativ schnell gegen den Basketball eingetauscht hat, ein halbes Jahrhundert später wieder.

Für die gebürtige Hanauerin, die der Liebe wegen nach Köln gezogen war, hat sich der Kreis geschlossen. Zum neuen Jahr hat sie die Leitung der Geschäftsstelle des mit mehr als 3000 Mitgliedern größten Hanauer Vereins übernommen.

„Es ist wie nach Hause kommen“, erzählt die 57-Jährige bei unserem Gespräch im TGH-Archiv. Den Dezember hat sie zur Einarbeitung genutzt, im Januar geht es offiziell los. Zwischen alten Fotos, Urkunden und Medaillen lässt es sich gut plaudern.

Zurück in die Heimat: Neue Leiterin der TGH hat Kontakt nach Hanau nie verloren

Die gelernte Speditionskauffrau hat ihren Mann über die Arbeit kennengelernt. Er war Holländer und ihre Urlaubsvertretung, sie lebte in Hanau. „Also trafen wir uns in der Mitte“, sagt die Frau mit den kurzen hellbraunen Haaren und der Brille. Ihr Weg führte sie über viele kaufmännische Anstellungen zur evangelischen Kirche. 15 Jahre hat Petra Jacob hier gearbeitet. Seelsorge, Friedhofsverwaltung, Taufen, Angebote für Senioren: „Ich war ein Mädchen für alles“, erklärt sie und lacht.

Den Kontakt nach Hanau, zur Familie, zum Verein, zu ihrer früheren Basketballmannschaft hat sie nie abreißen lassen. Zum Bürgerfest war sie in Hanau, zu Vereinsfeierlichkeiten auch. „Mein Herz schlägt hier“, erklärt Petra Jacob. Und so war für sie klar, dass sie spätestens nach dem Ruhestand zurückkommen würde in die Heimat.

Als Günter Jacob, ihr Vater, vor vier Jahren starb, wurde der Wunsch noch einmal deutlich stärker. Die Mutter in Hanau, Bruder Klaus, ihr Sohn Tim, mittlerweile erwachsen und wie der Großvater auch, Glasermeister im Familienbetrieb. Warum also nicht zurückkommen?

Neue Geschäftsstellenleiterin der TGH in Hanau: Kommunikation ist ihre große Stärke

Kurz darauf entdeckte sie die Stellenausschreibung der Turngemeinde. Leitung der Geschäftsstelle gesucht. Jacob, aufgeschlossen und neugierig, blieb daran hängen. „Ich kann nicht alles, aber man kann ja lernen“, denkt sie und schickt kurz darauf, aufs Geratewohl, ihre Bewerbung ab. Mit Erfolg. Es ist sicher die Kombination aus Lebens- und Berufserfahrung, die die Wahl Ende Juni letztendlich auf die gebürtige Hanauerin fallen ließ.

Petra Jacob ist längst geschieden, ihr neuer Lebensgefährte im Dezember mit in die Brüder-Grimm-Stadt gezogen. Sie haben eine Wohnung gefunden, das Auto verkauft. Die Familie ist in der Nähe, die Arbeit nur drei Gehminuten entfernt. An manchen Stellen, sagt die 57-Jährige, ist die Vereinsarbeit der Kirche sehr ähnlich. Jacob sieht sich als Schnittstelle zwischen Sporttreibenden und Bürokratie. Struktur und Organisation - das sind ihre Steckenpferde, Kommunikation ihre große Stärke. Jacob will da sein für die Vereinsmitglieder, ein offenes Ohr haben.

Neue Leiterin der TGH in Hanau: Weiterbildung in Frankfurt ist geplant

In der Geschäftsstelle, die lange Zeit keinen Geschäftsführer hatte, arbeitet sie gemeinsam mit zwei weiteren Festangestellten, der Ehrenamtlerin Christa Gräßer und zwei FSJlern. Auf den Tisch werde sie sicher nicht hauen. „Das bringt mich nicht weiter“, ist sie überzeugt. Die Herausforderungen sind groß. Was hat Corona mit dem Vereinssport gemacht? Geht das Miteinander verloren, wenn alle nur noch zuhause Sport machen? Jacob ist überzeugt: „Wir brauchen ein Miteinander, und ein Verein wie die TGH muss das sicherstellen.“

Herausforderungen stellt sich die neue Geschäftsstellenleiterin auch sonst, hat sich beim Landessportbund in Frankfurt für eine Weiterbildung zum Vereinsmanager angemeldet. 120 Einheiten stehen 2022 auf dem Programm. Büffeln, um den Verein voranzubringen? Petra Jacob lacht.

Die Angebote bei der Turngemeinde hat die 57-Jährige auch schon aufmerksam studiert. Pilates wäre vielleicht was für sie. Auch bei der Spaziergeh-Gruppe will Jacob mal schnuppern. Außerdem will sie mit ihrem Lebensgefährten weiter tanzen gehen. „Das Wo müssen wir allerdings noch klären“, sagt sie und schmunzelt. Glücklich? Ja, das sei sie auf jeden Fall. Glücklich, wieder zurück in Hanau und wieder Teil der TGH-Familie zu sein. (Yvonne Backhaus-Arnold)

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