Knapp vier Wochen lief der Weihnachtsmarkt auf dem Hanauer Marktplatz. Wegen des schlechten Weters war in diesem Jahr weniger los als sonst. Zufrieden sind alle Beteiligten aber trotzdem. Archivfoto: Jens Garrecht

Hanau

Weihnachtsmarkt-Beschicker trotz geringerem Umsatz zufrieden

Hanau. Von rund 20 bis 25 Prozent weniger Umsatz als im Vorjahr berichten Schausteller des Hanauer Weihnachtsmarktes bei einer HA-Umfrage. Trotz der unschönen Witterungsverhältnisse der vergangenen Wochen bekommt der Markt von vielen Beteiligten auch in diesem Jahr großes Lob.

Von Reinhard PaulWir haben uns zum Abschluss bei Beschickern und Besuchern des Weihnachtsmarkts umgehört:Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky zeigt sich beeindruckt von der Willensstärke und der Hartnäckigkeit der Bürger, die der Wetterunbill trotzten: „Ich bin beinahe jeden Tag mal auf einen Sprung hier gewesen und kann nur sagen, dass die Menschen unserer Stadt ihren Weihnachtsmarkt und die Schausteller nicht alleine auf weiter Flur gelassen haben.Viele Regenschirme, unter denen sie sich zusammenrotteten – die Laune indes ließen sie sich nicht verderben. Einmal mehr ein toller Beweis für unseren wunderschönen Markt. Jetzt können die ruhigen Tage kommen, und ich wünsche allen Bürgern dieser tollen Stadt ein besinnliches Weihnachtsfest. Darüber hinaus freue ich mich schon jetzt wieder auf die Eisbahn, die am Wochenende aufgebaut wird.“Silvia Kopp kommt jedes Jahr aus Offenbach, um den Hanauer Weihnachtsmarkt zu besuchen. „Ich komme nun schon seit Jahren, und es wird immer schöner hier. Ich fühle mich einfach wohl auf dem Hanauer Weihnachtsmarkt. So viele nette Menschen, der Lichterglanz überall, und ich treffe mich immer mit meiner besten Freundin hier. Der Offenbacher Weihnachtsmarkt wird immer kleiner und unschöner. Hanau ist toll.“Siggi Eberhardt, der Betreiber des Kinderkarussells auf dem Weihnachtsmarkt, ist auch sehr zufrieden, trotz der schlechten Witterung: „Wir hatten dieses Jahr sehr viel Pech. Gerade der letzte Sonntag war nur nass. Da hatten wir Schausteller uns doch mehr erhofft. Trotzdem bin ich glücklich, dass doch so viele Menschen in den letzten Wochen bei uns waren. Wir können ja auch nicht jedes Jahr so ein traumhaftes Wetter haben wie im vergangenen Jahr, als es nur einmal regnete.“Klaus Weingärtner, der zwei Imbissbuden betreibt, bläst ins selbe Horn: „Wir können nicht jedes Jahr Rekordzahlen schreiben. Dass es auch mal in die andere Richtung gehen wird, ist auch normal. Das erdet mich und die Kollegen dann auch wieder einmal. Wir haben zwischen

20 und 25 Prozent weniger als in den vergangenen Jahren. Wenn man aber bedenkt, dass wir ein Wochenende weniger hatten und dann noch dieses sch... Wetter, können wir immer noch sehr zufrieden sein.“Nancy Weingärtner war zum ersten Mal mit ihrer Feuerzangenbowle am Start: „Wir sind hier sehr, sehr gut angenommen worden und sehr dankbar dafür. Wir hatten eigentlich auch immer sehr guten Besuch, auch wenn es regnete. Die Überdachung, die wir hier rund um unseren Stand aufgebaut haben, hat sich also schon bezahlt gemacht. Die Menschen sind hier in Hanau besonders freundlich, wir bekamen sehr viel Lob für unseren Stand und unsere Feuerzangenbowle. Sehr gerne sind wir im kommenden Jahr wieder mit von der Partie.“Sabine Busch aus Steinheim ist auch schon seit vielen Jahren treue Weihnachtsmarktbesucherin: „Die warmen Lichter, der größte Adventskalender Deutschlands, die vielen leckeren Gerüche, die mir in die Nase steigen, die Musik auf der Hauptbühne – ach, ich liebe es einfach, hier zu sein.“ Eines aber macht sie dann doch ein wenig traurig: „Ich sehe hier in so viele gehetzte Gesichter. Dabei ist es doch so schön, mal ein paar Stunden die Zeit stehen zu lassen und einfach nur zu genießen.“Hannah Sandvoss wohnt in Paris und ist zurzeit auf Familienbesuch in Steinheim: „Ich liebe den Hanauer Weihnachtsmarkt. Den vermisse ich in Paris schon sehr. Der ist dort weitaus weniger schön. Das Essen hier ist so viel leckerer, der Glühwein besser, und es ist auch um einiges billiger hier als in Paris.

Für ein kleines Glas heißen Rotwein bezahlen wir dort rund fünf Euro, und der schmeckt dort nicht mal halb so gut. Zudem sind in Paris auch viel zu viele Touristen auf dem Weihnachtsmarkt. Hier ist es klein, fein, überschaubar und einfach nur schön. Alleine die Musik hier hat mich nicht so sehr begeistert. Da war es in der Vergangenheit schon wesentlich besser.“Jutta Schäfer aus Ostheim steht auch schon seit vielen Jahren mit ihren deftigen Speisen auf dem Hanauer Weihnachtsmarkt. „Wir sind hier zwar vier Wochen an der Fußkette, und deshalb bekomme ich vom Hanauer Weihnachtsmarkt meistens nicht allzuviel mit, aber ich bin froh, dass unsere Kunden uns trotz des bescheidenen Wetters die Treue gehalten haben. Insgesamt gesehen ist der Hanauer Weihnachtsmarkt wohl einer der schönsten, die es in der ganzen Region gibt.

Ich habe von vielen Kollegen erfahren, dass es auf anderen, längerdauernden Märkten viel stärkere Einbußen gab als bei uns. Das spricht für die Qualität des Marktes. Und natürlich auch für den guten Geschmack der Besucher“, fügt sie grinsend hinzu. Jetzt aber freut sie sich darüber, dass erst einmal Schluss ist. „So schön die Zeit hier jedes Jahr ist, aber für uns bedeutet das natürlich auch sehr viel Stress. Und ein bisschen Entspannung und Luft holen tut uns jetzt auch gut“.Stadtplaner Martin Bieberle ist gleich mit einem ganzen Tross aus dem Hanauer Magistrat vor Ort. „Wir feiern hier den Geburtstag eines lieben Freundes. Wenn man sieht, wie viele Menschen doch hierherkommen, kann man nur eines festhalten: Unser Markt ist einfach schön und vor allem sicher.

Das scheint heute ein ganz großer Faktor für einen Weihnachtsmarkt-Besuch zu sein. Wir versuchen, den Menschen jedes Jahr einen tollen Markt zu präsentieren, und wenn man sieht, dass es – sobald es mal aufhört zu regnen – hier immer rappelvoll ist, dann kann man nur resümierend sagen: Vieles richtig gemacht.Martin Lucas ist gebürtiger Engländer, lebt aber schon seit vielen Jahren in Hanau. „Der Hanauer Weihnachtsmarkt ist einfach toll. Es gibt so viele leckere Glühwein- Spezialitäten, die Menschen sind offen und freundlich, man kommt leicht ins Gespräch.

Auch die kulinarischen Spezialitäten lassen keine Wünsche offen. Ich bin sehr gerne hier und freue mich jedes Jahr aufs Neue auf die schöne Zeit auf dem Hanauer Marktplatz.“Thomas Eberhardt, Betreiber des Glühwein-Standes am Glockenturm, meint: „Eigentlich können wir mehr als zufrieden sein angesichts der schlechten Wetterbedingungen.“ Auch Eberhardt hat rund 25 Prozent weniger Umsatz als im letzten Jahr. „Wir dürfen aber nicht unzufrieden sein, denn schließlich hatten wir ja auch ein Wochenende weniger, und an zwei Sonntagen hat es erheblich geschneit“.

Das sei nur für die Weihnachtsmarktromantiker schön. „Wenn es schneit, haben wir hier wesentlich weniger Menschen, als man vermutet. Die gehen dann lieber Schlitten fahren oder bleiben wegen der vermeintlichen Rutschgefahr zu Hause und schauen sich den Schnee vom Fenster aus an.“ Das beste Weihnachtsmarktwetter? „Zwischen vier und fünf Grad und trocken“, lacht Eberhardt. „Aber das Leben ist eben kein Wunschkonzert, und das Wetter können wir leider oder Gott sei Dank eben noch nicht beeinflussen“.Diana, Karin und Susanne sind als Mädelsgruppe unterwegs. „Ach, es ist einfach toll hier, und für das miese Wetter kann ja keiner was“, so die drei jungen Damen unisono. Was sie am Weihnachtsmarkt besonders lieben? „Die tolle Atmosphäre und das Zusammensein. Es gibt so viel zu sehen, zu erleben. Der Künstlerweihnachtsmarkt, die Stände mit den vielen weihnachtlichen Artikeln.

Jedes Jahr kommt was Neues dazu, das ist wichtig. Veränderungen tun gut, und es wird nie langweilig, über den Markt zu schlendern. Da 'ne Wurst, hier ein Crêpes, anschließend noch ein Winschgerl . . . Danach heißt es wieder ab ins Training“, lachen die drei Damen lauthals.

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