Vorbereitung für den Lichterglanz: Dafür, dass Hanau zur Weihnachtszeit in festlichem Glanz erstrahlt, sorgen derzeit Monteure von Hanau Netz. Sie bringen die Weihnachtsbeleuchtung in der Innenstadt an. Foto: Häsler

Hanau

Es weihnachtet sehr: Stadtwerke bringen Weihnachtsbeleuchtung an

Hanau. Bis zum ersten Advent dauert es zwar noch gute zwei Wochen, doch die Weihnachtsbeleuchtung, die in der Adventszeit die Grimmstadt zum Glänzen bringen soll, wird schon jetzt montiert. „Wir werden sonst nicht fertig“, sagt Lukas Lukovics, Abteilungsleiter Straßenbeleuchtung bei Hanau Netz, aus langjähriger Erfahrung.

Von Kerstin Biehl

Während sich Konsumenten im Supermarkt schon seit dem Spätsommer mit Weihnachtsartikeln eindecken können, besagt die Tradition, dass Weihnachtsschmuck erst nach Totensonntag (in diesem Jahr am 25. November), also dem letzten Sonntag vor dem ersten Advent, dekoriert werden sollte.

Die Vorbereitungen haben bereits Ende Oktober begonnen. Seitdem sind Lukovics und die beiden Elektromonteure Klaus-Peter Strauch und Mehmet Erken mit Lastwagen und Hubsteiger unterwegs, um die Einkaufsmeilen der Innenstadt mit Weihnachtsbeleuchtung zu bestücken. Bevor die beiden die zahlreichen Adventslichter an den Leitungen über die Straßen montieren, überprüfen sie, ob die Leuchtbilder noch ordnungsgemäß funktionieren.

Märchenmotive als Weihnachtsbeleuchtung

60 000 Lichtpunkte werden ab Montag, 26. November, mit Beginn des Hanauer Weihnachtsmarkts, die Innenstadt zum Strahlen bringen. Bis dahin gibt es noch allerhand Arbeit für Lukovics und die Monteure. Dafür müssen sie auf einem Hubsteiger hoch über den Straßen der Stadt schweben.

Gestern brachten sie auf dem Freiheitsplatz an der Ecke Mühlstraße/Rosenstraße das Lichtermotiv „Rotkäppchen und der Wolf“ an; denn wie es sich für die Grimmstadt gehört, zählen auch drei Märchenmotive zur Weihnachtsbeleuchtung. Sie bestehen aus mehreren Elementen, entsprechend aufwendig ist die Montagezeit. „Wir befestigen das beleuchtete Aluminiumkonstrukt mit Kabelbindern an Haken in den Hauswänden“, erklärt Erken.

Eine gute halbe Stunde sind die Monteure pro Märchenmotiv, das über die gesamte Straße gespannt ist, mit dem Anbringen beschäftigt. „Wir lassen Hanau strahlen”, schmunzeln sie, während die Passanten unter ihnen mit dem Blick nach oben vorbeigehen. Zum Schluss schließen sie per Steckverbindungen die aneinandergereihten Leuchtmittel an die Stromleitung an, die am Finanzamtsgebäude installiert ist.

41 Kränze rund um den Markt

Außer diesen gibt es zwei weitere große Märchenmotive über markanten Kreuzungen. So hängt „Der Froschkönig“ an der Ecke Römerstraße/Hammerstraße und „Hans im Glück“ an der Ecke Mühlstraße/Hirschstraße.

Die Monteure bringen noch viele weitere, verschiedene Weihnachtsmotive an: 41 stehende Kränze rund um den Markt sowie in der Fahrstraße, der Salzstraße und der Nürnberger Straße haben rote Schleifen und ein warmweißes LED-Licht.

Rund um das Forum sind die 28 Kränze mit kaltweißem LED-Licht und einer goldenen Schleife ausgestattet. In der Hammer- und der Rosenstraße werden 24 hängenden Kränze angebracht. Hospitalstraße, Langstraße, Nordstraße, Schnurstraße, Kölnische Straße und Lindenstraße werden mit 27 Kerzenmotiven erleuchtet, die an Spannseilen über der Straße befestigt sind. Insgesamt leuchten an einem solchen Motiv 46 LED-Lampen.

Drei Wochen Arbeit

„Bis alle Kränze hängen, sind wir gut anderthalb Wochen beschäftigt“, berichtet Lukovics. Bis der komplette Schmuck installiert ist vergehen drei Wochen. Leuchten wird der Hanauer Weihnachtsschmuck unter der Woche in den Morgenstunden von 7 bis 8 Uhr, sowie ab nachmittags von 15.30 Uhr bis 22.30 Uhr. Am Wochenende brennen die Lichter von 11 Uhr bis 22.30 Uhr.

Besonders lange festliche Stimmung gibt es an Heilig Abend und in der Neujahrsnacht, nämlich bis 24 Uhr beziehungsweise an Silvester bis 1 Uhr. Die Festbeleuchtung ist nicht gerade günstig. Laut Angabe der städtischen Pressestelle schlagen die Energiekosten für die städtische Weihnachtsbeleuchtung mit rund 20 000 Euro zu Buche. Die Kosten werden von den Stadtwerken übernommen.

Der große Moment

Auch in diesem Jahr erwarten Lukovics, Strauch und Erken mit Spannung den Moment, wenn die Hanauer Weihnachtsbeleuchtung das erste Mal eingeschaltet wird. Bis dahin müssen noch rund 70 Lichtschmuckelemente angebracht werden. „Das schaffen wir noch“, zeigen sich Erken und Strauch zuversichtlich.

„Den Testdurchlauf machen wir am Donnerstag vor Totensonntag“, verrät Lukovics. Falls dann etwas nicht funktionieren sollte, gebe es noch ausreichend Zeit, den Fehler zu beheben. „Wir fahren dann die gesamte Beleuchtung ab und kontrollieren die Lichtpunkte“, so Erken. Und wenn zwischendurch Probleme auftreten, können Strauch und Erken auf den sogenannten Notfallkoffer mit Ersatzteilen zurückgreifen. Darin sind ausreichend Glühbirnen gelagert. Das tägliche An- und Ausschalten der Weihnachtsbeleuchtung erfolgt computergesteuert.

Bis Dreikönig leuchtet Hanau

„Es ist einfach immer wieder schön, wenn dann alles leuchtet und man mit seiner Arbeit zufrieden ist. Dann kommt auch Weihnachtsstimmung auf“, beschreibt Erken das Gefühl, wenn er jedes Jahr aufs Neue die geschmückte Innenstadt sieht.

Bis zum Dreikönigstag, am Sonntag, 6. Januar, wird die Innenstadt im weihnachtlichen Lichterglanz erstrahlen. Danach wird die Weihnachtsbeleuchtung abgebaut und trocken und dunkel in einer Großauheimer Lagerhalle eingelagert.

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