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Im Heinrich-Fischer-Bad (Bild) sind genauso wie im Lindenaubad seit Langem Sanierungsarbeiten geplant.

Bäder bleiben wegen Corona geschlossen

Bäderschließungen in Hanau: CDU schlägt frühere Sanierung vor - Stadt reagiert

  • Jutta Degen-Peters
    vonJutta Degen-Peters
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  • Christian Dauber
    Christian Dauber
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Mit dem Vorschlag, wichtige Sanierungs- und Erhaltungsarbeiten vorzuziehen, reagiert die Hanauer CDU auf die Ankündigung der Stadt, dass die Freibäder voraussichtlich bis 31. August geschlossen bleiben. Die Stadt Hanau hat nun reagiert.

Update 25. April:

 „Mit der Sanierung des Lindenau-Bads früher als ab November 2020 zu beginnen, ist eine grundsätzlich nachvollziehbare Überlegung, die sich aber wegen des nötigen Planungs- und Ausschreibungsvorlaufs leider nicht umsetzen lässt.“ Mit dieser Aussage reagiert Bürgermeister Axel Weiss-Thiel laut einer Mitteilung der Hanau Bäder GmbH auf einen entsprechenden Vorschlag der Hanauer CDU.

Baden mit Zeitfenster unrealistisch

Zugleich hält er deren Idee eines „Badens mit Zeitfenster“ für „unrealistisch“. Denn bei ohnehin nur erlaubter stark eingeschränkter Menschenzahl für Großveranstaltungen und angesichts heißer Temperaturen mit Warteschlangen am Badeingang lasse sich schwerlich bestimmen, wer wie lange in die Becken dürfe. „Von Abstandsregeln und naheliegender Maskenpflicht mal ganz abgesehen“, fügt der Stadtrat laut Mitteilung hinzu.

Damit Familien für ihr Sommerleben im Freien dennoch attraktive Angebote erhielten, werde die Stadt Hanau demnächst Gestaltungsvorschläge vorlegen, wobei natürlich die Corona-Schutzregeln gelten müssten.

Weiss-Thiel, zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Hanau Bäder GmbH, hält es laut Mitteilung für „nicht ausgeschlossen“, dass die Sauna im Heinrich-Fischer-Bad gegebenenfalls früher ebenso geöffnet werden könne wie der Gymnastikraum dort – stets mit Beachten von Abstands- und Hygienevorgaben. Das werde derzeit geprüft. Die Bädergesellschaft verzeichnete in den Vorjahren regen Sauna-Zuspruch auch im Sommer.

Hundebadetage sollen stattfinden

Bäder-Geschäftsführer Uwe Weier weist darauf hin, dass Hundebadetage am letzten Tag der Freibadsaison in sauberem, nicht gechlortem Beckenwasser stattfinden. Weil seit vorigem Herbst in den Freibecken das Wasser stehe und es ohne Freibadsaison auch nicht gegen sauberes ausgetauscht werde, sei den Vierbeinern sowie Frauchen und Herrchen der Aufenthalt darin „nicht zuzumuten“. Darüber hinaus sei ein Abstandhalten „insbesondere beim Gewusel eines Hundebadetags nicht umsetzbar“. Auch zu diesem Thema hatte sich die CDU geäußert.

Sanierung des Lindenau-Bads lässt sich nicht vorziehen

Weier konkretisiert in der Mitteilung, warum sich die Sanierung des Lindenau-Hallenbads nicht vorziehen lässt: Vor allem die Planung für die Haustechnik sei „unglaublich komplex, ähnlich vielschichtig wie bei einem neuen Krankenhaus und daher im Detail nicht kurzfristig zeitlich vorzuziehen“, wie ihm der beauftragte Architekt erläutert habe.

Hier seien die Einzelgewerke Heizung, Lüftung, Sanitär, Elektro und Badewasserbereitung in Einklang zu bringen. Für alle Einzelgewerke bedürfe es einer öffentlichen Ausschreibung. Dafür wiederum müssten die Vorgaben rechtlich stimmen, damit es keine Klagen von Bewerberfirmen gebe. Derzeit ist die Entwurfsplanung für Haustechnik, Statik, Brandschutz und Betonsanierung weitgehend fertiggestellt. Darauf folgt die Ausführungsplanung. Allein die nimmt normalerweise sechs bis acht Monate in Anspruch.

Generalsanierung dauert bis April 2022

Erste Gewerke sind jedoch schon binnen etwa der Hälfte dieser Zeit durchgeplant, also im August. Anschließend sind erste Ausschreibungen vorgesehen mit dann folgender vierwöchiger Frist, bis interessierte Firmen ihre Preisangebote eingereicht haben müssen. Im November soll die Schadstoffsanierung beginnen.

Im Januar 2021 sind nach derzeitigem Plan erste Abbrucharbeiten zu erwarten. Bis April 2022 dauert die Generalsanierung der Schwimmhalle, zudem werden Foyer, Bistro und Umkleideräume erneuert. Im Heinrich-Fischer-Bad steht anschließend 2023 bis 2024, bei späterer Fördermittelvergabe erst 2024 bis 2025 eine Modernisierung des Freibads auf dem Programm. 


Erstmeldung 21. April:

Zudem meldet sie sich mit Ideen wie einem „Baden mit Zeitfenster“, einem vorgezogenen Sommer-Kino oder einem weiteren Hundebadetag zu Wort.

Der herbe Einschnitt, dass die Öffnung der Freibäder in diesem Sommer leider ausgeschlossen bleibe, müsse in diesen Coronazeiten hingenommen werden. „Selbst wenn sich ein außergewöhnlicher warmer Herbst ankündigen sollte, erscheint eine Öffnung für nur einige Tage aus wirtschaftlichen Gründen unrealistisch“, erklärt der sportpolitische Sprecher der Hanauer Christdemokraten, Jens Böhringer, laut Mitteilung.

Einschränkungen wegen Renovierungen in den nächsten Jahren

Da die Nutzer der beiden Hanauer Schwimmbäder in den kommenden zwei Jahren aber durch die notwendigen Renovierungsarbeiten ohnehin starke Einschnitte bei den Nutzungszeiten in Kauf nehmen müssen, schlägt die CDU ein Umdenken bei der Zeitplanung vor: Die im Lindenaubad zum Start der Hallensaison im Herbst vorgesehene Sanierung und damit längerfristige Schließung könnte nach Meinung von CDU-Fraktionschefin Isabelle Hemsley vorgezogen und jetzt schon für erste Sanierungsarbeiten genutzt werden.

„Auf diese Weise ließe sich die im Herbst beginnende Schließungszeit verkürzen“, gibt Hemsley zu bedenken und weist darauf hin, dass einige Handwerksbetriebe aktuell über neue Kapazitäten verfügten, die sich für die Bädersanierung nutzen ließen.

CDU-Vorschlag: Schwimmen mit Terminvergabe

Zudem gilt es nach Meinung der Christdemokraten zu prüfen, ob man nicht zumindest ein Hanauer Freibad für die Sommersaison durch die Vergabe von Zeitfenstern öffnen könne. Durch ein solches „Schwimmen mit Terminvergabe“ ließe sich die Zahl der eingelassenen Besucher regulieren. Der Deutsche Schwimmverband prüfe genau diese Art der Nutzung auch gerade für den Schwimmsport, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Die Zeitfenster ermöglichten auch den überschaubaren und zeitlich begrenzten Aufenthalt in den Freibädern mit ihren großen Grünflächen. Die CDU Hanau denkt hier besonders an Familien ohne Balkon oder Garten, die in beengten Verhältnissen leben und denen man hiermit ein Freizeitangebot ermöglichen könnte. Die anfallenden Kosten einer solchen Regelung, die nur in begrenztem Umfang durch Eintrittsgelder ausgeglichen werden könnten, müssten als Investition in die Hanauer Bevölkerung angesehen werden, fordert die CDU.

Heinrich-Fischer-Bad als Fahrradparkplatz?

Für den Fall, dass eine Öffnung der Bäder nicht möglich sei, schlagen die Christdemokraten alternative Angebote vor: Böhringer plädiert für ein „bewachtes Fahrradparken im Heinrich-Fischer-Bad, wo Fahrradpendler ihr Fahrrad sicher abstellen können“. Dies böte sich zudem als Testlauf für das geplante Fahrradparkhaus in Hanau an. Außerdem schlägt die CDU vor, die Kinonächte bereits ab dem Frühsommer anzubieten, wobei die notwendigen Abstandsgebote, Sicherheitsvorkehrungen und Einhaltung der Hygienevorschriften einzuhalten wären.

„Dies könnte den Hanauer Bädern weitere Einnahmen sichern und gleichzeitig Personal binden“, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Auch ein weiterer Hundebadetag wäre eine Überlegung wert, findet die CDU: „Mit praktisch umsetzbaren Ideen, die für beide Seiten eine Win-win-Situation darstellen, ließe sich das Beste aus der Situation machen“, erklären Böhringer und Hemsley abschließend laut Mitteilung.

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