Comedy Slam im Brückenkopf: Löschmeister Josef Jackels (von links), Alexandra Schiller und Gewinner Emir Puyan Taghikhani alias Helmuth Steierwald boten dem Publikum Auszüge ihres Schaffens. Fotos: Andrea Pauly

Hanau

Volles Haus beim 1. Hanauer Comedy Slam im Brückenkopf

Hanau. Nachdem schon die Song- und Poetry-Slammer in Hanaus traditionsreicher Szenekneipe, dem Brückenkopf, eine beliebte Bühne gefunden haben, wurde jetzt erstmalig ein Comedy Slam dargeboten, organisiert vom Veranstaltungsbüro der Stadt Hanau.

Von Andrea Pauly

Sechs höchst verschiedene Kleinkünstler und Newcomer aus ganz Deutschland boten Auszüge aus ihrem Schaffen dar. Das bunt gemischte Publikum bewertete diese mit ihrem Applaus, sodass am Ende des Abends ein Comedy-Sieger eindeutig feststand.

Carola Odenwäller vom Veranstaltungsbüro freute sich in ihrer Begrüßung über das volle Haus und auch den Gästen schien das neue Format im ausverkauften Brückenkopf richtig Spaß zu bereiten, gab es doch immer wieder Zwischenbeifall und viel Gelächter. Etliche der Zuschauer waren bereits früher gekommen, um noch die eine oder andere leckere Kleinigkeit von der Speisekarte zu genießen, bevor Frank Fischer aus Mainz – mehrfach ausgezeichneter Comedian – seinen Platz als Moderator auf der kleinen Bühne einnahm und die Comedy-Fans mit wohl dosierten Gags als „leidenschaftlichher Bahnfahrer“ und Werbungsparodist in Stimmung brachte.

Nach der Auslosung der Reihenfolge machte der Newcomer im Bereich Stand-up-Comedy Mohammed Ibraheem Butt aka Comedy Butt den Auftakt. Der Frankfurter Bubb mit indo-pakistanischer Herkunft spielte ein wenig mit den plakativen Terrorangst-Klischees und berichtete von seiner zehnjährigen Erfahrung als „Callcenter Agent 007“ beziehungsweise „Telefonterrorist“. Aus Aachen war Alexandra Schiller angereist. Die sprachtalentierte Russlanddeutsche arbeitet als Synchronsprecherin und ist neben der Stand-up-Comedy auch als Schauspielerin tätig, was sich bei einer gewagten Zungenbrecher-Übung zum Thema „Multifunktionsstecker“ zeigte.

Ganz nach oben verstellte Moderator Fischer anschließend den Mikroständer für den 2,07 Meter großen Jonas Greiner, der seine Zuhörer mit auf eine Reise in sein Thüringer Heimatdorf mitnahm, wo ihn einst eine frühkindliche Depression heimsuchte. In seinen Stand-up-Nummern erzählte anschließend der Stuttgarter Johann Theisen Geschichten aus seinem Leben, philosophierte über die Sinnhaftigkeit von Gebärdendolmetschern, die ihm bei seinen Auftritten die Show stehlen, bevor er noch einen lockeren Rapsong gegen das „Braun-Sein“ in jeder Beziehung anstimmte.

„Löschmeister Josef Jackels“ ist der Chef der Freiwilligen Feuerwehr in einem beschaulichen Dörfchen am linken Niederrhein. Er unterhielt die Zuhörer mit Plaudereien über sein Hobby in allen Feuerwehr- und Lebenslagen. Der in Nürnberg geborene Emir Puyan Taghikhani – Sohn eines Iraners und einer Türkin – ist unter dem Künstlernamen Helmuth Steierwald seit 2011 als Poetry Slammer aktiv.

Mit seiner Bühnenpräsenz und seinen pointenreichen Texten ist er kein Unbekannter mehr bei verschiedenen Comedy- und Kleinkunst-Formaten. Er amüsierte sich unter anderem über den Status seines Berufes als staatlich geprüfter Lebensmittel-Chemiker: „Die höchste Qualifikation, die man als Dönermann erreichen kann“.

Eine Parodie zu einem gemeinsamen Song des Rappers „Haftbefehl“ und der Band „Rammstein“ rundeten „Steierwalds“ gelungenen Auftritt ab, der ihm verdienterweise den Sieg beim Hanauer Comedy Slam sicherte – einem Format, das nach dieser Premiere sicherlich keine kurzlebige Eintagsfliege bleiben wird.

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