Der Nachwuchs hilft mit, die Umwelt sauber zu halten: Auch die Kinder- und Jugendfeuerwehr sammelte eifrig mit. Foto: Holger Hackendahl

Klein-Auheim

Verschwundenes Portemonnaie taucht bei Säuberung auf

Klein-Auheim. „Mir persönlich ist aufgefallen, dass manche Hundebesitzer volle Hundekottüten ins Gebüsch werfen. Wenn man die Haufen schon in Tüten packt, warum wirft man sie dann ins Unterholz?“

Von Holger Hackendahl

Sven Scharf hat dafür kein Verständnis. Der 50-Jährige und Tochter Nia sammelten am Samstag im Rahmen der Umweltreinigungsaktion „Sauberhaftes Klein-Auheim“ mit weiteren 60 Aktivisten Müll und Unrat im Stadtteil.

Begleitet von Conny, einer französischen Bulldogge, packten sie leere Glasfläschchen mit einstmals alkoholischem Inhalt, Plastiküberreste wie Capri-Sonne, Zigarettenpackungen, Binden und vieles weitere mehr mit Greifzangen vom Boden auf in Müllbeutel.

Voller Tatendrang ging es vom Rosengarten in Richtung Alemannia-Sportplatz, ehe man sich zwei Stunden später auf dem Hof der örtlichen Feuerwehr zum gemeinsamen Gruppenbild mit allen Aktivisten traf.

60 Menschen beteiligt

Rund 60 jüngere und ältere Menschen beteiligten sich am Reinigen von Straßen- und Wegrändern, engagierten sich beim Müllbeseitigen aus Grünanlagen und Parks. Unter all dem säckeweise zusammengetragenen Unrat und Wohlstandsmüll gab es auch so manch kuriose Funde. Alte Teppiche, Schrankteile oder ein seit 2017 vermisstes Portemonnaie, das nach dem Auffinden bei der Polizeistation Großauheim abgegeben wurde, waren unter den Fundstücken.

Die ASV-Petri-Jünger reinigten das Ufer am Tistrasee, dabei half Taucher Oliver Zander, der unter der Wasserlinie auch drei Rollerrahmen aus dem Wasser zog. Auch zwei TV- und ein Computerbildschirm wurden im Unterholz am Ufer gefunden.

„Kurios war zudem der Fund von Gummi-Ummantelung, wohl abgeschält von Kupferkabel. Das wurde in der Nähe der Fasaneriezufahrt gefunden“, resümierte Alexandra Horchler, stellvertretende Vorsitzende des vom Klein-Auheimer Vereinsrings organisierten Müllsammelaktion, zum Finale der Aktion. Mit Traktoren wurden die vielen gefüllten Müllsäcke und die Großfunde auf den Hof der örtlichen Feuerwehr, wo ein zehn Kubikmeter Container befüllt wurde, gebracht.

Entlang der Odenwaldbahnlinie fanden die Sammler säckeweise Unrat, viele leere Schnaps- und Wodkafläschchen, Plastik- und Papiermüll, viele To-go-Kaffeebecher, aber auch unzählige Hundekotbeutel, die von Hundebesitzern in der Landschaft entsorgt wurden“, befand Horchler.

Mit vier Traktoren transportierten „die Schlepper“ den eingesammelten Unrat auf Anhängern in den Hof der Brandschützer, von wo aus die Sammler am Morgen ausgeschwärmt waren. An der Umweltreinigungsaktion beteiligten sich die örtliche Kinder- und Jugendfeuerwehr, die Schlepperfreunde, der Förderverein der Friedrich-Ebert-Schule, der Angelsportverein, Geflügelzucht- sowie Heimat- und Geschichtsverein, aber auch etliche Privatpersonen. Der Müll wird vom Eigenbetrieb HIS entsorgt.

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