Zum Abschied wurden Claudia Brinkmann-Weiß einige persönliche Grußworte mit auf den Weg gegeben. (Foto: Zeh)

Hanau

Verabschiedung von Dekanin Claudia Brinkmann-Weiß

Hanau. Der Termin hätte nicht passender sein können. Am Totensonntag – und damit dem letzten Sonntag des Kirchenjahres – ist Dekanin Claudia Brinkmann-Weiß verabschiedet worden. Am 1. Advent beginnt damit nicht nur ein neues Kirchenjahr, sondern auch eine Veränderung im Kirchenkreis.

Von Sebastian Zeh

Brinkmann-Weiß hatte bisher zusammen mit Dr. Martin Lückhoff im Dekanat eine Doppelspitze gebildet. Sie wird künftig das Amt der Dezernentin für Diakonie und Ökumene im Landeskirchenamt in Kassel übernehmen. Ob ihre Stelle wieder besetzt wird, ist noch unklar.

Bereits zu Beginn des Abschiedsgottesdienstes in der Johanneskirche wurde deutlich, dass es vor allem ein feierlicher Abend werden sollte. Er begann mit Klavier- und Geigenmusik. Später trug auch der Kirchenchor „Te Deum“ zur musikalischen Untermalung bei.

Viele Besucher

„Es ist ein besonderer Gottesdienst heute Abend“, sagte Pfarrerin Margit Zahn zu Beginn. Das merke man nicht nur an der Musik – auch die Zahl der Besucher sei bemerkenswert. „Die Gesangbücher reichen deswegen heute leider nicht für alle.“

Neben dem Gegenüber von Abschied und Umbruch auf der einen sowie dem Neuanfang auf der anderen Seite hatte der Gottesdienst selbst noch ein weiteres Thema. Der Bibelvers (LK 12, 42-18), mit dem sich Brinkmann-Weiß in ihrer Predigt auseinandersetzte, handelte von einem Haushalter und der Frage von gerechter und ungerechter Verteilung. „Die Frage, die sich in solchen Fällen vor allem stellt ist: Was heißt es, dass jeder bekommt, was er verdient?“ Vor allem stelle sich diese Frage bei Menschen, die in Krieg, Armut, Verfolgung oder anderem Elend lebten.

Klarer Auftrag an den Menschen

Für Brinkmann-Weiß ist klar, dass es einen klaren Auftrag an den Menschen gebe, die Mitmenschen, aber auch den Rest der Welt gut zu behandeln, „die Welt gedeihen“ zu lassen. Sehe man den Menschen als Haushalter für den Planeten, sei zunehmend mehr zu tun. „Angesichts von beispielsweise Umweltveränderungen bringt es nichts, das Nötige und Wichtige aufzuschieben. Ein guter Haushalter handelt jetzt.“ Im Sinne christlicher Nächstenliebe sei es daher wichtig, nicht in Gedanken wie „daran kann ich ohnehin nichts verändern“ zu verfallen.

Abschied von Amt und Aufgaben

Vor Ende des Gottesdienstes wurde Brinkmann-Weiß von Probst Bernd Böttner mit einer Segnung verabschiedet. „Der heutige Abend ist ein Abschied von deinem Amt, der Johanneskirche, vor allem aber von Aufgaben, die du in unserer Gemeinde wahrgenommen hast“, so Böttner in seiner Ansprache. Dabei lobte er vor allem das Engagement der Dekanin, das sich mit ihrer Interpretation des guten Haushalters decke. So habe sie sich neben geistlichen Belangen auch stets weltlichen Fragen gestellt. Mit viel Energien habe sie sich unter anderem für soziale Belange wie etwa eine umfassende Unterstützung bedürftiger Menschen in Südafrika eingesetzt.

Grußworte von Politik und Kirche

In einer kleinen Feierstunde im Anschluss überbrachten Vertreter von Politik und Kirche einige Grußworte. So bedankte sich Bürgermeis ter Axel Weiss-Thiel im Namen der Stadt Hanau, des Main-Kinzig-Kreises und Landrat Thorsten Stolz bei der Dekanin für die langjährige, produktive Zusammenarbeit.

Er betonte dabei vor allem Brinkmann-Weiß' besondere Rolle bei der Fusion der Kirchenkreise „Hanau Land“ und „Hanau Stadt“. Darüber hinaus sei die Dekanin in Debatten stets eine angenehme Gesprächspartnerin gewesen. „Sie haben uns stets eine christliche Sicht auf Fragen von Ökologie, Integration oder Sozialpolitik mitgeteilt. Gemeinsam haben wir stets gute Lösungen gefunden“, so der Bürgermeister.

Die „Vier-K-Frau“

Der Fuldaer Dekan Bengt Seeberg beschrieb Brinkmann-Weiß zudem als „Vier-K-Frau“: „Sie istkompetent, klug, kollegial und konditionsstark.“ So habe sich die Wahl-Hanauerin stets für Gestaltungsoptionen stark gemacht, um in den Gemeinden etwas bewegen zu können.

Am Ende der Feier bedankte sich Brinkmann-Weiß bei allen Gastrednern, aber auch ihren langjährigen Wegbegleitern. „Ich bin unglaublich gerne Dekanin gewesen. Der heutige Abschied fällt mir nicht leicht. Aber ich freue mich, zumindest einige von Ihnen auch in meiner neuen Funktion wieder zu treffen.“

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