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Unmittelbar an Bahnsteig 1 des Nordbahnhofs befinden sich, von einem Jägerzaun umfasst, die Hochbeete und der Hühnerstall des Urban-Gardening-Projekts der Hilfsorganisation StrassenEngel.

Gemüsebeet und Hühnerstall an Gleis 1

Gemüsegarten am Bahnsteig: Urban-Gardening-Projekt der StrassenEngel am Nordbahnhof fast vollendet

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Feldsalat, Tomaten, Kräuter, Erdbeeren und Kartoffeln – all das wächst jetzt kultiviert auf großen Hochbeeten neben den Gleisen des Nordbahnhofs. Nach mehrmonatigen Arbeiten ist damit das Urban-Gardening-Projekt der Hilfsorganisation StrassenEngel fast abgeschlossen.

Inklusive des Baus eines Hühnerstalls, in dem fünf Junghennen fleißig Eier für die Essensangebote der Organisation legen. Der gemeinnützige Verein, der im Gebäude des Nordbahnhofs Hilfsangebote für Obdachlose und von Altersarmut bedrohten Menschen anbietet, hat das Projekt in den vergangenen Monaten mit tatkräftigen Helfern umsetzen können.

200 Quadratmeter Garten mit Obst und Gemüse

Unmittelbar neben dem Bahnsteig wurde eine rund 200 Quadratmeter große Fläche, die zuvor brach lag, zu einem Gemüse- und Obstgarten umgestaltet. Die Einzäunung dient dem Schutz der fünf Hühner, damit sie beim Freigang aus dem Stall nicht ausbüxen können. „Bei unseren Gästen kommt das Angebot gut an. Fast jeder bringt sich bei der Beetpflege mit ein und mancher hat jetzt eine echte Aufgabe gefunden“, freut sich Sabine Assmann, die Vorsitzende des Vereins.

Die Idee für das Gartenprojekt hatte der Gefäßchirurg Dr. Detlev Debertshäuser, der die StrassenEngel nach seinem Eintritt in den Ruhestand im kommenden Jahr auch bei den Ambulanzdiensten unterstützen will. Die Vorbereitungen zur Umgestaltung des in den letzten Jahren immer wieder vermüllten Grundstücks waren nicht unerheblich.

Umgestaltung des Grundstücks war ein Mammutprojekt

Nachdem die Eigentümerin Deutsche Bahn grünes Licht gegeben hatte, wurden 23 Tonnen Schotter und 18 Tonnen Muttererde verarbeitet. Ebenfalls gespendete Paletten wurden zu fünf großvolumigen Hochbeeten zusammenmontiert und gestrichen. Zum Abschluss entstand dann noch ein Stall, für den der Schönecker Landwirt Daniel Kropp fünf geimpfte Junghühner beisteuerte.

Mardergesicherter Stall mit möglichem Freilauf im Garten: StrassenEngel-Vorsitzende Sabine Assmann hat ihre fünf Hühner schon ins Herz geschlossen.

Mitgeholfen bei der Grundstücks-Umgestaltung haben neben den ehrenamtlichen Helfern vor allem „die Kunden“ der StrassenEngel, freut sich Sabine Assmann. Um zum Verweilen im und am neuen Garten einzuladen, wünscht sie sich noch weitere Sitzmöglichkeiten, die ganz im Stil der Anlage aus Paletten gebaut werden sollen. Zu diesem Zweck sucht sie noch Spender von einigen Euro-Paletten: „Dann wäre der neue Garten perfekt“, hofft sie auf weitere Unterstützung.

Weniger Publikumsverkehr wegen Corona

In Zeiten von Corona erfolgen zurzeit die Beetpflege und Bewässerung unter Einhaltung der Abstandsregeln. Der Publikumsverkehr hat sich insgesamt etwas abgeschwächt, aber im Haus selbst werden weiterhin täglich 20 bis 30 Essen ausgegeben – in eigens angeschafften Plastikboxen. Ältere Bedürftige, die vor Corona persönlich vorbeikamen, werden nun beliefert.

Zubereitet werden die Essen vom freiberuflichen Koch Claus Viering, der im Nordbahnhof ehrenamtlich an sechs Tagen in der Woche hinter dem Herd steht. Von den ursprünglich zehn bis zwölf weiteren ehrenamtlichen Helfern der StrassenEngel sind aktuell nur drei bis vier im Einsatz.

Weniger Helfer in der Corona-Zeit

Seit den Corona-Schutzmaßnahmen bleiben viele ältere Helfer zu Hause. Zwar gibt es noch drei von der Arbeitsagentur mitfinanzierte Teilzeitkräfte, doch der verbliebene Personalstand „geht aufgrund der nahezu unveränderten Aufgaben gerade ganz schön auf dem Zahnfleisch“, so die Vereinsvorsitzende Sabine Assmann.

Wegen der Corona-Schutzmaßnahmen ist die Einrichtung zurzeit nur eingeschränkt montags bis freitags von 10 bis 14 Uhr geöffnet, samstags von 11 bis 14 Uhr Für ein weiteres Projekt der StrassenEngel, der Einrichtung eines Mehrgenerationenhauses mit kleinen Wohnungen, geht unterdessen die Arbeit im Hintergrund weiter.

Während die Zwiebeln im Beet links schon gedeihen, lassen die Kartoffeln noch auf sich warten.

Der Verein sucht dazu noch immer eine passende Immobilie. Erste Gespräche dazu gab es kürzlich mit der Frankfurter Wohnungsgesellschaft GWH, die in Hanau mehrere Objekte besitzt. Idee ist, dass Frauen mit Kindern zusammen mit alleinstehenden Senioren unter einem Dach leben, um sich gegenseitig zu unterstützen.

So kann man die StrassenEngel unterstützen

Wer die StrassenEngel unterstützen möchte, kann dies über folgendes Spendenkonto tun: Strassenengel e.V., Sparkasse Hanau, IBAN: DE 10 5065 0023 0020 1185 50. Für das Projekt Mehrgenerationenhaus gibt es ein eigenes Spendenkonto: Sparkasse Hanau, IBAN: DE 07 5065 0023 0020 1195 74. Weitere Infos gibt es auf der Homepage.

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