Rocky Musleh  und Arzt Jaschar Kermany machen ein Corona-Testzentrum in Hanau auf.
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Das Testzentrum kommt zu den Firmen: Mit mobilen Teams wollen Rocky Musleh (rechts) und Arzt Jaschar Kermany auch in Unternehmen in Hanau und Umgebung testen.

„Die Organisation ist entscheidend“

„Rocky“ Musleh sattelt um: Gastronom betreibt jetzt Corona-Testzentrum - So läuft der Test

  • Lukas Reus
    vonLukas Reus
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Eigentlich ist Khosrau „Rocky“ Musleh für Gastronomieprojekte und Events bekannt. In der Corona-Pandemie machen der Hanauer und der befreundete Arzt Jaschar Kermany ein Schnelltestzentrum auf. Das Angebot soll ausgebaut werden.

Hanau – Die Eltern, Großeltern oder Freunde zu besuchen, ist in diesen Zeiten keine Selbstverständlichkeit mehr. Um die Personen in ihrem nahen Umfeld nicht unwissentlich mit dem Coronavirus zu infizieren, greifen viele Menschen auf die Möglichkeit eines Antigen-Schnelltests zurück. In der Sternstraße 17 betreibt Unternehmer Khosrau „Rocky“ Musleh seit dem 7. Dezember mit dem befreundeten Arzt Jaschar Kermany ein Corona-Schnelltestzentrum. Die beiden wollen ihr Angebot noch weiter ausbauen.

Corona-Tests: Ganz neue Aufgabe für Hanauer Unternehmer Khosrau Musleh

Bekannt ist „Rocky“ Musleh in Hanau vor allem wegen seiner vielen Gastronomie- und Eventprojekte. Er betreibt zur Zeit die Eventlocation am Birkensee, den Mainladen in Großauheim und ist Veranstalter des Techno-Festivals Homerun in Gelnhausen. Doch überall steht es Pandemie-bedingt still. Jetzt das Corona-Testzentrum zu eröffnen, sei für den 34-Jährigen keine ganz neue Aufgabe gewesen, denn er habe viel von seiner Erfahrung im Eventbereich und von seinem Team profitiert. „Schon im Frühjahr des vergangenen Jahres haben wir die Logistik für Masken oder Desinfektionsmittel organisiert und beispielsweise Apotheken beliefert“, sagt Musleh. So habe er auch schon die benötigten Antigen-Schnelltests im Juni beschaffen können, die dann im November schließlich zugelassen wurden. „Durch die Erfahrung im Ticketbereich konnten wir das IT-System entsprechend schnell anpassen, und das ist bei so einem Testzentrum die halbe Miete.“ Die Räumlichkeiten in der Sternstraße mietete er an, aufgrund der Größe und des angrenzenden Parkhauses seien diese optimal gewesen. Die Stellwände und den Empfang errichtete sein Team in nur zwei Tagen.

Corona-Testzentrum in Hanau: So läuft der Test beim Gastronomie- und Event-Unternehmer ab

Und so läuft ein Test ab: Wer einen Corona-Schnelltest (39 Euro) in der Sternstraße erledigen will, meldet sich dafür auf der Internetseite zu einem Termin an. Danach bekommt man einen Code zugesendet. Beim Termin muss man diesen dann nur noch vorzeigen, in eine Kabine gehen, den Test machen und anschließend bekommt man nach gut 15 Minuten sein Ergebnis per E-Mail zugesandt. Der Termin selbst dauere nur wenige Minuten. Ebenfalls wird ein PCR-Test (79 Euro) angeboten. Die Laborauswertung dauert dabei allerdings ein bis zwei Tage.

Hanau: Menschenansammlungen im Corona-Testzentrum sollen verhindert werden

„Die Organisation ist entscheidend, damit sich keine Menschenschlangen bilden und alles möglichst sicher ist“, sagt der Arzt Jaschar Kermany, der die medizinische Leitung des Testzentrums innehat. Beim benötigten Personal hat Musleh ebenfalls auf seinen Stamm von 400 Mitarbeitern bei Großveranstaltungen zurückgreifen können. Mit allen, die eine medizinische Ausbildung haben, hatte er Kontakt aufgenommen. Zusätzlich bietet der Arzt Kermany noch Schulungen für das Personal an, damit die Tests auch korrekt gemacht werden, wie dieser berichtet.

„Hauptinfektionsorte sind aktuell das Private und der Beruf, deshalb ist es wichtig, viele Menschen zu testen“, sagt Kermany. Das sei auch gelungen: Laut Musleh sind in dem Testzentrum bisher über zehntausend Menschen getestet worden. An den Weihnachtsfeiertagen waren es bis zu 800 Personen täglich. Gut 10 Prozent der Schnelltests seien positiv ausgefallen. Die maximale Kapazität des Schnelltestzentrums könne noch bis auf 20 000 Testungen pro Woche ausgebaut werden.

Hanau: Unternehmer Musleh bietet auch mobile Corona-Tests an

Um auch Menschen in beruflichen Umfeld zu erreichen, hat Musleh mobile Testteams auf die Beine gestellt, die zu Firmen vor Ort fahren. Dafür gibt es mobile Scanner und Barcode-Geräte, damit die Mitarbeiter eindeutig zugeordnet werden können. „Wir lassen dazu vom entsprechenden Arbeitgeber eine Liste nach unseren Vorgaben erstellen, die anschließend in das System eingespeist wird“, sagt Kermany, „so kann man ein ganzes Unternehmen durchtesten, ohne das der Betrieb eingestellt wird.“ Viele Anfragen gebe es bereits.

An weiteren Konzepten für die Zukunft arbeitet das Team um Musleh und Kermany auch: „Wir wollen kleinere Massentests anbieten, um beispielsweise Ortschaften mit zwei- bis dreitausend Einwohnern an einem Wochenende durchtesten zu können“, sagt der 40-jährige Kermany. Diese Tests seien laut Kermany entscheidend im Kampf gegen Corona, denn „nur so können wir die Infektionsketten durchbrechen.“ (Lukas Reus)

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