Dr. Jürgen Heraeus holte im Handelsblatt zum Rundumschlag aus. Foto: PM

Frankfurt/Hanau

Unternehmer Dr. Jürgen Heraeus kritisiert den Zustand des Landes

Frankfurt/Hanau. Er gibt selten Interviews, aber wenn er sich dazu entschließt, dann freuen sich in der Regel seine Gesprächspartner, denn der mittlerweile 83-Jährige pflegt Klartext zu sprechen und mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg zu halten.

Schon in der Vergangenheit hat der Familienunternehmer auch in unserer Zeitung immer wieder mit klaren Worten Stellung zu aktuellen Entwicklungen bezogen. In der gestrigen Ausgabe des „Handelsblatt“ war es wieder einmal so weit: Dr. Jürgen Heraeus, Mitgesellschafter und Aufsichtsratschef des gleichnamigen Hanauer Familienunternehmens, rechnet dort in einem Rundumschlag mit „der Halbherzigkeit der Politik“ ab: „Es herrscht eine große Apathie. Nichts geht voran – außer der Bürokratie“, sagte er zum Zustand des Landes.

Gegenüber den Redakteuren Peter Brors und Thomas Tuna äußerte sich Dr. Jürgen Heraeus zur Bundespolitik, zur Wirtschaftslage und vielen weiteren Themenfeldern. Das „Handelsblatt“ selbst wertete das Interview als Abrechnung „eines der mächtigsten Familienunternehmer des Landes“ mit Kanzlerin und Bundespolitik, Europas Problemen und dem Feindbild China, Klimaprotesten und Work-Life-Balance.

Ihn störe die „Halbherzigkeit der Politik“

Zum Zustand des Landes sagte Dr. Jürgen Heraeus: „Es ist verkommen zu einer Republik von Planfeststellungsverfahren, in dem jede abwegige Meinung und jedes Partikular-interesse berücksichtigt werden muss“. Aus einer Sicht „bewegt die Kanzlerin Frau Merkel nichts mehr in Deutschland.“ Seine Sorge gilt den Folgen für die Wirtschaft. Der Autoindustrie beispielsweise drohe ein Niedergang.

Ihn störe die „Halbherzigkeit der Politik“. „Die Kohlendioxid-Emissionen müssten schrittweise so teuer werden, dass sie uns zu Innovationen geradezu zwingen“, meinte der 83-Jährige. Der Aktivistin Greta Thunberg hält er zwar zugute, viele Konzernchefs und Politiker „mal richtig herausgefordert zu haben mit einem eminent wichtigen Thema, das uns alle viel früher hätte umtreiben rg müssen. Das war's dann aber auch. Auch bei ihr erlebe ich schon sehr viel Fanatismus.“ Das Interview ist in der Mittwochausgabe des „Handelsblatt“ erschienen und kann auch online abgerufen werden. ›› handelsblatt.com

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