Hoffen, dass Chubby wieder auftaucht: Maritta und Thomas Hirschhäuser, die den Gnadengarten „Hoppels und Wuzze“ seit 2006 betreiben.
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Hoffen, dass Chubby wieder auftaucht: Maritta und Thomas Hirschhäuser, die den Gnadengarten „Hoppels und Wuzze“ seit 2006 betreiben.

Chubby ist weg

Unbekannte brechen in Gnadengarten ein und stehlen Riesenkaninchen

  • Yvonne Backhaus-Arnold
    VonYvonne Backhaus-Arnold
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Silvestermorgen. 9 Uhr. Als Thomas Hirschhäuser den Gnadengarten „Hoppels und Wuzze“ in Kesselstadt betritt, traut er seinen Augen nicht. Der mit einem Schloss gesicherte Kaninchenstall ist aufgebrochen worden. Ein einziges Tier fehlt: Chubby, das braune Riesenkaninchen.

Hanau – Hirschhäuser, der den Gnadengarten seit 2006 zusammen mit seiner Frau Maritta betreibt, geht von einer gezielten Aktion aus. „Das kann nicht anders sein“, sagt er am Donnerstagnachmittag im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Einbrecher haben alle anderen Ställe und Räume unberührt gelassen. Auch die Kameras haben sie umgangen, müssen übers Nachbargrundstück aufs Gelände gekommen sein.

Die Hirschhäusers vermuten, dass Insider das Riesenkaninchen gestohlen haben, „vielleicht jemand, der das Tier für sein Kind holen wollte“. Der Abtransport dürfte schwierig gewesen sein. Neun Kilogramm wiegt Chubby. „Er ist richtig groß“, erzählt die Hanauerin und breitet, um es zu zeigen, ihre Arme aus.

Das Riesenkaninchen Chubby ist gestohlen worden.

Unter Freunden, Bekannten und den rund 50 Tierpaten, die die Arbeit des Gnadengartens mit einer monatlichen Spende unterstützen, hat sich das Verschwinden wie ein Lauffeuer verbreitet. Von Chubby fehlt jedoch auch fast eine Woche später jede Spur. „Vielleicht ist jemandem ja etwas aufgefallen und wir erreichen die- oder denjenigen über die Zeitung“, sagt Maritta Hirschhäuser, die sich in der Redaktion gemeldet hatte.

„Bei uns wurde eingebrochen“, steht auf einem orangenen Schild am Eingangstor. Daneben ein Bild des Kaninchens, das seit zwei Jahren im Gnadenhof zuhause war. „Wir haben ihn damals vor der Schlachtung gerettet“, erzählt Thomas Hirschhäuser. „Er war unser letzter Großer.“ 200 Euro haben die Besitzer für Hinweise ausgelobt. Gerade läuft ein Mann vorbei, der spontan 20 weitere Euro dazugibt.

Bei „Hoppels und Wuzze“ leben Mini-Schweine, Schafe, ein Schwan, Kaninchen, Meerschweinchen, Wildgänse, Enten, Hennen und Hähne. Manche sind krank, manche verunfallt (und von der Feuerwehr gebracht) oder einfach nur alt. Übers Tierheim sind sie nicht mehr zu vermitteln, verbringen auf dem Gelände an den Kaiserteichen ihre letzten Monate oder Jahre. Eingebrochen wurde im Gnadengarten früher alle paar Wochen, Tiere und Geräte gestohlen, bis die Besitzer ihn vor fünf Jahren für die Öffentlichkeit geschlossen haben. Das Tor ist zu. Wer die Tiere besuchen will, muss jetzt klingeln. „Die Einbrüche sind dadurch weniger geworden“, so Thomas Hirschhäuser. Trotzdem bangen sie jedes Jahr aufs Neue, wenn Ostern kommt oder die Gänsezeit beginnt.

„Wir wollen Chubby gern zurückhaben“, sagt Maritta Hirschhäuser, „er hat einfach zum Gnadengarten gehört.“

Hinweise an

Wer Angaben machen kann, meldet sich bei Thomas und Maritta Hirschhäuser unter 0177 6139300. Für Hinweise zum Verbleib des Riesenkaninchens gibt es 220 Euro Belohnung.

Von Yvonne Backhaus-Arnold

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