Dick eingepackt trotzt das Team von Feinkost Bozkurt der winterlichen Kälte. Foto: Nicolas Obst

Hanau

So trotzen die Marktbeschicker auf dem Wochenmarkt der Kälte

Hanau. An derart frostigen Tagen wie diesen bevorzugen es die meisten Menschen, lieber nicht nach draußen zu gehen. Wenn sich das Thermometer stetig im Minusbereich hält, ist ein warmer Ort der bevorzugte Aufenthaltsort.

von Nicolas ObstDoch die Verkäufer auf dem Hanauer Wochenmarkt müssen dem kalten Wetter Woche für Woche trotzen. Wir haben uns bei den Beschickern auf dem Marktplatz umgehört und einige Tipps bekommen, wie man sich gegen die Kälte schützen kann.

Ablenkung kann helfen

„Warme Gedanken, nette Gespräche und unser Campingheizstrahler für die Hände,“ lautet Petra Brauns Rezept gegen die kalten Januartage. Zusammen mit ihrer Schwester Karin Schmidt verkauft sie seit 6 Uhr Handkäse, Eier und Brot. Dick angezogen hat sie sich natürlich auch. Außerdem liegt ein alter Teppich im Verkaufsbereich: „Um den kalten Steinen entgegenzuwirken,“ beschreibt sie ihre Maßnahme. Anhaltend kalte Temperaturen sind für Braun denkbar schlecht: Sie könnten ihren Produkten, besonders den Eiern, schaden. „Wenn es zu kalt ist, dann platzen die Eier von innen,“ erklärt die Händlerin.

Frau Michel setzt an ihrem Gemüsestand auf eine große Plane, die außerhalb des Standes hochgezogen wurde. Dadurch bleibt die Wärme drinnen. Das ziehe auch die Kunden an. Michel erinnert sich an Markttage mit bis zu minus 15 Grad. Dagegen sei der heutige Tag angenehm, schmunzelt sie. Seit drei Uhr morgens ist sie beim Aufbau des Verkaufsstands dabei, neben der Plane hilft auch eine Heizung und ihre dicke Kleidung.

Die meisten Stände setzen auf kleine Heizungen in ihren Wägen und Ständen. Rentnerin Irene König genießt sogar den Luxus einer Fußbodenheizung in ihrem Wagen „Bozkurt“. Sie arbeitet als Verkäuferin und erinnert sich noch an kältere Verkaufstage: „Am kältesten Markttag, den ich je erlebt habe, waren minus 17 Grad“, erzählt sie. Damals habe man sogar die Verkaufstheke heizen müssen, damit das Essen nicht einfriert. Ihr persönlicher Trick ist das Zwiebelprinzip. Kleidung über Kleidung über Kleidung.

Die Kundschaft schrumpft

Auch Frau Spilker ist warm angezogen. Sie verkauft Fleischwaren und stellt dabei besonders in den kalten Tagen einen Trend fest: „Natürlich kommen deutlich weniger Menschen auf den Markt, besonders die ältere Kundschaft bleibt zu Hause.“ Sie ist bereits seit vielen Jahren auf den Märkten der Region unterwegs. Ihre Erinnerung an den kältesten Tag auf dem Markt übertrifft dann aber doch die aller Befragter: „2007 hatten wir einmal minus 22 Grad.“

Verkäuferin Nicole aus Frankfurt hat ihren persönlichen Kälterekord am Vortag in Offenbach aufgestellt. „Bei minus elf Grad hilft nur viel heißer Tee und warme Gedanken“, sagt die Gemüsehändlerin. Die Verkäufer sind sich untereinander einig: die Kälte ist zwar nicht sehr angenehm, aber man kommt damit zurecht. Der Markt sei auch schon wieder besser besucht als in den Wochen zuvor, und die Kälteperiode werde auch nicht ewig anhalten.

Am Honigstand von Frau Ullmann und Frau Döring beschwert man sich erst gar nicht über die Temperaturen. Mit Suppe und viel Kleidung trotzt man hier dem Wind und der Kälte. Sowieso sind die beiden hart im Nehmen, an den kältesten Tag erinnern sie sich nur, weil sie damals für die vorherrschenden minus 17 Grad eine Mütze kauften. Angesprochen auf das persönliche Wunschwetter lautet die Devise bei allen Marktbeschickern: „Hauptsache trocken. Und auf jeden Fall wärmer als jetzt und sehr gerne mit Sonne“, sind sich die Verkäufer auf dem Wochenmarkt einig.

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