In Steinheim sind Kitaplätze begrenzt. Symbolfoto: pixabay

Steinheim

Trotz fehlende Betreuungsplätze kaum Resonanz auf Kita-Treffen

Steinheim. Mit einem deutlichen Hinweis auf die angespannte Situation in Bezug auf fehlende Kita-Plätze in Steinheim hatte eine Initiative Vertreter von Vereinen und Institutionen zu einem Treffen eingeladen, in dessen Verlauf Lösungen gefunden werden sollten.

Von David Scheck

Doch die Resonanz blieb überschaubar, wie Pfarrerin Heike Zick-Kuchinke auf Nachfrage unserer Zeitung verriet. Dennoch will sie in der Sache weiter am Ball bleiben.

Die Zahlen klingen ernüchternd: Lediglich rund 15 Teilnehmer hatten sich zu dem Treffen am vergangenen Dienstag im Steinheimer Familien- und Generationenzentrum eingefunden. Von 60 kontaktierten Vereinen hätten sich nur 15 zurückgemeldet, so Pfarrerin Zick-Kuchinke. Das Familien- und Generationenzentrum der Evangelischen Kirchengemeinde Steinheim hatte in einer Initiative gemeinsam mit der AG Kita und Familie der Katholischen Kirchengemeinde St. Johann Baptist öffentlich auf den Betreuungsplatzmangel im Stadtteil aufmerksam gemacht.

Wie viele Plätze konkret fehlen, lässt sich nie genau sagen, da viele Eltern ihr Kind doppelt oder sogar mehrfach anmelden, um größere Chancen auf einen Platz zu haben. Zudem gibt es auch im laufenden Jahr durch Zu- beziehungsweise Wegzüge immer wieder neue An- und Abmeldungen. Mit dem Kita-Portal im Internet, das Anfang Dezember an den Start geht, will die Stadt Hanau sich und Eltern einen besseren Überblick geben.

Engpässe bei Betreuungsplätzen

Allerdings verweist die Stadt auf Engpässe, die es bei Betreuungsplätzen gebe, unter anderem auch in Steinheim.Einen Hinweis auf die Dringlichkeit gäben beispielsweise die Absagenlisten, sagt die Initiative. Bei den freien Trägern seien diese in Steinheim im Krippen- und im Kita-Bereich zehnstellig. Auch Spielgruppen seien laut den Rückmeldungen vieler Eltern voll und hätten Wartelisten.

Aber warum war die Resonanz auf das Treffen dann so gering? „Einigen ist die Situation noch nicht klar“, vermutet Zick-Kuchinke als einen Grund.

Während der Stadt als öffentlicher Träger vor allem Erzieher fehlen, sei das Problem bei privaten Initiativen die Finanzierung, hat die Pfarrerin ausgemacht. So gebe es zum Beispiel für privat von Eltern organisierte Betreuungsgruppen durchaus Räume, „aber die müssen gereinigt werden, außerdem muss es einen Schließungsdienst geben“, macht Zick-Kuchinke die dadurch entstehenden Kosten deutlich. Allerdings sei auch fehlendes Personal ein Problem: Das Treffen hätte gezeigt, dass einige Musik- und Sportvereine noch weitere Gruppen aufmachen könnten, es allerdings an nötigen Betreuern fehle.

Schuld nicht nur bei Stadt

Für die prekäre Situation wolle sie nicht einfach nur der Stadt die Schuld zuschieben, sagt die evangelische Theologin. Allerdings richtet sie auch kritische Töne in Richtung Rathaus. So käme von dort auf Kritik oder auf Anregungen manchmal schlicht keine Reaktion. „Wir haben zum Beispiel gesagt, dass die Stadt auf dem Gelände der Kirche noch einen Bauwagen aufstellen könnte.“ Seit etlichen Monaten laufe man der Verwaltung in der Sache nun hinterher, verdeutlicht Zick-Kuchinke.

Bei der Versorgung mit Kita-Plätzen sei wichtig, dass ein Kind nicht einfach irgendwo einen Betreuungsplatz bekomme und quer durch die Stadt geschickt werde: „Sonst werden die Kinder nicht dort verwurzelt, wo sie wohnen.“

Die Pfarrerin will das Treffen in dieser Woche trotz des geringen Echos als ersten Schritt in die richtige Richtung verstanden wissen, sagt sie im Gespräch, und dort gesammelte Ideen weiterverfolgen, wie etwa die eines Internetportals, auf dem Vereine ihre Angebote übersichtlich präsentieren können. Daher wolle die Initiative auch weiter auf die Vereine zugehen. „Man kann nicht einfach sagen: Es ist, wie es ist. Jetzt geht es um kreative Lösungen“, macht Zick-Kuchinke klar.

Übersicht im Internet: Die Stadt Hanau startet am 6. Dezember ihr neues Kita-Portal, über das Eltern ihr Kind für einen Kita-Platz anmelden müssen. Ein ähnliches Modul könnte sich die Initiative der evangelischen und katholischen Kirchengemeinde Steinheim für eine Übersicht über die Angebote der Vereine vorstellen. Screenshot: PM

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