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"Tischlein deck dich": "Schahkar" im Test

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Das „Schahkar“ in der Hanauer Innenstadt verbreitet bereits von außen ein gewisses orientalisches Flair. Foto: HA
Das „Schahkar“ in der Hanauer Innenstadt verbreitet bereits von außen ein gewisses orientalisches Flair. Foto: HA

Hanau. Das "Schahkar" in Hanau lockt unter anderem mit iranischen Fleischspieße vom Grill. Doch wie schmeckt es dort? Wir haben es getestet.

In einer recht unscheinbaren Seitenstraße der Hanauer Innenstadt liegt das „Schahkar“, ein Restaurant, das sich der persisch-orientalischen Küche verschrieben hat. Dort bin ich mit einem Freund, der genauso experimentierfreudig ist wie ich, zum Mittagessen verabredet.Wir nehmen in den im Gelbton gehaltenen Räumlichkeiten, in denen die Tische teilweise von kleinen Arkarden umrahmt werden, Platz und studieren die Speisekarte. Diese lockt vor allem mit verschiedenen Kabab-Gerichten. So werden die typisch iranischen Fleischspieße vom Grill genannt.Lammfleisch im MittelpunktDabei steht das Lammfleisch, das etwa als Rückenfilet oder Hackfleisch serviert wird, im Mittelpunkt. Es gibt auch Variationen mit Hühnchenbrust- und Lachsfilet. Daneben finden sich Schmorgerichte, sogenannte Khoreshtspeisen, mit verschiedenen Fleischarten, Reis und Limetten. Für Vegetarier hat die Karte mit einem Kräutereintopf sowie exotischen Champions- und Auberginengerichten einiges zu bieten.Kaum haben wir von der Speisekarte aufgeblickt, bringt uns die sehr freundliche Bedienung einen Gruß aus der Küche: Einen kleinen Salat aus Minze und Petersilie mit Zitronensaft, dazu scharfe Peperoni, Ziegenkäse und reichlich dünnes Fladenbrot. Wir sind begeistert. Da hierbei mit der Hand gegessen wird, wasche ich sie mir noch schnell im sehr hellen und freundlichen Sanitärbereich.Orientalische Musik ist aufdringlichWas uns am Ambiente weniger gefällt, ist die etwas aufdringliche, moderne orientalische Musik, die später immerhin von deutlich angenehmeren Klavierklängen abgelöst wird. Dann werden auch schon die Vorspeisen serviert. Für meinen Kollegen gibt es mit Reis gefüllte Weinblätter (fünf Euro) – diese sind noch etwas warm und schmecken vorzüglich.Ich hingegen möchte etwas Unbekannteres ausprobieren und nehme „Kaschko-Bademdjan“: Gehackte und gebratene Auberginen mit Kaschk (getrocknete Joghurtmasse), Pfefferminz, Knoblauch und persischen Gewürzen (sieben Euro). Diese breiartige, leicht dunkle Masse ist etwas süßlich und mundet sehr. Beide Gerichte sind zudem ansehnlich mit verschiedenen Kräutern garniert."Bakhtiari"-Spieß als HauptgerichtAls Hauptgang bestellte ich das „Bakhtiari“-Spieß (18 Euro). Hierbei handelt es sich um mariniertes Lamm- und Hühnchenfilet. Dieses wurde bereits vom Spieß entfernt und liegt somit lose neben einem kleinen Salat und einer Portion Safran-Reis auf einem großen Teller. Das Lammfleisch ist saftig, sehr zart und recht dezent im Geschmack. Es überzeugt selbst mich, die eigentlich kein großer Anhänger dieser Fleischsorte ist.Auch die marinierten und gegrillten Gambas (22 Euro), für die sich meine Begleitung entschieden hat, waren ein wahrer Gaumenschmaus. Den jeweils gereichte Safran-Reis mit seinen teilweise gelben Körnern vermengen wir auf Empfehlung der Kellnerin mit der Butter und den gegrillten Tomaten. Den Safran schmecken wir allerdings nicht besonders heraus.Beilagen kosten extraFür mehr Punktabzug sorgt allerdings, dass die Bedienung uns die Beilagen – Oliven mit Granatapfel, Knoblauch und Walnuss (sechs Euro) sowie Joghurt mit Bärlauch (vier Euro) – zwar empfiehlt, aber nicht eindeutig als Extraleistung verkaufte. Dadurch wurde der falsche Eindruck erweckt, als seien diese Beilagen im Preis inbegriffen. Immerhin durfte ich die eingelegten Oliven vorher probieren.Nun lassen wir es uns nicht nehmen, auch den Nachtisch zu testen. So nehme ich Datteln mit Sesamsauce, Wallnusskernen und Sahne (sechs Euro) – ein Gedicht. Das persische Nudeleis mit Zitronensaft und Rosenwasser (fünf Euro) ist allerdings etwas gewöhnungsbedürftig, was aber an unseren subjektiven Geschmacksnerven liegen mag. Zum Schluss gibt es einen schwarzen, persischen Tee aufs Haus.Guter EindruckFür uns hat sich das Wagnis, mal etwas anderes auszuprobieren, sehr gelohnt. Schließlich haben die Gerichte durchweg gemundet. Somit konnten wir einen guten Eindruck von den persisch-orientalischen Kochkünsten gewinnen.

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