Mediterranes Ambiente herrscht schon vor der Tür des „Ristorante Golfo Mediterraneo da Enzo“. Foto: HA

Hanau

"Tischlein, deck dich": im Ristorante Golfo Mediterraneo da Enzo

Hanau. Ein vornehm italienisches Mittagsmenü erwartet die Gäste im Ristorante Golfo Mediterraneo da Enzo. Wir haben dem Restaurant einmal etwas auf den Zahn gefühlt

Heute wollen wir die amerikanische Tradition der Lunch-Verabredung pflegen. Meine Kollegin und ich treffen uns beim Italiener. „Ristorante Golfo Mediterraneo da Enzo“ lautet der wohlklingende Name der Gaststätte, die sich an der Willy-Brandt-Straße 24 befindet. Einen Parkplatz gibt es direkt vor dem Haus.

Vor dem Eingang empfangen uns zwei große barbusige Steinskulpturen, die bei Dunkelheit Licht spenden. Der mediterran gestaltete Vorgarten sieht selbst im Herbst einladend aus.

Drinnen werden wir von freundlichen Kellnern begrüßt, die uns die Jacken abnehmen. Wir nehmen im Wintergarten Platz mit Blick auf Terrasse und Teich. Die Tische sind mit weißen Tischdecken eingedeckt, die Speisekarte wird umgehend gereicht, und während wir die dort offerierten Leckereien studieren, fällt unser Blick immer wieder auf die drolligen Enten, die sich draußen im Teich tummeln.

Die Qual der Wahl

Wir bestellen eine große Flasche Wasser – “frizzante“ – für 6,50 Euro. Dazu genießen wir Ciabatta mit Kräuterbutter.

Ein Blick in die Speisekarte lässt uns das Wasser im Mund zusammen laufen. Sofort springt uns der Business-Lunch ins Auge, der uns auch preislich sehr fair erscheint: Zwei Gänge werden für 16 Euro angeboten, drei Gänge kosten 19 Euro. Der erste Gang – „il primo“ – offeriert Feldsalat mit Speck und gehobeltem Parmigiano. Alternativ steht eine Tomatencreme mit Croûtons zur Auswahl. Wir nehmen beides – und sind begeistert. Der Feldsalat ist mit einer angenehm unaufdringlichen Essig-Öl-Vinaigrette angemacht, mit reichlich knusprig gebratenem Speck sowie Parmigiano-Spänen bestreut. Ein gelungener Einstieg.Die Suppe ist ein Genuss, schön tomatig und trotzdem cremig – gespickt mit winzigen angeschwitzten Zwiebeln und serviert mit einigen wenigen selbst gemachten Croûtons. Lecker.

Weiter geht es mit dem zweiten Gang – „il secondo“. Hier hält die Küche zum einen ein Iberico-Nackenstück bereit. Das ist geschmacklich top, ab der Hälfte aber sehr fettig und knorpelig. Ein Drittel des Nackensteaks lassen wir zurückgehen. Die Kartoffeln sind ein wenig angebraten und in Scheiben serviert – pfiffig. Auch beim Brokkoli gibt's nichts zu meckern.

Ein Sorbet zum Abschluss

Die andere Hauptspeise besteht aus Victoriabarschfilet, Salzkartoffeln und Spinat. Hierfür können wir rundum Lob aussprechen. Der Fisch ist zart, grätenfrei und schön saftig, also genau in der richtigen Zeitdosierung gebraten. Auch der frische Spinat gefällt uns.

Das „dolce“, also das Dessert, ist ein Sorbet al Limone. Das wollte meine Begleiterin eigentlich mit mir teilen, ich bekomme aber nur einen Löffel ab. Den Rest futtert sie alleine und hätte wahrscheinlich noch eines genommen, wenn unsere Mittagspause nicht längst vorbei gewesen wäre. Großes Lob hierfür.

Wir schließen unseren Lunch mit einem Espresso, zu dem Cantuccini serviert werden. Der „caffè“ schmeckt typisch italienisch. Wir sind zufrieden.

Eine angenehm überschaubare Rechnung

Auf der Rechnung, die für ein Dreigangmenü in einem gehobenen italienischen Restaurant angenehm überschaubar ausfällt, sehen wir, dass das Dessert aufs Haus gegangen ist – der Kellner hat dabei wohl unsere Kritik am Fleisch im Kopf gehabt. Das empfinden wir als sehr freundliches Entgegenkommen.

Zum Lunch werden wir sicher mal wieder kommen. Spätestens im Sommer, wenn die schöne Terrasse wieder geöffnet ist.

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