Das Gebäude ist 2013 neu gebaut, das Restaurant darin vor einigen Wochen neu eröffnet worden. In dem Ausflugslokal am Steinheimer Mainufer stehen unter anderem Hannebambel mit Rösti und diverse Flammkuchen-Varianten auf der Speisekarte. Foto: HA

Steinheim

"Tischlein, deck dich": Das Restaurant "Mainpark" in Steinheim

Steinheim. Urlaubsgefühle in der Mittagspause: Wie schmeckt das Essen im Restaurant „Mainpark“ am Steinheimer Mainufer? Wir haben es getestet.

So ein Ausflug nach Nizza – das wäre doch was. Dachten sich auch mein Begleiter und ich an einem grauen Tag im Dezember. Da unsere Mittagspause leider zu kurz ist für einen Trip ans Mittelmeer, wir aber trotzdem ein bisschen Urlaubsgefühl heraufbeschwören wollten, haben wir uns für ein anderes Nizza entschieden, nämlich das alte, neue Restaurant, das jetzt „Mainpark“ heißt und direkt am Steinheimer Mainufer liegt.

Nach einem mehrjährigen Dornröschenschlaf, Abriss 2012 und anschließendem Neubau ist es erst vor wenigen Wochen wiedereröffnet worden. Den beiden Pächterinnen Kata Garic und Martina Rivic eilt ein sehr guter Ruf voraus. Wir sind gespannt.

Es ist Mittagszeit. Direkt vor dem modernen Gebäude unmittelbar neben dem Campingplatz gibt es noch zwei freie Parkplätze. Drinnen sind bereits einige Tische belegt. Die Einrichtung ist liebevoll und modern, vor allem aber gemütlich. Die großen Fenster lassen trotz des grauen Wetters jede Menge Licht in den Gastraum – der Blick auf den Main ist ein Traum, von der Außenterrasse im Obergeschoss ohnehin. Draußen sitzen ist heute natürlich nicht möglich, da müssen wir im Sommer noch mal wiederkommen.

Handkäs und Hannebambel

Die Bedienung, es ist eine der beiden Pächterinnen, ist gleich mit der Speisekarte bei uns. Die dürfte das Herz von Fleisch-Fans höher schlagen lassen – immerhin gibt es hier jede Menge Schnitzel-Variationen.

Wir wählen als Vorspeise Hannebambel, gebackenen Handkäse auf einem Rösti mit Kräutercreme und kleiner Salatgarnitur (6,90 Euro), sowie einen kleinen Salatteller (3 Euro). Das Essen ist ruck, zuck am Tisch – wir warten keine 15 Minuten. Mein Begleiter ist begeistert von seinem Hannebambel. Mir überhaupt ein Stück abzugeben, kostet ihn – ich seh’s in seinen Augen – große Überwindung. Der Handkäs ist mild, die Panade gut ausgebacken und das selbst gemachte Rösti passt perfekt dazu. Auch der Salat hat Pfiff. Sehr schön.

Als Hauptgang wählen wir Cordon bleu vom Kalb mit Pommes zum Preis von 16,40 Euro und einen Flammkuchen mit Ziegenkäse, roten Zwiebeln, Ruccola, Rosmarin und Honig (8,50 Euro). Beide Gerichte gibt es in verschiedenen Variationen. Meine Begleitung liebäugelt kurz mit dem Cordon bleu mit Harzer Käse und Gref-Völsing-Rindswurst, entscheidet sich dann aber doch für das Original.

Flammkuchen mit Dinkelmehl

Wir plauschen und werfen einen kurzen Blick auf die Auslage mit Kuchen, da kommt auch schon unser Essen. Das Cordon bleu ist top. Die Panade dünn, gut ausgebacken und alles andere als fettig. Das Fleisch lobt mein Begleiter als „sehr saftig“ und die Menge an Käse und Schinken als „wirklich ideal“. Gewünscht hätte er sich selbst gemachte Kartoffel-Schnitze statt Standard-Pommes – aber das ist Mäkelei auf hohem Niveau.

Mein Flammkuchen ist mit Dinkelmehl (man kann hier wählen zwischen Weizen und Dinkel) zubereitet, knuspert schön und ist perfekt belegt. Einzig Rosmarin und Honig kann ich weder sehen noch erschmecken.

Als am Ende das Kartenlese-Gerät nicht so will wie die Bedienung – und die Blue-Tooth-Verbindung streikt –, müssen wir noch einmal zur Theke schlendern. Die nette Pächterin umschifft die kleine Panne mit ein paar freundlichen Worten. Da fühlt man sich als Gast doch gleich rundum wohl und gut aufgehoben.

Auf dem Weg nach draußen ist klar: Unsere Mittagspause mit Urlaubsgefühl war viel zu schnell vorbei – eindeutig!

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