Außen und innen schick: Einrichtung und Bedienung des Maschuq bekamen bei unserem Restaurant-Test Bestnoten. Foto: HA

Hanau

"Tischlein, deck dich!": Orientalische Geschmäcker im Maschuq

Hanau. An einem lauen Spätsommertag verlassen wir unsere Redaktion nach getaner Arbeit, um den Abend gemütlich bei einem ruhigen Abendessen ausklingen zu lassen. Wir haben uns für das Restaurant Maschuq entschieden, haben große Lust auf den Geschmack orientalischer Küche.

„Kein Genuss ist vorübergehend, denn der Eindruck, den er hinterlässt, ist bleibend“, ist auf der Internetseite zu lesen. Wir betreten gespannt das modern und hell, aber nicht zu aufdringlich beleuchtete Restaurant.

Beim Blick in die Speisekarte sind wir überrascht. Zwar wird auf der Internetseite europäisch-orientalische Esskultur angekündigt, doch hatten wir uns mehr Auswahlmöglichkeiten an Köstlichkeiten aus 1001 Nacht erhofft. Alles Orientalische, das angeboten wird, haben wir auch schon in mittelgroßen Dönerbuden auf den Speisekarten entdeckt: Türkische Pizza, Börek, Döner-Teller sowie Köfte-Teller. Zur Auswahl stehen außerdem italienische Pizzen, Pasta, Burger, halbe Hähnchen, Frühlingsrollen, Chicken Wings, Schnitzel, Salate oder Seelachsfilet – eine große Auswahl, aber scheinbar hat man sich hier auf nichts spezialisiert.

Mozarella-Stangen und Linsensuppe

Wir schauen uns an und fragen uns, wie das alles hier frisch zubereitet werden könnte. Die Auslage schaut mit bunten Salaten und Gemüse auf jeden Fall aus, als könnten wir uns auf ein leckeres Abendessen freuen.

Wir legen mit fünf Mozzarella-Stangen (4,50 Euro) los. Diese haben laut Karte eine Butter-Knoblauch-Panade. Aus der Tiefkühltruhe in die Mikrowelle – diesen Anschein machen sie, als sie serviert werden, und das widerlegen auch die ersten Kostproben nicht. Als Vorspeise bestellen wir auch eine Linsensuppe (vier Euro), die leider geschmacklich nicht wirklich viel mit dem in der Speisekarte angepriesenen orientalischen Vorspeisenklassiker gemein hat.

Erinnerungen an ein Convenience-Produkt

Leider können wir uns nicht des Eindrucks erwehren, dass die Basis der Suppe nicht aus den kleinen Hülsenfrüchten besteht, sondern ihren Ursprung vielmehr aus den Erzeugnissen deutscher Felder hat. Denn das, was nach 1001 Nacht schmecken soll, erinnert mehr an Convenience-Kartoffelsuppe. Schade, denn mit wenig Aufwand ließe sich sicher ein anderes Ergebnis erzielen, zumal man eine orientalische Linsensuppe auch auf den Speisekarten der meisten Dönerbuden finden kann.

Während wir uns den Abend von der enttäuschenden Vorspeise nicht verderben lassen wollen und auf unsere Hauptgerichte warten, schrecken wir hoch. Lautes Gepolter, als ob die Decke über uns gleich einstürzen könnte. Im Obergeschoss befindet sich ein Fitnessstudio, erinnern wir uns. Im Laufe des Abends scheinen sich dort immer mehr Sportbegeisterte einzufinden, denn die Einschläge kommen in immer kürzeren Abständen.

Einmal Mittelmeer und zurück

Die Wartezeit, bis zum Servieren der Hauptgerichte ist nicht allzu lange. Ein Geschwindigkeitsrekord wird aber auch nicht grade aufgestellt. So bleibt genug Zeit, über den Redaktionsalltag zu sinnieren. Der überaus freundliche und aufmerksame Kellner, vielleicht der Chef selbst, bringt uns den bestellten Mashuq-Salat (13,50 Euro) sowie den Köfte-Teller mit Salat und Pommes (10,90 Euro), zu dem er uns zusätzlich noch extra Schafskäse (1,50 Euro) empfohlen hat.

Der Salatteller, der mit Fladenbrot gereicht wird, ist frisch und solide, das Joghurt-Dressing schmackhaft und die Portion wirklich groß. Gemischter Salat, Krautsalat, Thunfisch, Feta, Oliven – also quasi einmal Mittelmeer und zurück. Als kleines Highlight verspricht die Karte zudem, dass er mit „Kalbfleischstreifen vom Slim Grill“ garniert ist. Zwar schmeckt die leicht krosse und pikant gewürzte Garnitur lecker, die vermeintliche Überraschung erinnert jedoch schlicht und ergreifend an vom Dönerspieß geschältes Fleisch.

Kein bleibender Eindruck

Die Speisekarte hatte für den Köfte-Teller hausgemachte Frikadellen versprochen, dazu eine Soße. Von den intensiven und aromatischen Geschmacksrichtungen, die wir uns erhofft hatten, kann keine Rede sein. Das Beste sind die knusprigen Pommes. Auch dieses Hauptgericht ist solide, mehr aber auch nicht.

„Kein Genuss ist vorübergehend, denn der Eindruck, den er hinterlässt, ist bleibend“, hieß es auf der Internetseite. Leider finden wir diese Weisheit bei unserem Maschuq-Besuch nicht bestätigt.

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