Das Restaurant am Obst- und Gemüsehof Wurbs bietet sowohl Plätze im lauschigen Biergarten wie auch im Gebäude. Foto: HA

Hanau

"Tischlein deck dich": Obsthof Wurbs mit eigenen Produkten

Hanau. Heute haben wir uns einmal etwas besonderes ausgesucht. Der Obsthof Wurbs versucht nämlich mit eigenen Produkten zu überzeugen. Wir haben uns einmal angeschaut, ob er das auch tut.

Die Vögel zwitschern, eine Reiterin trabt den Weg entlang, vorbei an den Plantagen des Klein-Auheimer Obsthofs Wurbs mit Johannisbeeren, Kirschen, Äpfeln und Aprikosen. An diesem, von Ausflüglern und Radfahrern gerne aufgesuchten Ort, an dem der Obsthof neben Erdbeeren und Stachelbeeren je nach Jahreszeit auch Blattsalat, Zucchini oder Mangold erntet, sitzen wir mit Blick auf die gerade mit leisem Regen berieselte Natur.

Im Café und Restaurant des Obsthofs stimmen wir uns mit einem Blick auf die Teller ‧unserer Tischnachbarn und in die Speisekarte auf die ‧Mittagsmahlzeit ein. Um uns herum herrscht reichlich ‧Betrieb. An den meisten der 14 rustikalen Holztische haben die Teilnehmer eines ‧Trösterkaffees Platz genommen, neben uns eine Rentnergruppe, die ihre knurrenden Mägen besänftigen will.

Eine große Auswahl

Das wollen auch wir in dem Lokal, das nach Auskunft einer Mitarbeiterin seit rund einem Jahr Gästen an sechs Tagen in der Woche zwischen 9 und 18, beziehungsweise 20 Uhr, Frühstück, Mittagessen und eine Jause anbietet, Kaffee und Kuchen gibt es selbstredend auch noch. Gerade hat der Erdbeerkuchen Konjunktur.

Die Idee der Inhaber des Landwirtschaftsunternehmens wird gut angenommen. Offenbar wissen die Besucher zu schätzen, dass es hier mit Blick auf den benachbarten modernen Hofladen eine große Auswahl an knackigen Salaten und diversen Gerichten gibt – von Flammkuchen und Handkäs' bis hin zum Jägerschnitzel mit üppigen Beilagen oder Backfisch (nur freitags).

Eine leckere Apfel-Erdbeer-Schorle

Der Hunger verführt uns dazu, uns als Vorspeise einen Flammkuchen mit Bärlauchpesto und getrockneten Tomaten zu bestellen (8,90 Euro). Der zählt zu den Speisen der Saison, die sich nicht das gesamte Jahr über auf der Karte finden. Klar, dass wir da nicht dran vorbeikönnen. Der Fladen wird uns stilgerecht auf einem Holzbrett gereicht. Die Optik mit grünen Pestoklecksen und dunkelroten Tomatenstückchen gefällt uns schon mal. Und der erste Bissen zeigt: Der Geschmack kann fluffig mithalten. Der Teig ist locker und knusprig, der Belag gut gewürzt. Dazu probieren wir in Ermangelung einer schwarzen Johannisbeer- oder Rhabarberschorle eine Schorle mit Apfel-Erdbeer-Saft (4,50 Euro), die erfrischend schmeckt, aber in der ungewöhnlichen Kombination nur einen von uns zweien überzeugt.

Unser Blick schweift durch die Gaststube und bleibt zunächst hängen an den netten Details wie der alten Leiter, die an der Wand aufgehängt ist oder an den frischen Blumen auf den Tischen. An den Tischen im Freien sitzen unter dem Vordach oder unter Schirmen ebenfalls Essensgäste. An warmen Sommertagen ist das sicher ein lauschiger Platz.

Grüne Soße ohne Majo

Da kommt auch schon unser Hackbraten mit Jägersoße und Bratkartoffeln (9,50 Euro), der mit einem kleinen Salat serviert wird. Der schmeckt, als sei er gerade eben vom Feld gepflückt worden und ist aus einer bunten Salatmischung zusammengestellt. Zum saftigen Hackbraten passen die knusprigen Bratkartoffeln bestens. Ich bin mehr als ‧zufrieden. Ganz billig ist das Mittagsmahl zwar nicht gerade, aber dafür kommen die Geschmacksknospen auf ihre Kosten. Ästhetisch angerichtet kommt das Schnitzel (13,80 Euro) auf den Tisch.

Zwei golden panierte, etwas dickere Fleischscheiben, die frisch aus der Pfanne kommen, sind mit einer Zitronenscheibe garniert. Daneben tummeln sich kleine Bratkartoffelscheiben auf dem Teller, bestreut mit Petersilie, verziert mit Salatblatt, Karottenscheibe und einer halben Cocktailtomate. Die dazugehörige Grüne Sauce ist in einem kleinen Einmachglas auf dem Teller drapiert. Ob es so gut schmeckt, wie es vor uns liegt? Auf jeden Fall! Zuvorderst das Schnitzel, dessen Panade eine Höchstnote verdient. Das darin eingebettete Fleisch ist ordentlich saftig, dabei angenehm zart. Auch die Bratkartoffeln verdienen großes Lob für ihre Knusprigkeit. Sehr gut gefällt auch die Grüne Soße, die ohne Majo auskommt, was wir überaus lobenswert finden.

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