Die Speisekarte des Ristorante „Zum Hopfengarten“ ist vielfältig. Wir haben uns bei unserem Besuch für indische Gerichte entschieden. Foto: HA

Hanau

"Tischlein, deck dich": Indisch-Vegan im "Zum Hopfengarten"

Der Herbst hat Einzug in die Region gehalten und nicht wenige sehnen sich nach wärmeren Temperaturen. Zumindest kulinarisch wollen wir uns in unserer Mittagspause in wärmere Gefilde begeben, wie dem Ristorante „Zum Hopfengarten“.

Im Salisweg in Kesselstadt betreibt Familie Singh schon seit 20 Jahren ein indisches Restaurant, in dem auch italienische und deutsche Gerichte angeboten werden. Beim Betreten des Ristorante „Zum Hopfengarten“ stellen wir fest, dass erstaunlich viele Tische belegt sind. Wir finden ein Plätzchen und lassen unsere Augen durch die prall gefüllte Speisekarte schweifen. Weil die Entscheidung bei der reichhaltigen Auswahl schwerfällt, bestellen wir zuerst einmal eine Flasche Wasser (0,75 Liter für 4,70 Euro) und eine Apfelschorle (0,3 Liter für 2,10 Euro).

Indisch, Salate, Pasta, Pizzen, Schnitzel, Steaks, Fisch, Hamburger – und von allem wiederum viele verschiedene Variationen. Hier sollte für jeden Geschmack etwas zu finden sein.

Vegane, indische Gerichte

Wir entscheiden uns schnell für indische Gerichte: Eine vegane Vorspeise und ein veganes Hauptgericht sind gesetzt. Die Gerichte mit Chilisoße fallen raus. Nicht, dass es am Ende zu scharf ist. Wir wollen kein Risiko eingehen. So fällt die Wahl auf Vegetarische Pakora und Mixed Subzi – in der veganen Variante.

Auch der Fleisch-Fan soll nicht zu kurz kommen. Verschiedene Hühnchen- und Lammgerichte stehen zur Auswahl. Chicken Masala und vorneweg Raita dürfen es schließlich sein. Da die freundliche Bedienung nicht so gut deutsch spricht, springt ihr der Chef zur Seite und informiert uns über die Gerichte und ihre Beilagen.

Preise wie vor 20 Jahren

Beim Warten auf das Essen bleibt ein wenig Zeit, durch die informative und liebevoll gestaltete Speisekarte zu blättern. Darin wird einiges über die Geschichte des Hopfengartens sowie die Geschichte der Speisen und Getränke, die im Hopfengarten angeboten werden, geschrieben. Auch die ausliegenden Flyer, die auf das 20-jährige Jubiläum hinweisen, machen neugierig. Geworben wird mit Preisen wie vor 20 Jahren. Die Preise sind auch in D-Mark angegeben und die Rechnung könne auch mit D-Mark bezahlt werden, heißt es.

Raita (3,80 Euro) ist ein Naturjoghurt, der mit Gurken und indischen Gewürzen verfeinert ist, und wird in einer großen Schale serviert. Dazu gibt es ein dem Pizzabrot ähnliches Fladenbrot. Kein originales Nan-Brot, wie uns der Chef freundlich erklärt. Es schmeckt, der orientalische Einfluss könnte jedoch noch etwas stärker sein und wir hätten gerne vorab gewusst, dass Knoblauch drauf ist. Der im Kirchererbsenmehl panierte und frittierte Blumenkohl und Spinat (Vegetarische Pakora, 3,80 Euro) wird mit einem Mango-Dip auf unserem Tisch abgestellt. Wir sind begeistert. Das schmeckt nach Indien.

Ein indischer Klassiker

Kaum haben wir den letzten Bissen der Vorspeise verschlungen, wird der Salat, der zu jeder Hauptspeise gereicht wird und ziemlich üppig ist, gebracht. Grüner Salat mit Karotten- und Zwiebelraspeln und etwas Krautsalat – nichts Besonderes, aber solide deutsche Küche.

Umso mehr freuen wir uns auf unsere Hauptgerichte. Beide Gerichte werden in großen, prunkvollen Kelchen serviert. Ein schöner Anblick. Toll hergerichtet und der Duft lässt das Wasser im Mund zusammenlaufen. Das Hähnchenbrustfilet des Chicken Masala (14,50 Euro) ist sehr zart und saugt die orientalisch gewürzte Soße toll auf. In die Soße lässt sich das Fladenbrot gut tunken. Wie schon bei der Vorspeise hätten wir uns über etwas mehr orientalische Würze nicht beschwert. Trotzdem fühlen wir uns weit weg von Hanau – zumindest geschmacklich gesehen.

Gemischtes Gemüse: Frisch oder TK?

Auch das gebratene Gemüse (Mixed Subzi, 12,80 Euro) schmeckt uns ausgezeichnet. In der Karte wird gebratenes Misch-Gemüse der Saison mit frischen Kräutern versprochen. Ob es Gemüse der Saison oder aus der Tiefkühltruhe ist? Wir verkneifen uns diese Frage, da es uns auch ohne die Antwort zu kennen, schmeckt.

Zufrieden bestellen wir nach dem Ausflug in den Orient die Rechnung und verlassen die wenigen Stufen der Gaststätte in den Hanauer Herbst. Mit dem Gedanken, vielleicht im Sommer mal den angrenzenden Biergarten zu testen und den Hopfengarten auf jeden Fall weiterzuempfehlen.

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