Steinheim

"Tischlein, deck dich": Himmlisches Dessert im "Treppchen"

Ein Ausflug nach Steinheim? Wie wäre das? Die Altstadt ist ein Traum, vor allem an einem Spätsommertag wie heute. In den kleinen Gassen rund um den historischen Platz des Friedens gibt es allerlei schöne Lokalitäten. Meine Begleitung und ich entscheiden uns heute fürs „Treppchen“.

In der ehemaligen Zigarettenfabrik, die Ende der 80er Jahre restauriert wurde, waren wir schon lange nicht mehr. Anfang Mai hat ein neuer Besitzer die Geschäfte in dem altehrwürdigen Lokal übernommen. Drinnen gibt es gemütliche Sitzecken und viel Holz, aber bei dem schönen Wetter sitzt hier heute keiner.Wir wählen einen Tisch im Biergarten vor der Tür. Die Sonne sorgt für eine wunderbare Atmosphäre. Tische und Stühle sind ganz neu und nett eingedeckt. Nach und nach kommen immer mehr Gäste, die es sich wie wir draußen gemütlich machen.

Seltene Speisen

Die Bedienung ist schnell mit den Speisekarten bei uns. Darin finden wir eher seltene Speisen wie Krautroulade oder gebackene Blutwurst in Steinheimer Apfelweinsoße. Meine Begleitung entscheidet sich für das Königsschnitzel mit herzhaftem Käse, Bratkartoffeln und einem Beilagensalat (13,50 Euro). Ich wähle den gemischten Salat mit hausgemachter Vinaigrette, Camembert und frischem Baguettebrot zum Preis von 9,50 Euro – und liebäugele schon mal mit dem Dessert.

Während wir auf das Essen warten, fragt uns ein junger Mann nach dem Weg zum nächsten Supermarkt. Wir setzen zu langen Erklärungen an, aber ihm reicht erstmal die Info, dass er geradeaus und dann nach links muss. „Bin aus Australien und zu Besuch hier“, sagt er. Aha, Australien, deshalb genügt ihm die begrenzte Wegbeschreibung. Nach dem Gast vom anderen Ende der Erde kommen noch zwei Radfahrer, die sich auch fürs „Treppchen“ entscheiden.

Unzufriedenheit beim Salat

Dann kommt unser Essen. Während meine Begleitung zufrieden kaut, das Fleisch als „schön zart“ lobt und die Bratkartoffeln als nicht knusprig, aber lecker bezeichnet, bin ich zwar mit meinem Camembert zufrieden – da kann man auch nicht so viel falsch machen –, aber nicht mit dem Salat. Der kommt mit Sauerrahmdressing und nicht mit der hausgemachten Vinaigrette. Die Bedienung, die unsere Bestellung ohne Zettel und Stift aufgenommen hatte, entschuldigt sich auf Nachfrage mit den Worten, sie sei erst seit zwei Tagen da. Ich schlage das Angebot, einen neuen Salatteller mit dem richtigen Dressing zu bekommen, aus, weil ich nicht noch mal warten möchte. Der Salat ist insgesamt ein trauriger Anblick (wie der Beilagensalat meines Mittesters übrigens auch) – nur eine Sorte Grün garniert mit zwei dünnen Tomaten-, einer Gurkenscheibe und einem Streifen roter Paprika. Schade – das geht besser!

Dessert ist eine Sünde wert

Als kleines Schleckermäulchen gebe ich nicht auf und hoffe, dass das Dessert den Abend rettet. Ich wähle das Tagesdessert im Glas (5 Euro). Heute steht Zitronencreme mit Crumble und frischen Früchten auf der Karte. Die Portion ist wirklich üppig, Beeren und Kiwi frisch und lecker und die Creme-Crumble-Mischung eine Sünde wert. Anders als beim Salat gebe ich nichts zurück, sondern futtere alles auf.Hätte der Salat noch ein bisschen mehr Pfiff und Liebe (und das richtige Dressing) abbekommen, wäre der kulinarische Ausflug in die Steinheimer Altstadt rundum gelungen gewesen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema