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"Tischlein deck dich": Das "Café Samocca" im Brockenhaus

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Im Café Samocca im Brockenhaus lohnt sich der Besuch schon alleine wegen des richtig leckeren Kaffees. Aber auch für eine kurze Mittagspause ist es zu empfehlen. Foto: HA
Im Café Samocca im Brockenhaus lohnt sich der Besuch schon alleine wegen des richtig leckeren Kaffees. Aber auch für eine kurze Mittagspause ist es zu empfehlen. Foto: HA

Hanau. Das Café Samocca im Brockenhaus bietet eine kleine, aber feine Speisekarte. Wir haben für Sie getestet, wie es dort schmeckt.

Im Brockenhaus an der Lamboystraße in Hanau sind in den 60er und 70er Jahren die amerikanischen Offiziere ein- und ausgegangen. Diese Zeiten sind längst Geschichte, aber das Flair dieses wunderschönen Gebäudes ist auch im Jahr 2018 ungebrochen. Seit einigen Jahren betreibt das Behindertenwerk Main-Kinzig neben einem Kunstatelier und einer Zigarrenmanufaktur auch eine gastronomische Einrichtung: das Café Samocca.

Samocca ist ein Projekt des Samariterstifts Neresheim, einer Einrichtung für alte, behinderte und psychisch kranke Menschen in Baden-Württemberg.

Das Samocca-Konzept verbindet berufliche Förderung und Eingliederung im gastronomischen Bereich mit dem Gedanken des Austauschs und des Miteinanders in einer Umgebung, in der sich jeder wohlfühlen kann.

Speisekarte und ParkplätzeMein Begleiter kennt das Brockenhaus noch nicht, und da wir sowieso noch auf der Suche nach einer Lokalität für die Mittagspause sind, kann ich ihn schnell überzeugen, in die Nachbarschaft des Verlagshauses zu fahren. Ausreichend Parkplätze gibt es direkt hinter dem Gebäude. Wir kommen zur besten Mittagszeit – und sind nicht die Ersten.

Die Speisekarte ist klein, aber fein. Es gibt verschiedene Pastavarianten, die man per Kreuzchen auf einer Karte auswählen kann, dazu mehrere Soßen. Außerdem kann der Gast zwischen Sesam-Bagels (mit verschiedenen Belägen), belegten Baguettes, belegten Brötchen, einer Tagessuppe und einem Tagesgericht wählen. Die Preise bewegen sich zwischen 1,80 und 4,90 Euro – was wir vollkommen in Ordnung finden. Die Bedienungen sind durchweg nett und sehr aufmerksam. Sie sammeln unsere Bestellung ein und geben sie an das Küchenteam weiter, das im Raum nebenan werkelt.

KaffeeduftWir bekommen unsere Getränke und haben dann Zeit, uns umzuschauen. Die Räume sind hoch und hell, die Fenster riesig. Tische und Stühle sind aus dunklem Holz. Das Ambiente ist toll. Das finden scheinbar auch die Gäste an den anderen Tischen, die angeregt plaudern und dabei Kaffee trinken. Überall duftet es hier nach Kaffee – kein Wunder, denn im Regal an der anderen Seite lagern Tausende und Abertausende Bohnen, die hier frisch gemahlen und serviert werden – aber dazu später mehr.

Mein Begleiter holt sich Salat an der Theke, mampft los und ist zufrieden – alles frisch und knackig. Und das Dressing ist auch lecker. Meine Nudeln mit Bolognesesoße sind für meinen Geschmack zwei Minuten zu lange im Topf gewesen, aber das ist Meckern auf hohem Niveau.

French PressWir wundern uns schon, wo das Tagesgericht (Hähnchenbeine mit Kartoffelbrei) bleibt – und fragen zur Sicherheit noch mal nach . . . scheinbar haben wir irgendwas mit den Kreuzchen falsch gemacht. Nach dem Gang in die Küche ist die Bedienung peinlich berührt. Das Tagesgericht ist aus. Wir wählen neu, Tomate-Mozzarella-Bagel für 2,90 Euro. Während wir warten, gebe ich meinem hungrigen Begleiter die Hälfte meiner Nudeln ab und fordere im Gegenzug die Hälfte des Bagels. Von dem bin ich schwer begeistert: knuspriges Brot, üppiger Belag, lecker.

Selbstverständlich gehen wir nicht, ohne einen hauseigenen Kaffee probiert zu haben. Wir wählen die Mischungen Samocca sowie Espresso. Die Bohnen werden abgewogen, gemahlen und dann mit heißem Wasser übergossen, dazu gibt's ein Glas Wasser. Serviert wird der Kaffee in einer French Press. Ein Metallsieb, das durch das mit Kaffeepulver versetzte Wasser gedrückt wird, übernimmt hier die Rolle des Filters. Da kein Filterpapier zum Einsatz kommt, gehen mehr Öle und Fette in den fertigen Kaffee über. Wir müssen vier Minuten und 30 Sekunden warten, dann das Sieb durchdrücken und einschenken. Das Ergebnis ist Genuss pur: Das Heißgetränk schmeckt intensiv und voll. Super!

Keine HetzeIm Café Samocca ist alles ein bisschen anders, aber keineswegs unangenehm oder störend. Die Frauen und Männer, die hier im Service arbeiten, sind überaus freundlich und aufmerksam und haben den Laden im Griff. Für eine Mittagspause zu richtig fairen Preisen in entspannter Atmosphäre können wir das Brockenhaus empfehlen – nur ein bisschen Zeit müssen Sie mitbringen, denn hier wird nicht gehetzt und der Kaffee zum Schluss muss ebenfalls in Ruhe genossen werden. Wäre sonst viel zu schade.

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