Die Geschichte von König Lindwurm wird auf der kleinen Bühne mit Playmofiguren gezeigt. Foto: Pauly

Hanau

Theatertage fulminat gestartet - Weitere Aufführungen folgen

Hanau. Seit Donnerstagabend können Fans und Liebhaber von lebendigem und experimentellem Theater, das aktuelle wie auch zeitlose Themen originell und geistreich in Szene setzt, wieder zu moderaten Eintrittspreisen in Hanau acht Aufführungen von acht internationalen Theatergruppen erleben.

Von Andrea Pauly

Die Bandbreite der Theaterstücke reicht von Tanz- und Bewegungstheater über klassisches Schauspiel sowie Kinder- und Jugendtheater bis hin zum Puppentheater. Die 35. Hanauer Internationalen Theatertage starteten inzwischen traditionell mit der Theatergruppe „Agora“ aus Belgien in der Heinrich-Heine-Schule. Das Festival wird wie immer vom „Hist(o)erischen Theaters Hanau e.V“ unter Federführung von Diana Bär organisiert mit finanzieller Unterstützung der Stadt Hanau und der Stiftung der Sparkasse Hanau.

Fokus auf Workshop-Programm

Ein Fokus liege auch dieses Mal auf dem begleitenden Workshop-Programm, erklärte Diana Bär im Gespräch mit dem HA. Die Teilnehmer ganz gemischten Alters aus den Theatergruppen, die aus Deutschland, Holland, Belgien und Russland kommen, hätten bereits am Donnerstag bei schönstem Wetter im und um das Olof-Palme-Haus mit dem ersten Kurs viel Freude gehabt. Der Vorverkauf sei gut angelaufen, ergänzte die Organisatorin, aber es gäbe noch Karten für Kurzentschlossene für Samstag und Sonntag.

Bär betonte, dass die Qualität der Inszenierungen von hoher Professionalität sei und nichts mehr mit dem sogenannten „Laientheater“ zu tun habe. Nach den 35. Hanauer Internationalen Theatertagen mache man sich in einem Team schon wieder an die Planung für das kommende Jahr. Während der Veranstaltungen seien viele Helfer des Hist(o)erischen Theaters Hanau im Einsatz. Ohne diesen engagierten ehrenamtlichen Einsatz sei dieses mehrtägige Theaterfest nicht möglich. Auch in diesem Jahr greift das Theater auf bewährte Spielstätten zurück. Die alte Reinhardskirche in Kesselstadt wird wieder zum Schauplatz für viele interessante Stücke ebenso wie die Sporthalle der Heinrich-Heine-Schule. Mit von der Partie ist wieder eine Theatergruppe aus der Hanauer Partnerstadt Jaroslawl aus Russland, sowie das bekannte deutschsprachige Theater „Agora“ aus Belgien. Aber auch neue Gruppen sind Teil des Festivals.

Ideenreicher und turbulenter Auftakt

Den Auftakt gestaltete die belgische Theatergruppe Agora mit einer ideenreichen und turbulenten „One-Woman-Show“, dem „König Lindwurm“-Märchen: Bei ihren Spaziergängen begegnet die Königin mal dem Gärtner, mal dem Jäger, mal der Stallmeisterin und eines Tages einer alten Frau im Wald, die ihren Kinderwunsch erfüllen kann. Eine Rose soll sie essen, nicht aber zwei. Und sie tut es doch. Mit dem Ergebnis, dass ihr der drachenartige kleine König „Lindwurm“ geboren wird. Aber auch ein König Lindwurm wünscht sich eines Tages eine Prinzessin.

Die ersten Hochzeitsversuche scheitern, die Prinzessinnen gefallen ihm nicht, er frisst sie auf. Bei der Dritten, der Schäferstochter, läuft es anders. Denn sie hat sich auf die Hochzeitsnacht vorbereitet. Viola Streicher überzeugte in dieser fantasievoll ausgearbeiteten Inszenierung von Ania Michaelis in mehreren Rollen mit minimalistischen Requisiten, facettenreicher Stimme und ganzem Körpereinsatz.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema