Im Neustädter Rathaus erwartet die Ausstellungsbesucher eine Hanauer Besonderheit: Die Ausstellung ist um einen Sonderteil über ein europaweit bedeutsames Kleinod, das Comoedienhaus Wilhelmsbad, erweitert. Foto: Paul

Hanau

Theater als Zeitzeugen: Wanderausstellung im Rathaus eröffnet

Hanau. Im Neustädter Rathaus ist die Ausstellung "Die Geschichte Europas - erzählt von seinen Theatern" eröffnet worden.

Von Reinhard Paul

„Warschau, Kopenhagen, Wien, München, London Ljubljana und Hanau – wir freuen uns sehr, Teil einer Wanderausstellung durch die größten Theatermuseen Europas zu sein“, sagte Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) während seiner Ansprache anlässlich der Eröffnung „Die Geschichte Europas – erzählt von seinen Theatern“ im Foyer des Neustädter Rathauses.

Jede Menge Besucher beklatschten den launigen Auftakt durch Kaminsky: „Wer von dieser Ausstellung nicht genug bekommen kann, der kann dann anschließend in das renommierte Victoria und Albert Museum nach London fahren und sie sich dort noch einmal anschauen.“

Hanau ist Hessens einzige Stadt, die die Ausstellung zeigt

Auch die Staatsministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten Lucia Puttrich (CDU) zeigte sich begeistert ob des Zuspruchs und würdigte Hanau und die in die Ausstellung gesteckte Arbeit: „Hanau hat sich das verdient und ist somit die einzige Stadt in Hessen, die diese Ausstellung zeigt.“ Über 1000 Museen haben sich um diese Ausstellung beworben, doch nur 120 kommen in den Genuss, sie zeigen zu dürfen.

Den musikalischen Auftakt machte der seit neun Monaten in Hanau lebende Syrer Jacz Sarhan mit der „Melodie“ von Tschaikowsky und Bachs „Presto“ aus der Violin- Sonate Nr.1.

Die Ausstellung beleuchtet, wie sich die Geschichte Europas bis heute in den Theaterformen und Theaterbauten der verschiedenen Epochen widerspiegelt. Nicht Kriege und Politik stehen daher im Zentrum. Vielmehr werden länderspezifische Besonderheiten herausgestellt und länderübergreifende Entwicklungen veranschaulicht.Es wird deutlich, wie das Theater die unterschiedlichen Gesellschaften und deren kulturelle Interessen widerspiegelt. Die Theater erzählen so über Europas gemeinsame Geschichte und fragen zugleich nach der gemeinsamen Zukunft des Kontinents.

Sonderaustellung beschäftigt sich mit Comoedienhaus

Ein Sonderteil der Ausstellung beschäftigt sich mit dem bedeutendsten historischen Kleinod der Stadt: dem Comoedienhaus Wilhelmsbad. Dieses wurde im Rathausfoyer quasi mitten in die Stadt geholt. Es sorgt für eine optisch ungewöhnliche Präsentation.

„Wir haben doch tatsächlich noch einige Hanauer, die noch nie im Comoedienhaus waren. Die können nun im Herzen unserer Stadt eine Ahnung von dem Gebäude bekommen. Vielleicht statten sie ihm dann auch mal einen Besuch in Wilhelmsbad ab“, sagte Kaminsky. „Kultur in die Stadt zu holen, den Menschen angedeihen zu lassen und sie dafür zu begeistern waren wichtige Aspekte, Hanau diese Ausstellung machen zu lassen“, sagte Puttrich abschließend.

Die Ausstellung „Die Geschichte Europas – erzählt von seinen Theatern“ ist noch bis Freitag, 24. Februar, im Neustädter Rathaus, Markt 14-18, zu sehen. Sie ist von Montag bis Samstag zwischen 11 und 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt zur Ausstellung ist kostenfrei.

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