Allmählich glauben die Reisenden die Geschichte vom Geisterzug um Mitternacht, als im Laufe des Abends merkwürdige Dinge passieren. Foto: Esther George

Hanau

Theater Lampenfieber feiert Premiere von "Der Geisterzug"

Hanau. Sechs Reisende sind gezwungen, die Nacht in einem abgelegenen Bahnhof zu verbringen. Ausgerechnet dort, wo nach der Erzählung des Stationsvorstehers vor 20 Jahren ein mysteriöser und tödlicher Zugunfall stattfand und wo seitdem regelmäßig ein Geisterzug um Mitternacht sein Unwesen treibt.

Von Esther George

Die Stimmung der unfreiwilligen Gäste in der Wartehalle wandelt sich von anfänglichem Belächeln dieser Erzählung bis zu fassungslosem Entsetzen. Erst recht, als im Laufe des Abends Leichen erscheinen und wieder verschwinden, Signalglocken und merkwürdige Lichter auftauchen.

Mit Arnold Ridleys Theaterstück „Der Geisterzug“ von 1923 brachte das Theater Lampenfieber e. V. unter der Regie von Heiko Simon, Alexandra Troll und Wolf Blume ein spannendes und unterhaltsames Kammerstück auf die Bühne des Olof-Palme-Hauses, dessen Premiere am Samstagabend ausverkauft war.

Theaterstück ist inspiriert von Erfahrungen des Autors

Die Inspiration dazu kam dem britischen Autor Ridley wohl aus eigener Erfahrung, als er selbst einmal auf einem kleinen Bahnhof übernachten musste. Entstanden ist daraus ein Kriminalstück mit gruseligen und bisweilen witzigen Elementen, welches aber auch unterschwellig die Frage nach der jeweiligen subjektiven Wahrnehmung berührt. Die Kostüme im Stil der 1920er Jahre und die Kulisse mit angedeuteten alten Backsteinwänden sorgten bei der Aufführung für das passende Ambiente dieser verlassenen Bahnhofshalle, wo die Reisenden stranden.

Vor allem Heiko Simon glänzte in der Rolle des aufdringlichen Spaßvogels Teddie, der mit seinen Ratschlägen und Geschichten den anderen den letzten Nerv raubt, der aber im Laufe des Stücks auch ganz andere Seiten an den Tag legt. Die Spannung erhöht sich, als plötzlich die fremde Frau Julia (Svetlana Ulmann) auftaucht und in völliger Panik alle vor dem kommenden Geisterzug warnt – und das nicht zu Unrecht, wie die anderen bald feststellen.

Für gespenstische Momente ist gesorgt

Denn der Geisterzug kommt tatsächlich und mit ihm noch einige überraschende Wendungen in der Handlung. Für gespenstische Momente ist in diesem Stück gesorgt, etwa wenn Lichter ausgehen, Türen sich von selbst öffnen und schließen oder seltsame Menschen eintreffen. Die Darsteller balancierten diese Momente gut aus und verstanden es den unterschiedlichen Rollen gemäß, die unheimliche Atmosphäre peu à peu zu steigern.

Weitere Aufführungen:Im Olof-Palme-Haus gibt es an den Wochenenden 26. und 27. Oktober sowie 2. und 3. November weitere Aufführungen, immer um 19 Uhr. Karten zu 15 Euro sind im Internet erhältlich oder im „Buchladen amFreiheitsplatz“. ››

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