Die Delegierten der Turngemeinde Hanau haben dem Ersatzneubau für die Jahnhalle grünes Licht gegeben. Foto: Rainer Habermann

Hanau

TGH-Delegierte beschließen Neubau auf Jula-Hof-Sportanlage

Hanau. Die 25. Delegiertenversammlung der Turngemeinde Hanau (TGH) am Mittwochabend in der Cafeteria der Hohen Landesschule kann als historisch bezeichnet werden. Nicht nur, weil ihr Präsident Rüdiger Arlt in seinem Vorstandsbericht das Wort in den Mund nahm und er einstimmig von der Versammlung im Amt bestätigt wurde.

Von Rainer Habermann

Auch weil sich wieder einmal ein Großprojekt anbahnt, ähnlich wie 1876 (Bau der ersten vereinseigenen Turnhalle), 1902 (Inbetriebnahme der zweiten Turnhalle in der Jahnstraße) und 1924 (Sportplatz Carl-Diem-Weg, heute Philipp-August- Schleißner Weg).

Und genau dort, nämlich auf der Jula-Hof-Sportanlage, soll jetzt auch das Projekt „Phönix“ das Licht der Welt erblicken. In Form eines Sportcampus, dem Neubau einer Sporthalle mit umliegenden Leichtathletik- und anderen Sportfeldern. Als endgültigen Ersatz für die Jahnhalle, die nach Auffassung aller Experten ausgedient hat. Eine allfällige Sanierung, so Arlt, wäre einfach unwirtschaftlich und würde wohl im Endeffekt noch teurer kommen als der jetzt geplante Sportcampus. Das sieht auch der Hanauer Bürgermeister Axel Weiss-Thiel (SPD) so, der an der Versammlung teilnahm und einen Zuschuss der Stadt in Höhe von 1,5 Millionen Euro bestätigte.

Landrat sorgt für eine Überraschung

Ein Kommunaldarlehen als Bürgschaft in Höhe von zehn Millionen Euro stehe ebenfalls zur Verfügung. Eine entsprechende Vereinbarung soll in einem Pressegespräch am kommenden Montag im Rathaus näher erläutert werden.

Für eine handfeste Überraschung sorgte der Landrat des Main-Kinzig-Kreises, Thorsten Stolz (SPD) während der Versammlung. „Der Kreisausschuss hat im Februar beschlossen, das TGH-Projekt mit 925 000 Euro zu fördern. Das ist die höchste Einzel-Fördersumme für einen Sportverein seit Kreisgründung im Jahr 1974“, meinte Stolz. Damit wolle auch der Landkreis der Tatsache Rechnung tragen, dass die TGH mit knapp 3500 Aktiven der mitgliederstärkste Verein nicht nur Hanaus, sondern des gesamten Main-Kinzig-Kreises mit seinen rund 570 Sportklubs sei. „Das Projekt Sportcampus ist einmalig für den Kreis, wenn nicht für ganz Hessen“, sagte Stolz.

Rücklagen in Höhe von rund 240 000 Euro

Spannung kam auf, denn vor den Wahlen und der entscheidenden Abstimmung hatte die TGH eine kleine Pause angesetzt. So wurde zunächst der komplette Vorstand einstimmig entlastet, nachdem Arlt als Präsident, Sven Mayer als Geschäftsführer und Torsten Schaffer als Finanzvorstand jeweils ihre Rechenschaftsberichte gehalten hatten. Und natürlich die Rechnungsprüfer ebenfalls grünes Licht gegeben hatten.

Die Bilanz Schaffers für 2018 weist einen kleinen Gewinn aus, interessanter waren allerdings die gebildeten Rück-lagen in Höhe von rund 240 000 Euro, die ins Projekt fließen können. Und die etwas vorgreifende Einschätzung Arlts, dass man sich laufende Belastungen nach dem Neubau des Sportcampus in Höhe von zusätzlich rund 106 000 Euro pro Jahr wohl werde leisten können.

Einstimmiges Ergebnis

Überschüsse in vergleichbarer Höhe seien in zurückliegenden Jahren durchaus erwirtschaftet worden: Dies bestätigte auch Schaffer.

Das Vertrauen in den Vorstand scheint gefestigt, was in nicht allzu weit zurückliegenden Jahren nicht immer der Fall war. Man traut Arlt und seinem Team durchaus zu, das Großprojekt zu stemmen. Das betonte insbesondere der TGH-Ehrenvorsitzende Walter Mosler, der in einer teilweise leidenschaftlichen Ansprache an die Mitglieder in der proppenvollen Hola-Cafeteria darum bat, man möge die grüne „Ja“-Stimmkarte hochhalten und für das Projekt „Phönix“, also den Sportcampus, votieren. Am Ende taten dies alle Delegierten, keiner enthielt sich, keiner stimmte dagegen.

Mitglieder sind sich einig

Der Vorstand der Turngemeinde Hanau wurde nur in einigen Bereichen turnusmäßig wiedergewählt. So wurden Arlt als Präsident und Claus Jacob als Vorstand Sport bestätigt, als Vorstand Veranstaltungen Dieter Hackbarth. Für den ausscheidenden 1. Jugendleiter Philipp Dorn wurde Lisa Kipper, bereits von der Jugendvollversammlung einstimmig nominiert, in den Vorstand gewählt.

Sämtliche Wahlen verliefen einstimmig und ohne jede Enthaltung. Lediglich bei der vom Vorstand angeregten Erhöhung der jährlichen Mitgliederbeiträge um einen Euro gab es eine einzige Gegenstimme in der Delegiertenversammlung.

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