Akustischer Stammtisch: Die Stubbemusik wird am Freitag der Auftakt zum diesjährigen Hanauer Kultoursommer. Archivfoto: Thomas Seifert

Hanau

"Stubbemussik" leitet den Hanauer Kultursommer ein

Hanau. Der Name ist Programm: Stubbemussik nennt sich das musikalische Ereignis, mit dem am kommenden Freitag, 12. Juli, der Hanauer Kult(o)ur-Sommer in Wilhelmsbad eröffnet wird.

Von Jutta Degen-Peters

Wobei in diesen launigen Sommertagen kurzerhand der Platz hinter dem Comoedienhaus zur Guud Stubb erklärt wird, wenn Achim Dürr und Band oder besser gesagt, seine Musikerfreunde, ab 20 Uhr auf der Bühne aufspielen.Erstmals ist nämlich der Kult(o)ur-Sommer wieder in Wilhelmsbad zu finden und nicht mehr wie in den vergangenen Jahren im Fronhof. Gerade ist für Dürr und seinen Freund Matthias Oberländer noch Urlaub angesagt. Ruhe und Besinnlichkeit in der Toskana mit Kultur und Ausspannen, bevor es wieder richtig losgeht.

eben dem Kult(o)ur-Sommer-Auftakt in Hanau sind nämlich noch ein Konzert in Lorsch am Rhein oder ein Auftritt in Heppenheim angesagt. Musik gemacht werde im Urlaub nicht, auch nicht geübt, versichert der 63-Jährige, der in diesem Jahr gleich dreimal in Wilhelmsbad zu hören ist. Unter anderen nach alter Väter Sitte als Sänger mit der Neuen Philharmonie Frankfurt bei der Sommernacht.

Eine Art Liederabend mit Gleichgesinnten

Die Frage, wie man auf einen so abenteuerlichen wie zungenbrecherischen Titel wie „Stubbemussik“ kommt, der für eine art akustischen Stammtisch steht, amüsiert den Musiker. Eigentlich war die „Stubbemussik“ als Musik gedacht, die unter Freunden in der Stubb erklingt, erinnert er sich. Wobei unter Stubb ‧natürlich auch das Lagerfeuer oder der Park zu verstehen sind. Als eine Art Liederabend von Gleichgesinnten, die sich – an alte Zeiten erinnernd – ohne Scheu vor Volks- und Lagerfeuersongs, vor Gassenhauern oder schnulzigen Schlagern nach Herzenslust austoben.

Matthias Oberländer gehört zu den Freunden, die Dürr um sich versammelte, und auch Klaus Hofacker, der in der Theaterrockgruppe Feinbein mitspielte und auch Olaf Mill, bekannt als Comedian der Band Flatsch. Sie werden zusammen mit Reinhard Paul, früher mit der Band Gina unterwegs heute oft Alleininterpret, mit Michael Schlauch am Keyboard, mit Georg Crostewitz, Jörg Rauser und Georg Schwab und auch mit Sängerin Simone Kerchner zu erleben sein. Mit dabei sind zur Kult(o)ur-Sommer-Eröffnung auch noch der Saxofonist der Neuen Philharmonie Frankfurt, Dirk Rumig, und der Geiger Thomas Buffy.

Mehrere bekannte Ohrwürmer

Sie alle werden für ein ausgebufftes Programm sorgen, verspricht Initiator Dürr. Denn anders als bei früheren „Stubbemussik“-Auftritten, die schon im Brückenkopf und im Comoedienhaus für ausverkaufte Häuser sorgten, werde diesmal die nicht ganz so leichte Muse regieren.

„Klar sind Ohrwürmer dabei wie André Hellers 'Schnucki, ach Schnucki, fahr mer nach Kentucky'“, sagt er. Aber das Programm sei etwas ernster. Neben Konstantin Wecker und Stefan Sulke, Klaus Hoffmann und Hermann van Veen interpretieren die Musiker auch „Mein Weib hat mich verlassen, gottseidank“ von Georg Kreisler oder „Du lässt dich gehn“ von Charles Aznavour. Trotzdem kommen alle die auf ihre Kosten, die sich auf die altbekannten Schlager freuen.

Denn Adriano Celentano gehört genauso zu den großen Namen, die musikalisch ins Gedächtnis gerufen werden wie Bill Ramsay oder Marius Müller-Westernagen. Und dass die Mimi nicht ohne Krimi ins Bett geht, wird dem Publikum auch ans Herz gelegt.

Der Hanauer Kultour-SommerMit der „Stubbemussik“ beginnt am Freitag, 12. Juli, um 20 Uhr, der diesjährige Hanauer Kultour-Sommer. Das Kulturereignis, das bis Donnerstag, 25. Juli, dauert und dann in die Wilhelmsbader Sommernacht mit dem großen Finale überleitet, bietet wieder 20 Veranstaltungen, davon sechs bei freiem Eintritt. Mit dabei sind unter anderem Anne Haigis und Purple Schulz, Hannes Ringlstetter oder Totes Holz. In diesem Jahr gibt es eine Neuerung: Denn nach rund 15 Jahren im Fronhof findet der Kultour-Sommer dieses Mal in Wilhelmsbad statt. Die Bühne der Veranstaltungen bis 25. Juli ist hinter dem Comoedienhaus aufgebaut. Dort ist die Bühne für die Künstler auf einer in Richtung Wald weisenden Rampe zu finden. Das Catering hat sich auf der Wiese positioniert, wo auch die Bänke stehen. Das Zelt, in dem sich auf Initiative der Hanauerin Sanja Zivo jeden Abend ein anderer Künstler präsentiert, ist ebenfalls dort aufgeschlagen. Auch Parkplätze gibt es reichlich, unter anderem auf dem großen Platz gegenüber dem Wilhelmsbader Bahnhof. Mit dem Umzug vom Fronhof kehrt der Kultour-Sommer dorthin zurück, wo er einst begonnen hat: nach Wilhelmsbad.Karten für die Veranstaltungen gibt es unter anderem im Hanau-Laden, am Freiheitsplatz 3, 0 61 81/4 27 78 99. Infos zum weiteren Programm im Internetju›› kultoursommer.hanau.de

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