Mehr Fahrleistung bedeutet Mehrkosten – insgesamt in Höhe von rund 1,1 Millionen Euro. Allerdings rechnet die HLNO auch mit höheren Einnahmen. Archivfoto: PM

Hanau

Struktur- und Umweltausschuss stimmt Nahverkehrsplan zu

​Hanau. Der jetzt gültige Nahverkehrsplan (NVP) der Stadt Hanau stammt aus dem Jahr 2014, turnusmäßig soll er jetzt fortgeschrieben werden bis zum Jahr 2023. Am Mittwoch empfahl der Struktur- und Umweltausschuss dem Stadtparlament einstimmig bei einer Enthaltung den Beschluss des NVP.

Von Rainer Habermann

Dieser war von der Hanau Lokale Nahverkehrsorganisation GmbH (HLNO) unter Mithilfe des Büros plan:mobil aus Kassel erarbeitet worden.

Diplomingenieur Thomas Schulte, Leiter der HLNO, erläuterte den NVP, der ab dem 15. Dezember in Kraft treten soll und rund 520 000 Euro an Mehrkosten für die Hanauer Straßenbahn (HSB) gegenüber dem jetzigen Stand mit sich bringen wird. Im Kern lassen sich die Veränderungen auf eine Mehrleistung an gefahrenen Kilometern, auf eine Ausweitung der Verkehrszeiten und auf einen Mehrbedarf an Bussen, etwa fünf Stück, zurückführen. Dabei werde auch der unterschiedlichen Auslastung und Frequentierung einzelner Linien Rechnung getragen, wie Schulte sagte.

Neuen Busse sind keine E-Fahrzeuge

Konkret bedeutet dies Mehrkilometer, die planmäßig gefahren werden sollen, von rund 260 000 Kilometern: ein Plus von rund neun Prozent. Durch die Maßnahmen insgesamt entstünden Mehrkosten von 1,1 Millionen Euro. Allerdings rechnet Schulte auch mit Mehreinnahmen durch steigende Passagierzahlen von etwa 700 000 Euro, sodass der Zuschussbedarf am Ende geringer ausfällt: eben bei rund einer halben Million Euro.

Die neuen Busse werden übrigens laut Stadtrat und Verkehrsdezernent Thomas Morlock keine Elektrobusse sein, sondern noch immer Diesel der neuesten Generation. Dies liege zum einen an einer mangelnden Verfügbarkeit von E-Bussen auf dem Markt, und auch an deren Verlässlichkeit bisher. Zum anderen seien auch die logistischen Fragen einer Ladung der Batterien über Nacht, oder aber einer Endhaltestellen-Kurzzeitladung mittels sogenannter „Panthographen“, noch in der Klärung.

E-Busse würden das Dreifache eines Diesels kosten

„Eine Antriebswende ist aber noch keine Verkehrswende“, meinten Morlock wie Schulte. Und weisen darauf hin, dass es ja zwei Zukunftskonzepte gebe: die E-Antriebstechnik mittels Batterien, und die Brennstoffzellentechnologie mittels Wasserstoff. Auch der Kostenfaktor sei nicht zu unterschätzen. „Elektrobusse kosten derzeit mit aller erforderlicher Infrastruktur rund das Dreifache eines Diesel-Busses“, lautet die Aussage Schultes.

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