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Die Anteilnahme in der Stadt war groß

Zentrale Trauerfeier für die Opfer vom 19. Februar

Stimmen zu den Feierlichkeiten in Hanau

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Wir haben am Rande der Trauerfeier Stimmen von Bürgern zur Veranstaltung zusammengetragen. Auch Journalistenkollegen im CPH haben wir ihre um Einschätzung gebeten.

Die Zitate stammen aus Videointerviews, die auf unserer Internetseite zu sehen sind.

Ismail Erel, Journalist der türkischen Tageszeitung „Sabah“

Imsail Erel

 „Für uns ist es sehr wichtig, dass Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundeskanzlerin Angela Merkel höchstpersönlich zu der Trauerfeier erscheinen. Auch der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier wird anwesend sein sowie Oberbürgermeister Claus Kaminsky. Der Staat zeigt damit auch, wie ernst man diese Trauerveranstaltung nimmt.“

Eray Koyuncu, Journalist von TV Mainfranken

Eray Koyuncu

 „Ich bin der Meinung, dass die Politik schon bei der Mahnwache genug gemacht hat. Für mich persönlich ist der Tag heute zu viel Trubel, auch wenn er noch einmal eine Plattform der Trauer bietet. Aber die Menschen, die es getroffen hat, sind immer noch tieftraurig. Deswegen glaube ich, dass der Tag nicht viel bringen wird. Dass sich die Politik einschaltet und sagt 'Wir sind da', ist gut, aber es müssen Taten folgen.“

Birgit Mair, Fachjournalistin für Rechtsextremismus

Birgit Mair

 „Ich finde es sehr wichtig, ein Zeichen zu setzen und eine Trauerfeier zu veranstalten. Ich selber habe eine Ausstellung gemacht über die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen. Ich vergleiche diese gerade als Fachjournalistin damit, wie es hier in Hanau läuft. Es gibt große Unterschiede. Die Betroffenen hier haben die Möglichkeit, schon sehr früh mit der breiten Öffentlichkeit zu trauern. Klar ist natürlich, dass man es nie allen recht machen wird. Es wird daher auch keine Trauerfeier geben, wo alle zufrieden sind. Die Betroffenen haben jetzt auch die größte Last, mit der ganzen Öffentlichkeit klarzukommen. Ich finde es gut, dass hier in Hanau viele kleine Gedenkorte sind, Ich habe heute mindestens 15 gezählt. Es ist sehr, sehr wichtig, dass die Zivilgesellschaft sich beteiligen kann und auch, dass es Demonstrationen gab.“

Martin Abraham, Pfarrer und Notfallseelsorger, der in der Tatnacht im Einsatz war

Martin Abraham

 „So eine Trauerfeier ist sinnvoll und wertvoll, weil damit gezeigt wird, dass die Gesellschaft Anteil nimmt. Es kann aber nur ein Teil des Ganzen sein. Die Familien brauchen individuelle Begleitung. Dafür sind wir hier zusammen mit muslimischen Kollegen, um Gespräche anzubieten, Zeit zu haben, zuzuhören. Das wird noch sehr viel Zeit in Anspruch nehmen. So eine große Trauerfeier ist ein Element in dem Ganzen.“

Kirsten Schulmeyer, Pfarrerin und als Seelsorgerin am 19. Februar im Einsatz

Kirsten Schulmeyer

 Aus Solidarität mit den Angehörigen der Opfer finde ich es gut, dass die Trauerfeier gibt. Ich glaube, dass sie den Schrecken, den das ausgelöst hat, noch einmal mit aufnehmen kann. Das gehört zur Verarbeitung. Dass es so groß gehandelt wird, transportiert die große Erschrockenheit über das, was passiert ist und über die Hintergründe. Wir müssen das Problem des Rechtsextremismus viel ernster nehmen und viel mehr in der Stadt zusammenwachsen, damit so etwas nicht wieder passiert.“

Dagmar Reif und Jutta Dettmering

Dagmar Reif

 „Die Großveranstaltung ist eine Chance, dass es wachrüttelt, dass es sensibilisiert, dass es vielleicht ein bisschen in den Alltag getrieben wird. Bei Bemerkungen, bei rassistischen Äußerungen. Das ist unsere Hoffnung. Ich habe mich gerade eben noch mal gewundert, wie wenig Aufmerksamkeit die Tat in Wächtersbach hatte und habe mich gefragt: Es ist gut, dass das jetzt hier so passiert. Aber wir gucken schon ganz lange weg. Wir hoffen, dass sich inzwischen alle mehr trauen.“

Jutta Dettmering

Hartmut König, Grünen-Stadtverordneter in Maintal

Hartmut König

 „Ich finde es toll, dass viele Leute auf den Marktplatz gekommen sind. Ich finde, dass man seine Anteilnahme hier zeigen muss. Wenn so etwas Schreckliches passiert mit so einem Hintergrund, dann denke ich schon ein bisschen an früher an das Nazi-Regime in Deutschland, an die vielen ermordeten Leute und dass das nun wieder angefangen hat. Das bestürzt mich sehr. Ich trauere mit den Menschen, die ihre Angehörigen verloren haben. Und ich finde es richtig, dass die Kanzlerin und weitere politisch Verantwortliche Gesicht zeigen.“

Reverent Harotion Selimian, Präsident der Armenian Protestant Church Syria

Harotion Selimian

 

„Es ist eine Tragödie, die sich gegen alle Menschlichkeit richtet. Gewalt betrifft den gesamten Globus. Ich verurteile alle Arten von Gewalt, gerade auch, weil ich aus Syrien komme. Wir haben so viele terroristische Taten gegen die syrische Bevölkerung erlebt, gegen die friedvoll dort lebenden Menschen. Der Aufbau von Frieden sollte unsere Priorität haben. Wir dürfen aber nicht nur verurteilen, wir müssen die verschiedenen Teile der deutschen Gesellschaft zusammenbringen. Der Friedensaufbau wird für einen neuen Geist sorgen, einen Geist des Vergebens, des Zusammenführens der Gesellschaft als ein Ganzes. Ich würde sagen, das Verdammen dieser Taten und die Konsequenzen daraus werden ein Vorbild sein für alle andere Nationen und Städte sein, wo terroristisches Gedankengut blüht. Terrorismus muss aufhören auf dieser Welt.“

Michael Förster

Michael Förster

„Ich bin heute aus Wiesbaden angereist aus Mitgefühl und Respekt diesen Opfern gegenüber. Es hätte uns alle treffen können. Es ist wichtig, ein Zeichen zu setzen gegen diesen Hass, gegen diese Gewalt, die in verschiedenen Formen gerade unser Hessen in den letzten Wochen heimgesucht hat.“  

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