Feierlich: Architekt Andreas Ruß (links), Geschäftsführer der Vitos Rehberg Klinik Herborn, Martin Engelhardt (mitte), und Vitos GmbH-Geschäftsführer Reinhard Belling (2. von rechts) freuen sich über politische Unterstützung bei der Grundsteinlegung von Staatssekretärin Anne Jenz (3. von rechts), Main-Kinzig-Kreis-Landrat Thorsten Stolz (4. von links) und des Hanauer Stadtrats Wulf Hilbig (5. von links). Foto: Rainer Habermann

Hanau

Startschuss: Grundstein gesetzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie

Hanau. Rund eineinhalb Jahre Bauzeit rechnen die Architekten Andreas Ruß und Susanne Witan-Ruß, dann öffnet die neue Vitos-Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie ihre Pforten am Sophie-Scholl-Platz im Lamboygebiet.

Von Rainer Habermann

Gestern fand die feierliche Grundsteinlegung auf dem Areal der ehemaligen Hutier-Kaserne statt, rund 20 Millionen Euro sollen hier am Ende verbaut werden. Bauherr ist die Vitos Klinik Rehberg in Herborn, die mit dem Neubau ihr Behandlungsangebot um 51 stationäre und 20 ambulante Plätze in zwei Gebäudekomplexen erweitert.

Träger der Einrichtung ist der Landeswohlfahrtverband (LWV) Hessen, das Land Hessen schießt insgesamt fünf Millionen Euro an Fördergeldern aus dem Krankenhaus-Investitionsprogramm zu. Eigens zur Grundsteinsetzung gekommen war die Staatssekretärin im Hessischen Ministerium für Soziales und Integration, Anne Janz (Bündnis 90/Die Grünen), ebenso der Landrat des Main-Kinzig-Kreises, Thorsten Stolz (SPD), und der ehrenamtliche Hanauer Stadtrat Wulf Hilbig (ebenfalls Grüne).

Einrichtung für die Region

„Bisher müssen Eltern mit seelisch erkrankten Kindern und Jugendlichen nach Herborn fahren, wenn sie behandelt werden wollen“, sagte der Geschäftsführer der Vitos GmbH, Reinhard Belling. „Rund 25 Prozent der Patienten dort kommen aus dem Main-Kinzig-Kreis“, ergänzte der Herborner Geschäftsführer Martin Engelhardt.

„Bislang gibt es in der Region kein adäquates Angebot für den stationären Bereich“, führte Belling weiter aus und unterstrich damit die große Bedeutung, die eine zentrale psychiatrische Klinik für den Bedarfsraum Offenbach-Hanau-Main-Kinzig habe. Die neue Einrichtung am Sophie-Scholl-Platz werde entscheidend dazu beitragen, „die wohnortnahe psychiatrische Versorgung junger Menschen in der Region weiter zu verbessern“.

Schrittweiser Ausbau

Psychische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen hätten in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen: Das bestätigten sowohl Janz wie auch Belling und Engelhardt. Ängste, Zwänge, Depressionen: Sie gehörten für viele Jugendliche bereits zum Alltag, denen es gelte, entgegenzuwirken. Doch auch hier, wie etwa im Pflegebereich, werden händeringend qualifizierte gesucht.

„Fach- und Führungskräfte fehlen an allen Ecken und Enden“, konstatierte Belling. Deshalb sei möglicherweise auch nur „ein Aufbau des Betriebs in Schritten“ möglich. Klar ist aber, dass die bisherige Vitos-Tagesklinik in der Geibelstraße an den Sophie-Scholl-Platz umziehen wird, sobald die beiden Neubauten fertig gestellt sind. Geplant ist das für das vierte Quartal 2020.

Ambulanzen an fünf Orten

Die Vitos Klinik Rehberg ist eine Fachklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie. Derzeit verfügt sie insgesamt über 117 Betten sowie 67 tagesklinische Plätze, außerdem über Ambulanzen in Herborn, Gelnhausen, Hanau, Limburg und Wetzlar. Die Klinik bietet Diagnostik und Therapie in Form ambulanter, tagesklinischer und vollstationärer Behandlungen an. Das Alter der Patienten liegt zwischen der Neugeborenenphase und 18 Jahren.

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