Das Ensemble des Wasserwerks ist bereits über 100 Jahre alt. Die Filteranlage ist seit 70 Jahren in Betrieb. Nun soll das Werk neu gebaut werden. Foto: Dauber

Hanau

Stadtwerke Hanau wollen neues Wasserwerk III in Kesselstadt

Hanau. Damit das Leitungswasser in guter Qualität aus dem Hahn kommt, muss auch die Technik stimmen. Deswegen wollen die Stadtwerke Hanau im kommenden Jahr ein neues Wasserwerk III in Kesselstadt bauen. Das bestehende das einzige noch funktionierende, das die Hanauer im Zweiten Weltkrieg mit Wasser versorgte.

Von Christian Dauber

Die Bauarbeiten neben den Bestandsgebäuden sollen nach Auskunft von Sprecher Joachim Haas-Feldmann im im April 2019 beginnen. Der genaue Termin sei abhängig vom Witterungsverlauf im Frühjahr. Die Stadtwerke Hanau rechnen mit einer Bauzeit von etwa zwei Jahren, bis alles abgeschlossen ist. „Eine Inbetriebnahme der Technik ist wahrscheinlich schon zu einem früheren Zeitpunkt möglich, der aber noch nicht genannt werden kann“, erklärt Haas-Feldmann. Für das Projekt seien 2,4 Millionen Euro veranschlagt.

Das Wasserwerk werde neu gebaut, weil die Filteranlage der Trinkwasseraufbereitung zirka 70 Jahre alt sei und nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik entspreche. „Bei der alten Filteranlage handelt es sich um offene Flachbettfilter, die wegen der offenen Zugänglichkeit zum Trinkwasser auch ein höheres Gefahrenpotenzial gegenüber modernen geschlossenen Filtern darstellen. Um mit der alten Filteranlage die erforderliche Qualität des Trinkwassers weiterhin zu erhalten, mussten die Stadtwerke in der Vergangenheit schon die Leistung der Filteranlage reduzieren. Eine Erneuerung der Filteranlage ist daher erforderlich“, erklärt der Sprecher. Moderne Filterkessel besäßen jedoch eine größere bauliche Höhe als die Flachbettfilter und ließen sich somit nicht in das alte, unter Denkmalschutz stehende Gebäude integrieren. Dadurch sei der Bau einer neuen Filterhalle notwendig geworden.

1500 Quadratmeter Wasser pro Tag

Gleichzeitig nutzten die Stadtwerke laut Haas-Feldmann die Chance, die komplette Trinkwasseraufbereitung und Netzeinspeisung in einem Gebäude zu zentralisieren. Vorher waren die Netzpumpen und Saugpumpen der Brunnen im gegenüberliegenden Gebäude untergebracht.

Das „alte“ Wasserwerk bestand aus zwei Gebäuden auf zwei verschiedenen Grundstücken. Die Filteranlage sowie die Trinkwasserspeicher befinden sich auf einem Grundstück. Das Maschinenhaus, welches zu Erbauerzeiten den Koksspeicher und die großen Sauggasmotoren mit Plunger-Pumpen enthielt, beherbergt heute nur noch die wesentlich weniger Raum in Anspruch nehmenden elektrischen Pumpen. Die sind aber noch in Betrieb. 1500 Quadratmeter Wasser fließen pro Tag aus Kesselstadt in die Stadt.

„Ich werde an die Sache relativ langsam rangehen“

Im industriellen Charme der historischen Räume fand bereits vor über zwei Jahren eine Ausstellung statt. Die Idee dazu hatten damals unter anderem Marcel Walldorf, der sich in der Künstlergruppe Hanau Radau einen Namen gemacht hat, Martin Hoppe, Leiter des städtischen Fachbereichs Kultur, sein Mitarbeiter Wolfgang Kischel und Lucas Schobert vom Kulturverein KUZ. Und so wurden im September 2016 zeitgenössische Werke von 17 jungen Künstlern aus Deutschland im Wasserwerk gezeigt. Auf offene Türen stießen die Initiatoren bei Eigentümerin Adina Rac-Parlow, die das gesamte Wasserwerk-Ensemble 2014 gekauft hat und restauriert. Der Designerin, Innenarchitektin und Kunstliebhaberin sprach die Idee aus dem Herzen.

Für die Zukunft hegt Rac-Parlow Pläne, die Räumlichkeiten intensiver zu nutzen. Damals hatte sie erklärt, den Wunsch zu hegen, ein Museum für moderne Kunst aufzubauen. „Ich werde an die Sache relativ langsam rangehen“, erklärt die Besitzerin auf Nachfrage unserer Zeitung am Freitag. So lange die Stadtwerke das Areal nutzten, werde nicht viel passieren. Sie wolle nicht, dass es wegen des zu erwartenden Publikumsverkehrs zu Problemen komme. In Zukunft werde sie sich mit verschiedenen Gremien, wie etwa den Denkmalbehörden, zusammensetzen, um Möglichkeiten zu erörtern. Für September 2019 sei aber wieder eine Ausstellung geplant, blickt Rac-Parlow voraus.

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