Photovoltaikanlagen sind in Hanau noch nicht sehr gefragt. Die Stadtwerke hoffen auf steigendes Interesse.  Symbolfoto: Pixabay

Hanau

Was die Stadtwerke fürs Klima tun

Hanau. Als Energielieferant Hanaus tragen die Stadtwerke bei der Umsetzung städtischer Klimaschutzziele eine besondere Verantwortung. Einen Überblick über die in den vergangenen Jahren ergriffenen Maßnahmen lieferte Geschäftsführerin Martina Butz kürzlich im Ausschuss Bauen und Energie.

Von Per Bergmann

Seit Mai dieses Jahres ist sie die Chefin der Stadtwerke. Im Rathaus lieferte Butz nun einen Bericht darüber, was die Stadtwerke in den vergangenen Jahren unternommen haben, um die Ziele ihres Hauptgesellschafters in Sachen Klimaschutz zu erreichen – „und was wir in Zukunft tun wollen“. Der größte Hebel sei „die Umstellung unserer Produkte: Jeder, der bei uns Strom kauft, bekommt Ökostrom“, stellt die Juristin klar, die kürzlich vom zweiten großen Anteilseigner Mainova nach Hanau wechselte.

Mittlerweile seien „alle Strom- und Gasangebote zu 100 Prozent klimaneutral“, womit „80 Prozent der Klimaziele der Stadt bereits erfüllt“ seien. Darüber hinaus gibt es Einzelprojekte mit Modellcharakter, „wie die Brennstoffzellenheizung, die 2018 im Umweltzentrum Hanau realisiert wurde“. Obwohl diese das Umweltzentrum nicht komplett versorgen könne, „werden die CO2-Emissionen um 50 Prozent und die Energiekosten um 40 Prozent reduziert“.

„Für viele Bürger könnte das ein attraktives Modell sein“

„Wie sieht es bei den Photovoltaik-Anlagen aus?“, die die Stadtwerke ebenfalls seit einiger Zeit im Angebot haben, lautete eine Nachfrage aus dem Ausschuss. „Die Nachfrage ist derzeit noch nicht sehr hoch“, erklärte Butz. Seit April dieses Jahres hätten die Stadtwerke lediglich vier Photovoltaik-Anlagen selbst gebaut. Der Energieversorger verfolge jedoch das „Ziel, eigene Anlagen auf öffentlichen Gebäuden wie Parkhäusern oder Schulen zu bauen“.

Gleichzeitig fassen die Stadtwerke sogenannte Mieterstromprojekte ins Auge, die die Dezentralisierung der Stromerzeugung vorantreiben. Dabei wird der durch Photovoltaik vor Ort erzeugte Strom an die direkten Nachbarn verkauft. Strom aus der Nachbarschaft? „Für viele Bürger könnte das ein attraktives Modell sein“, ist sich Butz sicher. Solarenergie im großen Stil könnte hingegen schon bald ein geplanter Photovoltaik-Park liefern, der auf der ehemaligen Kaserne in Großauheim entstehen soll.

Brennstoffzelle als langfristige Lösung

In Sachen Elektromobilität geht die zweifache Mutter längst mit positivem Beispiel voran: „Ich fahre selbst ausschließlich elektronisch.“ Die 43-Jährige weiß aber auch, „dass die von uns errichteten Ladesäulen im Stadtgebiet bisher relativ wenig genutzt werden“.

Bei einer Gesamtbetrachtung, die den „CO2-Fußabdruck“ – also auch das beim Herstellungsprozess erzeugte CO2 – miteinbezieht, glaube sie daran, „dass die Brennstoffzelle langfristig besser funktioniert“. Um wasserstoffbetriebene Fahrzeuge auf die Straßen zu bekommen, muss sich aber zunächst mal die Politik des Themas annehmen.

Global denken, regional handeln

Einen Beitrag zum Klimaschutz leisten die Stadtwerke auch „durch kleinere Förderprogramme“, die Kunden bei der Modernisierung ihrer Heizung oder des Haushaltes unterstützen, sowie mit einer „Trinkwasserkampagne, die Menschen animieren soll, mehr Leitungswasser zu trinken“.

Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD), der der Ausschusssitzung beiwohnte, bedankte sich bei der Vorsitzenden Monika Nickel (Die Grünen), die das Thema Klimaschutz auf die Tagesordnung gesetzt hatte. Er sehe die „Klimafrage als wichtigste Aufgabe der Menschheit in diesem Jahrhundert“. Dabei gelte es, „global zu denken und regional zu handeln“. „Dass unser Einfluss global gesehen begrenzt ist, nimmt uns nicht aus der Verantwortung“, stellte Kaminsky klar.

Klimaschutzantrag für die kommende Stadtverordnetenversammlung

Aus diesem Grund hat die große Koalition (SPD, FDP, BfH und Die Grünen) für die kommende Stadtverordnetenversammlung einen Antrag vorbereitet, durch den „alle kommenden städtischen Projekte im Vorfeld auch auf Klimafragen untersucht werden sollen“. Die Fortschreibung des Klimaschutzkonzeptes der Stadt und dessen konsequente Umsetzung soll sichergestellt werden, dafür werde sich Kaminsky in der öffentlichen Sitzung am Montag, 28. Oktober, um 17.30 Uhr im Congress Park Hanau am Schlossplatz 1 stark machen.

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