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Stadtverordnete beschließen Rahmenplan zu Hauptbahnhofs-Umfeld

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Dieser Plan zeigt, was am Hauptbahnhof alles passieren soll. Doch bis zur Realisierung kann noch Zeit vergehen. Grafik: StadtLandBahn
Dieser Plan zeigt, was am Hauptbahnhof alles passieren soll. Doch bis zur Realisierung kann noch Zeit vergehen. Grafik: StadtLandBahn

Hanau. Nach Jahren des Stillstands könnte das Umfeld des Hanauer Hauptbahnhofs bald die dringend nötige Aufwertung erfahren. Die Hanauer Stadtverordneten haben am Montagabend einstimmig grünes Licht für den entsprechenden Rahmenplan gegeben.

Von Christian Dauber

Selten herrscht Einmütigkeit bei den Hanauer Stadtverordneten, doch beim Thema Hauptbahnhof waren sich am Montagabend alle einig: Hier muss dringend etwas passieren. Und so stimmten alle Parlamentarier für den Rahmenplan zum Umbau des Umfeldes. Das verabschiedete Konzept darf durchaus als wegweisend bezeichnet werden. Seit Jahren wird von allen Seiten auf den mehr oder weniger erbärmlichen Zustand des Areals hingewiesen.

Zwei Parkhäuser, Hotel und Einzelhandel

Wie berichtet, sieht der Plan verschiedene Einzelprojekte vor: Auf der Westseite sollen ein Hotel und Gastronomie sowie ein fünfgeschossiges Parkhaus mit rund 350 Parkplätzen entstehen. Auf der Fläche vor dem Haupteingang soll der Busbahnhof bestehen bleiben. Daneben sind neun Halteplätze für Taxis sowie insgesamt 55 Kurzzeit-Parkplätze vorgesehen. Auf dem östlichen Teil des Vorplatzes soll ein ebenso fünfstöckiges Parkhaus mit 1080 Stellplätzen entstehen. Desweiteren sind dort zwei Gebäude für Einzelhandel sowie Dienstleistungen und ein Boarding House geplant. Verbunden mit diesen Projekten ist eine umfassende Analyse der Verkehrssituation sowie die Berücksichtigung der Entwicklung umliegender Flächen wie etwa jene von Heraeus Quartzglas.

Kowol: "Desolate städtebauliche Qualität"

Stadtrat Andreas Kowol stellte die Vorlage im Paul-Hindemith-Saal des Congress Parks vor. Dass der Rahmenplan nun beschlossen werden konnte, ist laut Oberbürgermeister Claus Kaminsky maßgeblich Kowols Verdienst. Der OB dankte ihm an dieser Stelle für seine „hervorragende Arbeit“. Aller Voraussicht nach wird der Grüne am Donnerstagabend in Wiesbaden zum Verkehrsdezernenten der Landeshauptstadt gewählt und Hanau dann den Rücken kehren (wir berichteten). „Verabschiedet wird er erst, wenn es soweit ist“, sagte Kaminsky.Kowol bezeichnete das Umfeld des Hauptbahnhofs – mit 30 000 Fahrgästen am Tag das Verkehrsdrehkreuz der Region – als „desolat“. Dasselbe Wort nutzte der Stadtrat, um die Rahmenbedingungen in der Daimlerstraße zu beschreiben, auf die seinen Worten nach in diesem Zusammenhang der Blick gerichtet werden müsse. Unsere Zeitung hatte kürzlich mit einem Themenschwerpunkt über die schwierige Situation vor Ort berichtet.

Daimlerstraße soll auch in den Blick genommen werden

Daniel Gabel blies für die CDU in dasselbe Horn. „Der Hauptbahnhof ist kein repräsentatives Tor zur Stadt.“ Bereits seit den 70er Jahren werde darüber nachgedacht, etwas an der Situation zu ändern – passiert sei nichts. Da viele Fragen offen seien, regte Gabel an, das Thema künftig begleitend im Struktur- und Umweltausschuss zu beraten. Thomas Morlock (FDP) zeigte sich zuversichtlich, dass nun die Umsetzung der verschiedenen Einzelprojekte gelingen möge. Da sich verschiedene Bahn-Projekte in der „heißen Phase“ befänden, hoffe er, dass dies den Entscheidungsdruck seitens des Unternehmens erhöhe. Zarife Bulut (ALF) lenkte den Blick erneut auf die Daimlerstraße. „Was wird aus dem sozialen Brennpunkt?“, fragte sie – und schloss sich dem Wunsch nach begleitender Ausschuss-Beratung an.

Viele Aufgaben warten

OB Kaminsky betonte, mit der Verabschiedung des Rahmenplans solle vor allem ein gemeinsames Signal gesendet werden, dass die Entwicklung erwünscht sei. Der Plan sei nur die Basis der weiteren Entwicklung.Die Träger des Rahmenplans, die Stadt Hanau, die Deutsche Bahn und der Hotelinvestor, müssen nun entscheiden, welche Maßnahmen zuerst angegangen werden – und wie sie finanziert werden. Außerdem gilt es, Bebauungspläne zu entwerfen, städtische Beteiligungsmöglichkeiten zu prüfen und Investoren zu suchen. Es gibt also noch viel zu tun.

Ein Bericht über weitere Themen der Stadtverordnetensitzung folgt im Laufe des Dienstags.

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