Engagieren sich seit zwei Jahren bei den Südlichtern: Mutter Christel Holtfreter (links) mit Tochter Stephanie Schaffrath. Foto: Biehl

Hanau

Stadtteil-Café des Südlichter e.V. wurde erfolgreich eröffnet

Hanau. Ein Paradebeispiel für bürgerschaftliches Engagement: Das Stadtteil-Café des Vereins Südlichter konnte dank der Hilfe zahlreicher ehrenamtlicher Helfer eröffnet werden. Am Eröffnungstag hatten die Betreiber dann bereits alle Hände voll zu tun. Bald soll das Café auch monatliche Lesungen, Workshops und Musik-Events bieten.

Von Kerstin Biehl

Der Duft von frisch gebrühtem Kaffee erfüllt den Raum im Erdgeschoss der Gärtnerstraße/Ecke Calvinstraße. Der nagelneuen Kaffeemaschine ist an diesem Vormittag keine Pause gegönnt. Es ist der Eröffnungstag des Stadtteil-Cafés der Südlichter – der Andrang ist groß.

Es war Ende 2015 als die Südlichter erstmals die Vision von eigenen Vereinsräumen samt Stadtteil-Café aufs Tableau brachten. Ein gutes Jahr später kann der Verein Eröffnung feiern. Da wo früher eine „kleine Wohnung war, die nicht so besonders ausgesehen hat“, so die charmante Formulierung von Stadtverordnetenvorsteherin Beate Funck (SPD) – sie war zum Gratulieren vorbeigekommen –, präsentieren sich heute ansprechend gestaltete Räume. Gemütliche Holztische, Bistrostühle, eine Theke mit kleiner Kuchenauswahl und die besagte Kaffeemaschine, aus der Koffeinhaltiges zu erschwinglichen Preisen läuft.

Engagement bei Renovierungsarbeiten„Anfang 2016 haben wir mit der Entkernung der Wohnung begonnen“, erinnert sich Vereinsvorsitzender Paul Wieczorek. Ohne das große ehrenamtliche Engagement seiner Mitstreiter hätte das nicht funktioniert. Und auch nicht ohne die Baugesellschaft Hanau, Eigentümer der Immobilie, die gemeinsam mit Geschäftsführer Jens Gottwald, der zudem die Schirmherrschaft des Projekts übernommen hat, tatkräftig zum Gelingen beigetragen hat. Die Südlichter seien im Stadtteil bereits jetzt „ein stehender Begriff“, machte Stadtrat Axel Weiss-Thiel (SPD) im Rahmen der gestrigen Eröffnungszeremonie deutlich.

Noch im vergangenen Jahr präsentierte sich die Fassade des Hauses geschlossen und damit abgeschottet. Gottwald: „Wir haben durch den Einbau der Fenster das Haus zur Straße hin geöffnet, haben damit viel für die soziale Kontrolle getan.“ Auch an Gehbehinderte wurde bei der Planung gedacht: Eine Rampe ermöglicht einen barrierefreien Zugang, die Toiletten sind ebenfalls behindertengerecht ausgestattet.

Erfolgreiche EröffnungAm Eröffnungstag standen Christel Holtfreter und Stephanie Schaffrath an der Kaffeemaschine und hatten ordentlich zu tun. Warum sie sich hier engagieren, wollten wir wissen. Mutter und Tochter waren sich einig: „Weil es einfach eine gute Sache ist.“ Die beiden wohnen im Haus gegenüber, bringen sich seit zwei Jahren bei den Südlichtern ein und sind froh, über Verein und Café Gelegenheit zu bekommen, „etwas Soziales zu machen“. „Wir haben sogar schon neue Freunde durch die Südlichter gefunden und freuen uns schon jetzt auf den Sommer, wenn wir wieder gemeinsam in der Grillhütte des Vereins auf dem Außengelände Feste feiern können.“

Im Sommer soll das Stadtteil-Café auch eine Außengastronomie bekommen, rund 20 Sitzgelegenheiten wird es dann zur Straße hin geben. Neben den bisherigen Öffnungszeiten soll bald noch der Sonntag dazukommen. Auch eine Frühstückskarte ist geplant. „Die Eltern können hier ihren Kaffee genießen, während sich die Kinder auf unserem Spielplatz die Zeit vertreiben“, beschreibt Wieczorek. Die bestehenden Spielmöglichkeiten sollen um Rutsche und Sandkasten erweitert werden.

Monatliche Veranstaltungen im CaféGeplant sind im Café zudem monatliche Lesungen, Workshops (etwa Waffeln backen oder Strickkurse) und auch Musik-Events. Zudem bekommen lokale Künstler Gelegenheit, bei den Südlichtern auszustellen. Aktuell schmücken die Werke der Neubergerin Petra Hommer die Wände. Eine Leseecke lädt zum Schmökern ein. Die Bewirtung erfolgt durch Vereinsmitglieder, die Preise sollen niedrig gehalten werden, Alkohol wird nicht ausgeschenkt.

Das Café, betont Wieczorek, sei natürlich nicht nur den Bewohnern des Quartiers vorbehalten. „Alle Innenstadt-Besucher sind eingeladen, bei uns einzukehren.“ Das Stadtteilcafé ist in der Gärtnerstraße 91 beheimatet und hat freitags und samstags von 9 bis 16 Uhr geöffnet.

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