Werden auch in der Stadtwache im Rathaus Hand in Hand arbeiten: Steffen Heil, Kai Strauß und André Müller (von links). Foto: Paul

Hanau

Stadtpolizei bezieht ab 23. Februar neue Wache in der Innenstadt

Hanau. Das Gefühl von Sicherheit und das Bild von Schutzpolizisten im Stadtbild sollen ein unzertrennliches Paar werden. Einen Ansprechpartner in der Nähe zu wissen, gibt vielen Bürgern ein gutes Gefühl. Gemäß dem Motto „Präsenz zeigen“ wird jetzt die Stadtpolizei am Hanauer Marktplatz ein neues Quartier beziehen.

Von Jutta Degen-Peters

Der Umbau ist abgeschlossen, der Umzug steht bevor. Das blaue Schild über dem Eingang weist schon jetzt den Weg. Das Sicherheitsempfinden der Bürger, das nach einer Massenschlägerei im Schlossgarten, verschiedenen Übergriffen und der unlängst geschehenen Vergewaltigung im Herzen der Stadt gelitten hatte, soll damit gestärkt werden.

Die Stadtpolizisten André Müller und Steffen Heil, die Teil des im Rathaus anzutreffenden Teams sind, trafen sich vorab mit ihrem Kollegen Kai Strauß von der Landespolizei am neuen Einsatzort – und schauten sich gemeinsam mit einer Pressevertreterin und Ordnungsamtsleiter Thorsten Wünschmann den Ort an, der sie näher zum Bürger bringen wird.

Aus Öffentlichkeitsarbeit wird die Arbeit in der ÖffentlichkeitDas Schild „Öffentlichkeitsarbeit“ an der Tür zur Wache bringt Insider zum Schmunzeln. Hier war einst die städtische Pressestelle untergebracht. Irgendwie stimmt die Bezeichnung nach wie vor. Denn Öffentlichkeitsarbeit als Arbeit in der Öffentlichkeit ist schließlich das, wofür die Stadtpolizisten ins Zentrum ziehen. Dort stehen sie den Bürgern für deren Anliegen zur Verfügung. Von 6.30 bis 22.30 Uhr wird die Wache besetzt sein, bei besonderen Veranstaltungen werden die Zeiten flexibel verändert. Und neben einer Anlaufstelle für Fragen, Probleme oder Beschwerden will die neue Stadtpolizei auch Zufluchtstätte für Menschen sein, die sich unbehaglich fühlen.

Außerhalb der regulären Dienstzeiten, zu denen die Tür zur Stadtwache frei zugänglich ist, können sich Menschen mit einem Anliegen per Klingel Gehör verschaffen, solange die Wache besetzt ist.

Aus zunächst neun Personen soll das Team bestehen, das im Rathaus in zwei Schichten Dienst tun wird, erklärt Wünschmann beim Rundgang. Nächstes Jahr kommen zwei weitere als Verstärkung dazu. Sie ergänzen das Team der bislang im Ordnungsamt tätigen rund 20 Stadt- und Verkehrspolizisten. Am 1. Februar haben vier neue Kollegen im Bereich Sicherheit und Ordnung begonnen, drei werden sich um die Verkehrsüberwachung kümmern, eine Kollegin für die illegale Müllentsorgung hat ihr Amt auch schon aufgenommen.

Hanau wird von der Landespolizei unterstützt werdenStatt an den bisherigen Standort der Stadtpolizei an der Steinheimer Straße 1, dem Domizil des Ordnungsamtes, werden sich alte und neue Kollegen wenige Meter vom Marktplatz entfernt um die Sicherheit der Bürger kümmern. Sie werden dabei regelmäßig von einem Beamten der Landespolizei unterstützt, dem Schutzmann vor Ort.Wer die neue Stadtwache betritt, steht in einem geräumigen Vorraum, der mit einer Klapptür und einer Theke mit dem Arbeitsplatz der Einsatzleiter Müller und Matthew Kindred sowie den Kollegen verbunden ist.

Die Schreibtische, Stühle, Schränke und Telefone warten dort auf ihre Benutzer. An das Büro schließen sich ein Aufenthalts- und Besprechungsraum sowie ein weiterer Raum mit einer verspiegelten Scheibe an. Dort wird sich der Teil des Teams aufhalten, der die Monitore der Videoüberwachung im Auge behält. Während die Elektrik in der gesamten Stadtwache bereits installiert ist, muss die Technik für die Videoüberwachung noch angeschlossen werden. Es wird noch dauern, bis die Kameras an den drei Standorten in der Innenstadt in Betrieb sind. Das soll im zweiten Quartal des Jahres geschehen. „Mit dem Einzug warten, werden wir jedenfalls nicht“, betont Wünschmann.

Die Wege sind kürzerDass die neue Wache als langgestreckter Raum in die Tiefe führt und am hinteren Ende noch einen Ausgang zur Langstraße hat, erhöht nach den Worten des Amtsleiters den Sicherheitsaspekt – für die diensthabenden Stadtpolizisten, aber auch für die Bürger. Im Notfall sind die Kollegen schnell zur Stelle, wenn Hilfe gebraucht wird, wenn sich Jugendliche prügeln, Betrunkene pöbeln oder es zu Gewalt in Familien kommt.

„Die Wege sind mit dem Umzug viel kürzer geworden“, freuen sich Müller und Heil. Bislang zogen sie von der Steinheimer Straße aus los, liefen Streife in der Stadt, hatten ein offenes Ohr für die Bürger, schritten ein, wenn Ruhestörer zur Raison zu bringen waren. Dabei greift nach wie vor das „Hanauer Modell“, bei dem sich gemischte Streifen aus Stadt- und staatlicher Polizei auf den Weg machen. An diesem Tag ziehen Heil und der „Schutzmann vor Ort“, Kai Strauß über den Wochenmarkt. Für viele Marktbesucher ist die Streife ein beruhigendes Bild. Und dass sie vom Marktplatz aus jetzt auch die neue Stadtpolizei erreichen können, soll das Vertrauen in die Sicherheit wieder stärken.

Die Einweihung der Stadtwache im Seitenflügel des Rathausgebäudes ist für Ende Februar geplant.

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