Eltern bleibt der Weg zu verschiedenen Kitas zur Anmeldung ihrer Kinder künftig erspart: Jutta Straub, Astrid Weiermann und Bürgermeister Axel Weiss-Thiel stellten das neue Kita-Portal vor. Foto: Jasmin Jakob

Hanau

Stadt stellt digitale Plattform für ihre Kitas vor

Hanau. Ab Anfang Dezember werden Betreuungsanfragen für die Kita-Plätze in Hanau ausschließlich über das neu eingerichtete Online-Kita-Portal der Stadt angenommen.

Von Jasmin Jakob

Dort können sich Eltern künftig einen Überblick über das gesamte Betreuungsangebot der Brüder-Grimm-Stadt verschaffen und bis zu fünf Kindertagesstätten zeitgleich anfragen. Hierbei spielt es keine Rolle, ob es sich um eine städtische Kita oder eine Betreuungseinrichtung in freier Trägerschaft handelt.

„Alle Eltern werden gebeten, auch die, die bereits Voranmeldeformulare abgegeben haben, sich über das Kita-Portal bei den entsprechenden Einrichtungen anzumelden“, sagte Bürgermeister Axel Weiss-Thiel am Dienstag im Rahmen einer Pressekonferenz, in der er das Portal zusammen mit Astrid Weiermann, der Betriebsleiterin der städtischen Kinderbetreuung, vorstellte.

Portal auch für die U3-Vermittlung

„Das heißt aber nicht, dass Familien ihren Platz in der Warteliste verlieren“, betont Weiermann. „Wir bitten sie lediglich darum, ihre Daten und Betreuungswünsche noch einmal in die digitale Plattform einzugeben. Anhand der vorhandenen schriftlichen Listen können wir die Reihenfolge der Anmeldungen auch im Nachhinein noch nachvollziehen und werden dies in der Übergangszeit auch tun.“

Auch Eltern, die einen der 260 Plätze des U3-Servicebüros, welches Tagesbetreuungspersonen an Familien mit Kindern unter drei Jahren vermittelt, beantragen möchten, sollten sich laut Weiermann über das Kita-Portal registrieren.

Beantragung auch vor dem Umzug nach Hanau möglich

Den offiziellen Startschuss für das Kita-Portal geben sie und Weiss-Thiel am 6. Dezember um 15.45 Uhr auf der Weihnachtsmarktbühne mit einer Aktion zum Nikolaustag. Zuvor hatten Eltern Betreuungsanfragen in Papierform direkt bei mehreren Einrichtungen stellen müssen. Einmal im Jahr trafen sich daraufhin die Kita-Träger im Sozialraum der Stadt, um die Listen abzugleichen und die Plätze anschließend zu vergeben. Die neue Software ermögliche es nun, quartalsweise eine Übersicht über die Gesamtheit der Betreuungsanfragen zu gewinnen, womit die Plätze schneller vergeben werden könnten.

Insbesondere der erhöhte Betreuungsbedarf, der durch den Zuzug von Familien entstehe, sei schwer einzuschätzen gewesen. Das Kita-Portal ermögliche es diesen Familien nun auch, vor dem Umzug nach Hanau, eine Kinderbetreuung zu beantragen. Ebenso könnten schwangere Frauen dort einen Betreuungsanspruch für ihre noch ungeborenen Kinder anmelden. Aktiv bearbeitet würden diese Anfragen jedoch erst, wenn das Kind in der Einwohnermeldestatistik erscheint.

Je früher der Platz beantragt wird, desto besser

Auch der Verwaltungsaufwand seitens der Stadt und der freien Träger verringert sich laut Weiss-Thiel erheblich, da im Kita-Portal alle Daten, Verträge und Bescheide zentral vorlägen und jederzeit einsehbar seien. Darüber hinaus könnten durch die zentrale Verwaltung aller Anfragen genaue Kennzahlen, etwa für die Ausbauplanung im Bereich der Kinderbetreuung und für die Landesstatistik, ermittelt werden.

„Je früher man plant, einen Platz in Anspruch zu nehmen, desto besser können wir das in unsere Planung mitaufnehmen“, betonte die Eigenbetriebsleiterin. „Wir freuen uns über Anmeldungen, die jetzt bereits 2021 betreffen.“ Generell sollten laut Weiermann Betreuungsanfragen mindestens ein halbes Jahr im Vorausgestellt werden. Die Platzvergabe erfolge dann nach verschiedenen Kriterien, wie etwa dem Zeitpunkt der Anmeldung, dem Alter des Kindes oder der Dringlichkeit, wenn etwa beide Eltern berufstätig sind.

Kosten von ca 68 000 Euro für das Portal

Die Entscheidung, eine Software zur Verwaltung der Betreuungsanfragen des städtischen Eigenbetriebs anzuschaffen, fiel bereits im Frühjahr 2018. Insgesamt kostete die Anschaffung die Stadt 50 000 Euro sowie weitere 18 000 Euro Schulungskosten für 150 Mitarbeiter aus den verschiedenen Bereichen der einzelnen Kinderbetreuungseinrichtungen. ››kita-portal.de

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