Müll-Potpourri an der Güterbahnhofstraße: Da finden sich unter anderem ausrangierte Kühlschränke, Fernseher oder nicht mehr benötigte Couchgarnituren. Die Entfernung des illegalen Mülls dort fällt in den Zuständigkeitsbereich der Deutschen Bahn. Foto: Reinhard Paul

Hanau

Wie die Stadt mit illegalem Abfall umgeht und was das kostet

Hanau. Müll in der Stadt, achtlos weggeworfen, ist ein scheinbar ewiges und nur schwer in den Griff zu bekommendes Ärgernis. In der Regel sind es Kaugummis oder Zigarettenkippen, die ihren unschönen Weg auf den Asphalt in den Fußgängerzonen finden. Doch Müllwegwerfen wird auch einige Nummern größer praktiziert:

Von David Scheck

Da landen auf meist abgelegenen und von der Öffentlichkeit nicht sonderlich stark frequentierten Plätzen im Stadtgebiet entsorgte Kühlschränke, alte Farbeimer oder ausgesessene Sofas. Auch die sind ein Ärgernis – und ein Kostenfaktor für die Stadt.

Zum Beispiel die Güterbahnhofstraße: Vom Kreisel an der Ehrensäule abgehend, parallel unterhalb der Bundesstraße 43 biegt die Straße in Richtung Bahngleise in ein gewerblich genutztes Gebiet ein. Ein nahezu idealer Ort, um seinen nicht mehr benötigten oder nicht mehr funktionierenden Hausrat illegal zu entsorgen – abgelegen und von der Öffentlichkeit wenig beachtet.

Kosten für die Stadt

Das hat auch Gerald Maischberger festgestellt, der sich an den HA gewandt hat: „Seit nun über zwei Jahren kann ich beobachten, wie in der Güterbahnhofstraße, nahe der Gleise, regelmäßig illegal Sperrmüll abgeladen wird. Hierunter sind oft auch problematische Abfälle wie Farbreste, Kühlschränke aus welchen Kältemittel ausströmt“, schreibt Maischberger an die Redaktion. Nach mehreren Wochen werde dann „immer mal wieder alles entsorgt und der Bereich ist für wenige Tage wieder sauber, bis das Ganze wieder von vorne beginnt“. Durch das regelmäßige Entfernen des Mülls entstünden der Stadt Kosten, welche letztlich die Allgemeinheit tragen müsse. Für das Geld hätte die Stadt, so der Vorschlag des Hanauers, auch einen Sicherheitsdienst beauftragen können.

Auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigt die Stadt Hanau einige der Funde an der Güterbahnhofstraße: Gefunden würden dort regelmäßig allgemeiner Sperrmüll, Kartonagen, Restmüll, selten auch Farbeimer und Elektrogeräte. Hinweise auf auslaufende Chemikalien oder Kühlmittel habe es bisher nicht gegeben. Der betroffene Bereich an der Güterbahnhofstraße liege im Eigentum der Deutschen Bahn (DB). Nach entsprechender Information und Aufforderung erfolge daher die Beseitigung der Abfälle durch die DB – auf deren Kosten.

Generell erfolgten die Kontrollen illegaler Müllablagerungen im Stadtgebiet nicht flächendeckend, sondern punktuell insbesondere an bekannten häufigen Ablagestellen. Mehr sei personell nicht leistbar. „Unabhängig von eigenen Kontrollen gehen wir entsprechenden Hinweisen möglichst zeitnah nach“, heißt es aus dem Rathaus.

130 Tonnen illegaler Müll

Seit 2016 summiere sich die Menge des illegalen Abfalls auf jährlich durchschnittlich 130 Tonnen – mit entsprechenden Kosten: So wende Hanau Infrastruktur Service (HIS) für das Beseitigen pro Jahr rund 100 000 Euro auf.

Städtische Bußgelder beträfen nur Tatbestände von Ordnungswidrigkeiten. Bei umweltgefährdenden Müllablagerungen könnten auch Straftatbestände erfüllt sein, was dann aber in die Zuständigkeit von Polizei und Staatsanwaltschaft falle.

Ob es nun Bequemlichkeit ist oder andere Gründe dahinterstecken: Warum immer wieder Müll illegal abgeladen wird, bleibt wohl das Geheimnis der Verursacher. Dabei kann nahezu jede Art von Müll auch in der Stadt Hanau an Sammelstellen abgegeben werden, selbst Sondermüll wie Farben oder Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmittel. Und das in haushaltsüblichen Mengen übrigens kostenlos.

Umfassende Informationen dazu, wo welche Art von Müll abgegeben werden kann und welche Kosten eventuell entstehen, findet man auf der Internetseite der Stadt Hanau.

›› hanau.de/rathaus/lebenslagen/abfall/index.html

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