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Die Stadt Hanau will Schülern das digitale Lernen in der Corona-Krise mit einer Lernplattform erleichtern.

Kein geregelter Unterricht nach den Osterferien

Corona-Krise: Neue Lernplattform der Stadt Hanau soll digitales Lernen erleichtern

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Da nun klar ist, dass in den Schulen mit dem Ende der Osterferien am 20. April erst einmal kein regulärer Schulunterricht stattfinden wird, rückt das digitale Lernen noch stärker in den Fokus. Der Stadt Hanau als Schulträger fällt dabei die Aufgabe zu, die technischen Voraussetzungen zu schaffen.

„Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der IT-Abteilung der Beteiligungsholding Hanau GmbH, die für die städtische IT-Infrastruktur zuständig ist, arbeiten mit hoher Priorität daran. Deshalb wird die Stadt nach den Osterferien eine standardisierte und datenschutzkonforme Lehr- und Lernplattform für alle städtischen Schulen bereitstellen können“, kündigt Bürgermeister Axel Weiss-Thiel (SPD) in einer Mitteilung an.

Bei diesen Anstrengungen, bessere Zugänge für das digitale Lernen zu schaffen, braucht die Stadt Hanau die Unterstützung der Schulen, so Weiss-Thiel, und nennt die Pflege der notwendigen Datensätze und die Einarbeitung in die neuen Unterrichtsformen als Beispiele. Für die Schulen sei es wichtig zu wissen, welche technischen Möglichkeiten es gibt, welche Lösungen sich bewährt haben und welche Lösungen den rechtlichen Ansprüchen des Datenschutzes genügen.

Lehrer müssen sich auf neue Gegebenheiten einstellen

Eine Abfrage zu den derzeit genutzten digitalen Kommunikationsmethoden in den Schulen ergab ein sehr heterogenes Bild, fasst der Bürgermeister die Ergebnisse zusammen, und ergänzt, dass sowohl die eingesetzten Technologien als auch die formulierten Anforderungen ganz unterschiedlich sind. Zudem müssten auch die Lehrer in die Lage versetzt werden, die neue Lehr- und Lernumgebung sicher zu beherrschen.

Um die Schulen für die digitale Zukunft besser aufzustellen, soll es parallel zur Einführung von cloudbasierten Anwendungen für die Schulen auch ein Fortbildungsprogramm über die Volkshochschule Hanau für Lehrer geben. Dabei können die Lehrkräfte sowohl auf online basierte Schulungen als auch auf Präsenzseminare zurückgreifen. Erste Abstimmungsgespräche zwischen dem Stadtschulamt, dem Medienzentrum, dem Staatlichen Schulamt und der VHS, die federführend beim Aufbau der Fortbildungsreihe sein wird, hätten bereits stattgefunden.

Technische Ausstattungen bei den Schülern sehr unterschiedlich

Der Schuldezernent hat aber neben dem notwendigen Ausbau der Infrastruktur und der Lehrerfortbildung ein weiteres Manko identifiziert, dass das digitale Lernen erschwert: Rückmeldungen der Schulen zeigten nach seinen Worten, dass sowohl die Kompetenzen als auch die technische Ausstattung in den Familien der Schüler für digitales „Homeschooling“ sehr unterschiedlich sind.

Hier sieht Weiss-Thiel durchaus Anlass zur Sorge. „Vielfach teilen sich mehrere Familienmitglieder einen Computer und besonders in einkommensschwachen Familien fehlen viele Grundvoraussetzungen für digitales Lernen zu Hause.“ Dies sei ein Aspekt, so der Bildungsdezernent, der bei allen Diskussionen um digitales Lernen und den Digitalpakt Schule in den letzten Jahren sträflich vernachlässigt worden sei.

Digitale Medien lösen Schulbücher ab

Laptops und Tablets werden, so seine Erwartungen, in Zukunft die heutigen Schulbücher zu einem nicht unerheblichen Teil ablösen. Das dürfe aber nicht zu einem Nachteil für Kinder werden, die von zu Hause nicht die notwendige Unterstützung dafür erhalten können.

„Wenn wir Chancengleichheit und dafür den Grundsatz der Lernmittelfreiheit ernst nehmen, muss das Land Hessen, analog der heutigen Schulbücher und sonstigen Lehrmittel, hier deutlich nachbessern.“

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