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Gefährliche Nähe: Diese erkläre sich aus der Arbeitsweise des Stabs, für die sich alle Beteiligten in räumlicher Nähe zueinander befinden müssten, um die notwendigen kurzen Kommunikationswege zu erhalten.

Corona-Krise

Die Krisenmanager: 24 Mitglieder im Corona-Krisenstab sorgen für Informationen und Entscheidungen in Hanau

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Kurze Kommunikationswege ermöglichen schnelle Entscheidungen. Diese wiederum sind die Voraussetzung für zielstrebiges Agieren und zeitnahes Reagieren. Selten ist dies so wichtig wie in einer Ausnahmesituation, wie sie sich derzeit präsentiert.

Die Stadt Hanau hat deshalb schon frühzeitig einen Corona-Krisenstab ins Leben gerufen, in dem zentral alle Fragen rund um die Entwicklungen und Notwendigkeiten im Zusammenhang mit dem Virus zusammenlaufen und bearbeitet werden. Die ämter- und dezernatsübergreifende Struktur des Stabs garantiere dabei den notwendigen Informationsfluss. Die von den einzelnen Ämtern, Behörden und Eigenbetrieben entsendeten Mitarbeiter stellten sicher, dass jede neue Entwicklung sofort Eingang finden kann in die tagesaktuelle Arbeit.

Schulungsraum der Feuerwehr wird zum Großraumbüro

Der Schulungsraum im zweiten Stock der Hauptfeuerwache biete mit den angrenzenden Räumen den Arbeitsplatz für all jene, für die es keinen normalen Arbeitsalltag mehr gegeben hat, nachdem Oberbürgermeister Claus Kaminsky und Feuerwehrchef Peter Hack am 13. März den Krisenmodus offiziell bestätigt haben. Ein engagiertes Team um Feuerwehrmann Sebastian Mathuschik habe von diesem Augenblick an dafür gesorgt, dass sich der eher spärlich ausgestattete Schulungsraum in ein Großraumbüro mit allen erforderlichen Arbeitsmaterialien und Rahmenbedingungen entwickelt.

Am Tag elf habe sich aus dem schnell verfügbaren Provisorium ein professionelles Arbeitsumfeld entwickelt. Das Tempo der verschiedenen Kommunikationskanäle, die heute weit mehr als die klassische Pressearbeit umfassen, erfordert hohe Präsenz und Schnelligkeit. Mit der Unterstützung von vielen Kollegen sowie externen Kommunikationsagenturen und Social-Media-Profis gelinge es, immer „vor der Lage“ zu sein, wie die Feuerwehr eine vorausschauende Krisen-Planung bezeichnet.

Corona-Krise: Routinen auch im Ausnahmezustand

Inzwischen hätten sich aber auch im Ausnahmezustand Routinen entwickelt, die von außen betrachtet immer dieselben seien. Dabei gleiche bei genauerer Betrachtung kein Tag dem anderen. Wochentags beginnt um 9 Uhr die morgendliche Lagebesprechung, die einen Überblick gibt über das, was in der Nacht passiert ist und was für den neuen Tag geplant ist. Reihum geben alle einen Bericht zu den aktuellen Planungen. Claus Kaminsky ist immer dabei.

 Er hat vorläufig alle Termine abgesagt, die er nicht telefonisch aus dem Stab heraus erledigen kann oder die vor Ort stattfinden können wie die Interviewanfragen von verschiedenen TV-Stationen, nachdem der OB mit seiner Verfügung gegen Hamsterkäufe bundesweit Schlagzeilen gemacht hat. Um 15 Uhr folgt die zweite große Runde, in der vorläufige Bilanz gezogen wird, was im Laufe des Tages an Anfragen oder Problemen an die einzelnen Stabsmitglieder herangetragen wurde. Außerdem gibt es immer einen Sachstand für alle, wie weit die angestoßenen Projekte gediehen sind. Diese sind in den ersten Tagen von den Schulschließungen mit allen Konsequenzen und von der Organisation der Not-Kinderbetreuung durch den Eigenbetrieb Kindertagesbetreuung unter der Leitung von Astrid Weiermann geprägt. 

Neue Projekte durch Anregungen am Bürgertelefon

Der Aufbau eines funktionierenden und gutbesetzten Bürgertelefons liegt in den Händen von Ordnungsamtsleiter Thorsten Wünschmann und nach kleineren Anlaufschwierigkeiten können sich Hanauer täglich von 7 bis 20 Uhr mit ihren kleinen und größeren Nöten an kompetente Ansprechpartner wenden.

Aus den Anregungen, Unsicherheiten und Fragen, die hier an die Stadt herangetragen werden, entwickeln sich die nächsten Projekte: eine neue Internetseite, die von Thomas Bott quasi über Nacht erstellt werden muss, eine Hotline für Unternehmen und Selbständige, ein Angebot zur Lebensmittel-Versorgung von hilfebedürftigen Menschen, die selbst nicht mehr einkaufen gehen können, oder auch eine Beratungsstelle für Arbeitnehmer, die in der Krise Angst um ihren Arbeitsplatz haben müssen oder diesen bereits verloren haben.

Aber auch wenig erfreuliche Entscheidungen seien zu treffen, etwa die Absage aller Veranstaltungen in naher Zukunft sowie der Brüder-Grimm-Festspiele. Der OB, selbst rund um die Uhr erreichbar, ist nach eigenen Worten beeindruckt und dankbar für den Einsatz der Mitarbeiter im Stab. Ihm sei nach eigenen Worten sehr wohl bewusst, dass diese ein überdurchschnittliches Engagement zum Wohle der Stadt zeigten.

Quarantäne in der Feuerwache möglich - Mitarbeiter haben Koffer gepackt

Das könnte auch noch auf eine ganz besondere Probe gestellt werden, wenn es tatsächlich eine Corona-Infektion innerhalb des Krisenstabs gäbe. „Jedem von uns hier war von Anfang an klar, dass es zu einer Quarantäne-Situation in der Feuerwache kommen kann“, so Martin Bieberle als Leiter des Verwaltungsstabs. Das erkläre sich aus der Arbeitsweise des Stabs, für die sich alle Beteiligten auch in räumlicher Nähe zueinander befinden müssten, um die notwendigen kurzen Kommunikationswege zu erhalten.

Bis auf ganz wenige Ausnahmen, die für den Fall einer Infektion innerhalb des Stabs in die häusliche Quarantäne entlassen würden, haben deshalb die übrigen Mitglieder bereits in der Hauptfeuerwache einen zugeteilten Spind für die persönlichen Habseligkeiten und zum Teil auch schon einen fertig gepackten Koffer, um für die ersten Tage unter Ausschluss der Öffentlichkeit gewappnet zu sein.

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