Im immer verdichteter werdenden Stadtraum am besten ans Ziel kommen: Wie das gelingen kann, soll ein Verkehrsentwicklungsplan zeigen. Ein erster Schritt dazu ist ein Mobilitätsleitbild, das erstellt werden soll. Luftbild: Axel Häsler

Hanau

Stadt Hanau gibt Mobilitätsleitbild in Auftrag

Hanau. Wie sollen sich Fuß-, Rad- und Autoverkehr, öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV), Parkraumbewirtschaftung, innerstädtische Transportlogistik und multimodale Mobilität mit mehreren nutzbaren Verkehrsträgern künftig in Hanau entwickeln? Erste Antworten auf diese Frage soll ein Mobilitätsleitbild ergeben.

Dessen Beauftragung hat der Magistrat jetzt gebilligt. Die Stadtverordneten beschäftigen sich am Montag, 17. Februar, damit. Das Leitbild soll laut Mitteilung als Einstiegsbaustein für die Zielbestimmung eines Verkehrsentwicklungsplans dienen.

Mobilität wird zentrales Thema

Oberbürgermeister Claus Kaminsky sieht in der Mobilität ein „zentrales Thema für die nächsten Jahre“. Und es werde entscheidend sein, „wie wir in einem immer verdichteter werdenden Stadtraum am besten ans Ziel kommen und dabei sorgsam mit der Umwelt umgehen“.

Verkehrsentwicklung müsse heute verstärkt mit Regional- und Stadtplanung, mit Energieversorgung und Auswirkungen auf das Klima verzahnt werden, erklärt Hanaus Verkehrsdezernent Thomas Morlock. Sämtliche Bestandteile des Verkehrssystems müssten „langfristig so optimiert werden, dass jeder Verkehrsträger seine spezifischen Stärken effektiv und effizient einsetzen kann“.

Mobilitätsstationen an Bahnhöfen

Morlock hebt hervor, dass bei der Leitbildentwicklung die Integration von Mobilitätsstationen vornehmlich an Bahnhöfen in den Blickpunkt rücke, wo verschiedene, möglichst viele Verkehrsträger miteinander verknüpft werden. Ebenso werde ein verstärktes Augenmerk auf alternative Antriebe an Stelle fossiler Brennstoffe gelegt. Wichtig sei zudem, wie künftig Parkraum organisiert und bewirtschaftet werde.

Bei dem Leitbild handelt es sich um einen übergeordneten Prozess. Aufsetzend auf vorhandene Planungen und Studien soll die Ausrichtung der städtischen Mobilitätsstrategie Verkehrsentwicklungsplanung weiterentwickelt werden. Dabei sollen Stärken und Schwächen der Verkehrsträger herausgearbeitet werden. „Gefragt sind ausdrücklich auch innovative Lösungen für Hanau“, unterstreicht Morlock, „um eine bestmögliche Vernetzung von Verkehrsträgern zu erreichen“.

Bürgervorschläge sollen berücksichtigt werden

Auf der Grundlage des entwickelten Mobilitätsleitbilds wird im zweiten Schritt der Verkehrsentwicklungsplan gestaltet. Er umfasst die Themenfelder Fußverkehr, Radverkehr, Bus und Bahn, motorisierter Individualverkehr, Parkraumbewirtschaftung, innerstädtische Transportlogistik, vor allem für den Einzelhandel, sowie multimodale Mobilität.

OB Kaminsky betont, dass bei der Leitbildentwicklung selbstverständlich Vorschläge vom Bürgerbeteiligungswochenende im März 2019 aufgenommen würden. Seinerzeit spielte das Themenfeld Fortbewegung eine zentrale Rolle.

Autofreie Plätze und Straßen ein Ziel

So heißt es in den damals formulierten Leitthesen, dass der mit dem Stadtumbau eingeschlagene Weg, Plätze und City-Straßenraum schrittweise autofrei zu machen, „konsequent fortgesetzt“ werde. Das geschehe mit Augenmaß und Berücksichtigung des Einzelhandels und der Anwohnenden. Voraussetzung für den Wandel sei es, den Radverkehr zu stärken, das Bus- und Bahnangebot sowie alternative Mobilitätskonzepte wie das Carsharing voranzubringen.

Für die letzte Meile der Zulieferlogistik sei es sinnvoll, einen zentralen innerstädtischen Knoten zu finden, von dem aus nicht mehr mit so vielen Transportfahrzeugen wie bisher Innenstadt-Geschäfte bedient werden.Für ihre strategische Mobilitätsplanung will sich die Stadt Hanau um Fördergelder von Europäischer Union, Bund und Land bemühen. Dazu hatte Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir die Gebietskörperschaften 2019 in einem Schreiben ausdrücklich ermuntert.das

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