Tatort Friedenskirche: An dieser Bushaltestelle vor der Friedenskirche in Hanau ist die junge Frau vor siebeneinhalb Jahren brutal niedergeschlagen worden.
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Tatort Friedenskirche: An dieser Bushaltestelle vor der Friedenskirche in Hanau ist die junge Frau vor siebeneinhalb Jahren brutal niedergeschlagen worden.

Sensationeller Fahndungserfolg

Spezialkommando nimmt verdächtigen Hanauer bei München fest

  • Thorsten Becker
    vonThorsten Becker
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Siebeneinhalb Jahre nach dem mysteriösen Verbrechen an der Friedenskirche in Hanau-Kesselstadt scheint die Tat von den Hanauer Ermittlungsbehörden aufgeklärt worden zu sein: Ein Tatverdächtiger, der im September 2013 eine damals 25-Jährige mit einer Eisenstange brutal niedergeschlagen haben soll, ist in der Nähe von München von einem Spezialkommando festgenommen worden. Er sitzt jetzt in Untersuchungshaft.

Hanau/München – „In den frühen Morgenstunden ist im Großraum München ein 32-jähriger Hanauer wegen des dringenden Tatverdachts des versuchten Totschlags festgenommen worden“, berichtete der Hanauer Oberstaatsanwalt Dominik Mies am Mittwoch. Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft Hanau beim Amtsgerichts Hanau einen Haftbefehl gegen den Verdächtigen erwirkt.

Frau an Bushaltestelle brutal angegriffen

Dem Mann wird vorgeworfen, am 15. September 2013 gegen 22 Uhr eine damals 25-jährige Rechtsreferendarin, die am Landgericht Hanau arbeitete, auf ihrem Nachhauseweg an der Bushaltestelle „Friedenskirche“ an der Philippsruher Allle in Kesselstadt angegriffen zu haben.

Opfer erlitt schwerste Schädelverletzungen

Das sagt Oberstaatsanwalt Mies sagt zu den konkreten Vorwürfen: „Er soll mehrfach mit einer zirka 1,8 Kilogramm schweren und etwa 32 Zentimeter langen Kurzhantelstange auf ihren Kopf eingeschlagen haben, wodurch die Geschädigte schwerste Schädelverletzungen davontrug.“ Die Tatwaffe war von der Polizei sichergestellt worden.

Täter trägt Opfer in eine Seitenstraße - dann flüchtet er

Nach der Attacke soll der Mann die junge Frau in eine Seitenstraße getragen, sie an einer Hauswand abgelegt haben. Als zwei Zeugen auf die Situation aufmerksam geworden waren und zu Hilfe eilten, sei der Mann geflüchtet. Das Opfer schwebte danach lange Zeit in Lebensgefahr. Sie konnte jedoch gerettet werden und hatte die später keine Erinnerung mehr daran, was passiert ist.

Lange Zeit keine heiße Spur

Die Ermittlungen wurden seinerzeit vom Hessischen Landeskriminalamt übernommen, führten jedoch trotz hohen Ermittlungsaufwands wie dem Einsatz von sogenannten Mantrailer–Hunden, einer DNA-Reihenuntersuchung und der Vorstellung des Falles in der ZDF-Fahndungssendung „Aktenzeichen XY.... ungelöst“ (2014) zunächst zu keiner heißen Spur.

Oberstaatsanwalt Mies: DNA-Treffer führt zu heißer Spur

Dann kommt die Wende: „Ende Januar 2021 führte ein DNA-Treffer zur Intensivierung der Ermittlungen, die mit Hochdruck fortgesetzt und zum dringenden Tatverdacht gegen den Beschuldigten mündeten“, so Oberstaatsanwalt Mies weiter.

SEK München nimmt Verdächtigen fest

Der Tatverdächtige sei am Mittwochmorgen in einer Therapieeinrichtung, in der er sich aus eigenem Entschluss aufhielt, durch das Spezialeinsatzkommando der bayerischen Landeshauptstadt festgenommen worden. Anschließend wurde der 32-Jährige durch ein hessisches Ermittlerteam übernommen. Die zuständige Ermittlungsrichterin des Hanauer Amtsgerichts hat laut Mies am Mittwochnachmittag (14.04.2021) einen Untersuchungshaftbefehl gegen den 32-Jährigen erwirkt. (Thorsten Becker)

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