1. Startseite
  2. Hanau

Sommernacht: Neue Philharmonie bietet italienisches Flair

Erstellt: Aktualisiert:

Bei der Sommernacht hat eine entspannte Atmosphäre geherrscht. Foto: Bender
Bei der Sommernacht hat eine entspannte Atmosphäre geherrscht. Foto: Bender

Hanau. Während der Wilhelmsbader Sommernacht entführte die Neue Philharmonie Frankfurt ihre Gäste in den Süden Europas. Das Ensemble überzeugte dabei mit einer Mischung aus Oper, Film-, Pop- und Schlagermusik aus Italien. Atmosphärisch punktete die Veranstaltung mit einer ansprechender Beleuchtung des Areals.

Von Sebastian Zeh

Zunächst scheint es ein ganz normaler Samstagnachmittag zu sein. Die Verkehrslage in der City ist entspannt, das Ziel Wilhelmsbad, an dem die alljährliche Sommernacht stattfindet, scheint – wie an anderen Tagen auch – schnell erreichbar. Aus dem Nichts folgt dann der Stau. Für die letzten 500 Meter brauche ich fast eine halbe Stunde, ehe ich endlich auf dem letzten noch für Fahrzeuge zugänglichen Parkplatz stehe. Schon jetzt ist klar: Es wird voll im Kurpark. Sehr voll.

Offizielle Zahlen liegen bisher nicht vor und auch die Polizei, die laut eigenen Aussagen „einen eher angenehmen Dienst“ antrat, konnte nichts Genaueres sagen. Auf den ersten Blick wird jedoch klar, dass es sich um einige Tausend Besucher handeln muss, die sich, bepackt mit allerlei Picknick-Utensilien, zur Parkanlage in Wilhelmsbad aufgemacht haben. Sie alle wollen die laut Motto „schönste Nacht unter den Sternen“ erleben.Um 17 Uhr sind schon etliche Gäste daBereits zur Eröffnung der Gastronomie um 17 Uhr sind etliche Gäste vor Ort und belegen die begehrten Plätze nahe der Bühne. Die erfahrenen Sommernacht-Anhänger haben Picknickdecken oder Campingstühle dabei, um sich in Lauschweite der Musik niederzulassen. Einige von ihnen stellen sogar Pavillons auf und geben dem Abend dadurch fast schon eine Festivalatmosphäre.Im Vergleich zum Vorjahr scheint es indessen noch ein wenig voller zu sein. Gerade die Wege zwischen den einzelnen Stühlen und Decken sind deutlich enger geworden. Den großen Zuspruch für die Veranstaltung begrüßte Oberbürgermeister Claus Kaminsky ausdrücklich.Überall herrscht entspannte StimmungIn seiner Eröffnungsrede weist er nicht nur auf seine persönliche Vorfreude zum anstehenden Abendprogramm hin, sondern auch seine Freude über das zahlreiche Erscheinen der Hanauer Bürger. Gerade angesichts der aktuell grassierenden Welle von Terror und Gewalt sei es wichtig, sich an den positiven Dingen erfreuen zu können. „Wir alle sollen auch miteinander fröhlich sein können“, so Kaminsky.Das Miteinander nehmen sich die Besucher eindeutig zu Herzen. Überall herrscht eine entspannte Stimmung, an der auch lange Wartezeiten an Essensständen und vor den Toiletten nichts verändern. Menschen kommen ins Gespräch, bieten sich gegenseitig etwas von ihren mitgebrachten Speisen an.Oper, Filmmusik, Pop und Schlager vereintAuf der Bühne wird es indessen italienisch. Die Neue Philharmonie Frankfurt hat ein Programm mit dem Titel „Die Rückkehr des Belcanto“ zusammengestellt, das Oper, Filmmusik, Pop und Schlager miteinander vereint. Der erste Teil des Konzerts widmet sich dem Werk von Giacomo Puccini und der Filmmusik von Komponist Ennio Morricone.Oper trifft auf Spaghettiwestern heißt es dabei, wenn auf Auszüge von Tosca das wohl bekannteste Werk Morricones, nämlich „The Man with the Harmonica“ aus dem Film „Spiel mir das Lied vom Tod“ trifft. Zwischen den einzelnen Stücken erzählt Sprecher Achim Dürr Geschichten über die Cosa Nostra und eine verzweifelte Liebe.„Time to say Goodbye“Für den zweiten Teil hat sich die Neue Philharmonie mit Franca Morgano und Joyello zwei Gastsänger eingeladen, die der Musik einen poppigeren Anstrich geben. Für Stimmung sorgen dabei vor allem bekannte italienische Schlager, etwa „Felicita“ von Al Bano Carisi und Romina Power oder Paolo Contes „Azzuro“. Gegen 23 Uhr ist Schluss und die Musiker verabschieden sich passenderweise mit „Time to say Goodbye“ von ihren Zuhörern.Das Programm kommt bei den Gästen gut an. Einige von ihnen wünschen sich jedoch den ursprünglichen Standort der Bühne auf dem Schotterweg vor dem Puppenmuseum zurück. Laut einer Gruppe aus Bruchköbel, die seit Jahren gerne zur Sommernacht kommt, sei dadurch die Akustik besser gewesen.Bildschirme werden vermisstDie 26-jährige Patricia Kriegel aus Großkrotzenburg vermisste zudem Bildschirme, die auch bei einer größeren Distanz zur Bühne eine Sicht auf das Orchester ermöglichen. Dank der aus ihrer Sicht tollen Atmosphäre sei dieser Verlust jedoch zu verschmerzen. „Wer explizit für die Musik herkommt, muss eben früher da sein.“

Auch interessant