Coole Sache: Mit seinem dem Anlass angemessenen modischen Outfit sieht der altehrwürdige Moritz Daniel Oppenheim aus wie ein junger Outdoorfan von heute. Foto: Ulrike Pongratz

Hanau

Solarfestival zeigt klimafreundliche Trends und Technik

Hanau. Den Zeitpunkt für ein Solarfestival hätte Anja Zeller von der Stabsstelle Nachhaltige Strategien der Stadt Hanau nicht besser wählen können. Die Sonne knallte vom Himmel und demonstrierte ihre Power, die Ladestationen für Smartphones füllten ihre Speicher, und auch die solarbetriebenen Spielzeuge waren in Aktion.

Von Ulrike PongratzDie „Klimawahl“, wie Anja Zeller die Europawahl vom vergangenen Sonntag nannte, gab den Veranstaltern – Stadt Hanau, stadtwerke hanau und KUZHU (Kultur- und Jugendzentrum Hanau) – zusätzlich Rückenwind. Die Veranstaltung bot Beratung und Information rund um Sonnenenergie und klimafreundliches Handeln, Firmen warben für innovative Produkte. Auf der Solarbühne sorgten Singer-Songwriter, Kabarettisten, Poetry-Slamer und Musikbands bis spät abends für Unterhaltung und eine entspannt-fröhliche Festival-Stimmung.

"Hanau hat noch Luft nach oben"

„Alle reden vom Klima, wir tun was“, eröffnete Anja Zeller das klimaneutrale Fest. Sonnenenergie sei eine billige, schnell verfügbare und CO2-freie Energiequelle, deren Nutzungsmöglichkeiten man in Hanau weiter publik machen wolle. „Wir haben schon viel getan, auf vielen Schuldächern sind bereits Photovoltaikanlagen (PV) installiert“, so Zeller, „aber Hanau hat noch Luft nach oben. Ziel ist es, möglichst alle Dächer als Energielieferant zu nutzen.“

Für dieses Ziel hat die Stabsstelle Nachhaltige Strategien die Stadtwerke Hanau und Enerix Hanau Photovoltaik gewonnen, die am Sonntag vor allem Eigenheimbesitzer rund um das Thema „Solarenergie“ berieten. Die Verbraucherzentrale Frankfurt oder die Mitglieder des Solarvereins Frankfurt machten sich dagegen für kleine Lösungen stark. „Nicht nur Hausbesitzer, auch Mieter können einen Beitrag zur Energiewende leisten“, meinten sie. Endlich habe auch Deutschland die „Mini-PV“ oder „Balkon-PV“ bis circa 300 Watt zugelassen: Kleine Module, die man an Balkonen anbringen kann, speisen CO2-neutralen Strom ein und reduzieren damit auch die Stromkosten.

Smartphone laden an der Parkbank

Ein Hingucker waren auch die Solaröfen und -kocher, die mit einfacher Technik die Kraft der Sonne auf dem Balkon oder Campingplatz nutzen. Für die mobile Gesellschaft bietet die „ibench“ eine solare Ladestation für Smartphones, Tablets oder auch E-Bikes. Die Bänke von Scapio finden sich mittlerweile auf dem Campus, in Fußgängerzonen und an Bushaltestellen. Überall dort, wo Menschen kurz verweilen, könnten sie die Zeit nutzen, ihre Geräte mit Sonnenenergie aufzuladen. Die „ibench“, die Speichermodule für etwa drei Tage beinhaltet, könne individuell konfiguriert und mit zusätzlichen Features, wie WLAN-Hotspot. LED-Leuchtband ausgestattet werden, erfuhren die Besucher.

„Das Solarfestival ist Teil der Kampagne für ein klimaneutrales Hanau“, so Anja Zeller. „Am 19. September wollen wir in Mittelbuchen mit dem zweiten Solarabend vor allem Eigenheimbesitzer rund um das Thema 'Photovoltaik' beraten. Auch zur E-Mobilität werden Informationsveranstaltungen folgen.“ Zudem habe die Stadt Hanau das Ziel, 2020 das Zertifikat „Fairtrade Town“ zu erhalten.

Veranstalter ziehen gemischtes Fazit

Für das Opening fiel die Zwischenbilanz von Anja Zeller gemischt aus: Foodsharing Main-Kinzig e.V. war restlos ausverkauft, die Solarfreunde aus Frankfurt waren nicht nur vom Interesse der Hanauer positiv überrascht, sondern auch vom Angebot auf dem Wochenmarkt, und auch der Weltladen erfuhr mehr Nachfrage als gedacht. „Es hätten insgesamt noch ein paar mehr Besucher sein können“, meinte Anja Zeller mit Blick auf ein paar freie Liegestühle, zeigte sich aber insgesamt optimistisch für weitere Veranstaltungen. „Auch das Thema klimaneutrales Fest zieht Kreise, Klein-Auheim hat bereits für das Stadtteilfest angefragt.“

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