1. Startseite
  2. Hanau

Silvesternacht ist für die Tiere ein Graus - Tipps für Tierhalter

Erstellt: Aktualisiert:

Noch ist es ruhig: Tierpflegerin Denise Vieweg (links) und Auszubildende Stefanie Klossek mit Cora und Lisa vor dem Hanauer Tierheim. Foto: Pongratz
Noch ist es ruhig: Tierpflegerin Denise Vieweg (links) und Auszubildende Stefanie Klossek mit Cora und Lisa vor dem Hanauer Tierheim. Foto: Pongratz

Hanau. Die Silvesternacht ist für viele Haus- und Wildtiere die schlimmste Nacht des Jahres: Raketen und Böller erschrecken sie oder werden sogar zur tödlichen Gefahr. Im Tierheim Hanau sind deshalb mehr Helfer als sonst im Einsatz, um sich um die Tiere zu kümmern. Das Tierheim gibt auch nützliche Tipps für Tierhalter.

Von Ulrike Pongratz

Das Feuerwerk zum Jahreswechsel nehmen die meisten Haustiere als sehr bedrohlich wahr. Für viele Wildtiere werden Raketen und Böller sogar oft zu einer tödlichen Gefahr. Wie auch Hund, Katze und Co. stressfrei die Silvesternacht erleben können, wissen Petra Elian und Isabell Althoff vom Tierheim Hanau, die sich Jahr für Jahr wegen ihrer Schützlinge auf diesen Tag einstellen.„Nicht nur für unsere Heimtiere sind diese Tage einfach schrecklich“, betont Isabell Althoff, die Leiterin des Hanauer Tierheims, „Hunde, Katzen und auch freilebende Tiere sind sehr viel lärmempfindlicher als Menschen“, erklärt sie. Ihr Gehör sei um ein Vielfaches besser. Nicht nur ängstliche Tiere gerieten bei der Knallerei an Silvester in Panik.Hunde müssen an die LeineDeshalb rät auch die Vorsitzende des Tierschutzvereins Hanau, Petra Elian, allen Hundebesitzern, ihre Tiere um den Jahreswechsel nur angeleint auszuführen und gut festzuhalten. „Nicht selten reißen sich Hunde sogar los und fliehen in Panik, wenn sie durch ungewohnt lauten Krach oder durch grelles Licht erschreckt werden“, ergänzt Isabell Althoff. „Die Suchaktionen häufen sich üblicherweise zum Jahreswechsel.“Wie viele Tierschutzorganisationen könnten sich auch die beiden Frauen in Hanau eine tierfreundliche Silvesternacht ohne Raketen gut vorstellen – und denken dabei nicht nur an ihre eigenen Schützlinge. Rund um das Tierheim am Wasserturm wird es erfahrungsgemäß sehr laut.Vertraute Person wichtigDeshalb betreuen rund um Silvester mehr freiwillige Helfer als üblich die etwa 90 Hunde, Katzen und Kleintiere im Hanauer Tierheim. Da in dieser Nacht nicht nur Tierfreunde unterwegs sind, wollen Petra Elian und Isabell Althoff nicht detailliert über ihre Vorbereitungen und Maßnahmen berichten.Im Gespräch mit unserer Zeitung geben die beiden Expertinnen für Hunde- und Katzenhalter gerne ein paar hilfreiche Tipps: „Viele Haustiere sind in der Silvesternacht bereits vor Stress geschützt, wenn Rollläden heruntergelassen und Radio oder Fernseher ein wenig lauter gestellt werden.“ Auf jeden Fall sollten Hunde von einer vertrauten Person betreut werden.Tiere nicht zwingen„Es versteht sich von selbst, dass man Haustiere nicht einfach ihrem Schicksal überlässt“, betont Frau Althoff. „Wenn sich ängstliche Hunde aber dennoch zitternd in ihre Box oder hinter dem Sofa verkriechen, sollten ihre Besitzer sie weder streicheln noch ihnen gut zureden. Dies bestärkt Hunde nur in ihrem Verhalten“, ergänzt Frau Elian. „Wer weiß, dass sein Haustier besonders empfindlich reagiert, kann sich beim Tierarzt nach beruhigenden Medikamenten erkundigen.“Sind Hunde bereits verängstigt und wollen nicht mehr spazieren gehen, sollten sie keinesfalls dazu gezwungen werden, raten die Tierschützerinnen. Katzen halte man am Silvesterabend am besten im Haus. Auch für andere Kleintiere, die im Garten gehalten werden, sei im Haus der sicherste Platz.Wildtiere und Vögel geraten oft in PanikDort fänden sie Schutz und blieben oft sogar gelassen, wenn die Menschen durch ruhiges Verhalten Sicherheit vermittelten. Für Wildtiere und Vögel in den Parks und Gärten gibt es keinen Schutz. Sie gerieten durch Böller, Knaller und Blitze am hell erleuchteten Nachthimmel oft in Panik. Nicht selten ende diese Nacht für Wildtiere tödlich.Deshalb schließen sich Isabell Althoff und Petra Elian dem Appell vieler Tierschutzorganisationen an, das Neue Jahr ruhig und entspannt zu begrüßen. Am besten, so sind sie überzeugt, sollte man ganz auf Böller, Knallerei und ein Feuerwerk verzichten.

Auch interessant