Schüler aus dem Team der Hola mit Stabsstellenleiterin Anja Zeller (rechts) und Hola-Konrektor Helge Messner (Dritter von rechts) bei der Siegerehrung im Olof-Palme-Haus. Foto: Rainer Habermann

Hanau

Siegerehrung beim Stadtradeln mit Umweltgedanken im Vordergrund

Hanau. „Bei der Stadtwette haben wir ein hochgradiges Unentschieden erreicht“. Das meinte Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky zum Ergebnis des diesjährigen Stadtradelns, das die beiden Städte Hanau und Maintal in diesem Sommer gemeinsam ausgetragen hatten.

Von Rainer Habermann

21 Tage lang, vom 26. August bis zum 15. September diesen Jahres, traten weit über 800 Teilnehmer exakt 183 212 Kilometer in die Pedale. Das bedeutet: gut 4,5 Mal um die Erde in rund drei Wochen! Bei der Siegerehrung am Montagabend im Olof-Palme-Haus ging es allerdings nicht bierernst zu, sondern ganz im Gegenteil, denn die Teilnehmer verfolgen ja alle einen guten Zweck.

„Runter vom Sofa, rauf aufs Rad!“, beschrieb die Maintaler Bürgermeisterin Monika Böttcher den Ansporn zu jenen Taten, und Kaminsky ergänzte: „Ziel ist, die Umwelt nicht zu belasten. Viel mehr Menschen sollten – auch auf ihrem täglichen Weg zur Arbeit – aufs Fahrrad umsteigen.“

30 Tonnen CO2 konnten eingespart werden

Dass das geht, bewiesen etliche der 437 Teilnehmer, die sich in 33 Teams oder als Einzelfahrer in Hanau am Stadtradeln beteiligten. 112 953 Kilometer legten die Hanauer zurück, und 70 259 Kilometer die 380 Maintaler. Immerhin knapp 30 Tonnen des Klimakillers CO2 konnten so – rechnerisch im Vergleich zum Auto – eingespart werden.

Im Schulradeln gewannen die Schülerinnen und Schüler der Albert-Einstein-Schule (AES) im Stadtteil Bischofsheim. Mit gut 20 000 gestrampelten Kilometern trugen die 218 Schülerradler fast ein Drittel zum Gesamtergebnis bei. Ihr Gymnasiums-Pendant auf Hanauer Seite, die Hohe Landesschule (Hola), leistete ebenfalls Hervorragendes: 75 Holaner legten knapp 17 000 Kilometer auf dem Drahtesel zurück.

Kaminsky hatte eine Botschaft an die "Eltern-Taxis"

Beide Schulen erhielten 500 Euro für die Gestaltung ihrer Schulräume im Innen- und Außenbereich. Bei den Einzelfahrern konnte Angelika Gminder mit 2020 geradelten Kilometern in Hanau die Goldmedaille abräumen, in Maintal war es mit 1587 Kilometern Thomas Stöhr. Anja Zeller von der Hanauer Stabsstelle Nachhaltigkeit moderierte die Veranstaltung im Olof-Palme-Haus, Antje Quitta, die regionale Verkehrsbeauftragte des Regionalverbands Frankfurt/Rhein-Main, informierte über die Machbarkeitsstudie zum Radschnellweg Hanau – Maintal – Frankfurt.

Kaminsky hatte eine Botschaft für die Hanauer „Eltern-Taxis“, die aber sicher auch in anderen Kommunen nicht ungehört verhallen dürfte: „Was ich wirklich nicht verstehen kann, ist, wenn man keine 800 Meter von einer Schule entfernt wohnt und der Meinung ist, man müsste den Nachwuchs bis direkt vors Schultor karren. Ein paar hundert Meter an der frischen Luft können auch den Kleinen nicht schaden.“

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