Florian David Fitz (links) und Matthias Schweighöfer sind nicht nur Filmkumpels. Auch im richtigen Leben sind die beiden befreundet. Spontane Treffens seien aber eher selten, denn Fitz lebt in München, Schweighöfer in Brandenburg. Foto: Häsler

Hanau

Schweighöfer und Fitz lassen die Fans im Kinopolis strahlen

Hanau. Graue Löcherjeans, weiter Strickpulli, beige Sneaker und Fünf-Tage-Bart auf der einen, schwarze Jeans, schwarzer Kapuzenpulli und Zwei-Tage-Bart auf der anderen Seite. Der eine braunhaarig, der andere blond.

Von Kerstin Biehl

Die Gemeinsamkeit: Die beiden Herren, die sich hier auf Kinosesseln den Fragen der Journalisten stellen, gehören zur deutschen Schauspiel-Elite – Matthias Schweighöfer und Florian David Fitz. Gemeinsam haben sie einen neuen Film gedreht: „100 Tage“. Unsere Zeitung hat die beiden im Kinopolis getroffen.

Dass sie in Sachen Hanau definitiv noch die eine oder andere Nachhilfestunde brauchen, wird dabei schnell klar. Auf die Frage nämlich, ob sie wüssten, wer denn die berühmtesten Hanauer seien, folgt zunächst Schweigen.

„Die Söhne Hanaus?“, fragt Schweighöfer zurück. Beide müssen lachen. Und mit ihnen die – vorwiegend weibliche – Journalistenschar, die zum Pressetermin gekommen ist. Charmant geben sie sich, dabei durchaus bodenständig und höflich. Die richtige Antwort bleiben die Schauspieler schuldig, lassen sich aber gerne über die Vorzüge der Grimmstadt, und warum sie sich so nennt, aufklären.

Schweighöfer wortkarger als Fitz

Die Frage, warum man ihren neuen Film „100 Dinge“ unbedingt anschauen sollte, will Fitz so nicht beantworten. „Schau“, sagt der 44-Jährige Münchner freundlich, während er seinen Hund Elmo, einen Parson Russell Terrier, anweist, den Raum zu verlassen (er hört aufs Wort!), „ich hasse das. Wir sind nicht die Werbeabteilung, sondern wir sind die Leute, die den Film gemacht haben. Da musst Du wirklich die Leute fragen, die drin sind. Und da haben wir Gott sei Dank begeisterte Leute, und die können die Frage beantworten.“

Was Fitz aber doch sagt ist, dass er die Idee des Films, nämlich den Verzicht auf Konsum, sehr interessant und spannend finde. Das eine Ding, auf das er in seinem Leben verzichten könne, gäbe es bei ihm jedenfalls nicht.Fitz und Schweighöfer touren derzeit durch die ganze Republik, spulen dabei Tag für Tag das gleiche Programm ab. Im Durchschnitt drei Auftritte pro Tag, in drei verschiedenen Städten. Pressetermin, Meet and Greet, Autogrammstunde mit den Fans, einleitende Worte vor der Kinovorstellung. Schweighöfer ist müde, das gibt er zu und an diesem Tag auch deutlich wortkarger als sein Freund Fitz, der sich überaus eloquent gibt.

Erst Pressegespräch, dann Autogrammstunde

Wer sein Traumfilmpartner sei, beantwortet Schweighöfer ohne Umschweife: „Florian“, grinst er. Und wenn der keine Zeit habe würde er auch gerne mal mit Al Pacino, Robert de Niro oder Meryl Streep spielen. Sein Filmpartner gibt sich etwas bescheidener und verweist auf deutsche Schauspieler wie Lars Eidinger und Susanne Wolf. „Zu Al Pacino würde ich aber auch nicht nein sagen.“

Nach dem Pressegespräch geht es weiter zur Autogrammstunde. „Könnt ihr bitte aufhören zu drücken“, weisen die Ordner die vorwiegend weiblichen Fans hinter der Gitterabsperrung an. Die sind so verzückt angesichts der Nähe ihrer Idole, dass sie oftmals vergessen, den Blick auf die Schauspieler nicht ausschließlich durch die Handykamera zu werfen.

Von Hanau nach Marburg

Die Handlung von Schweighöfer und Fitz folgt stets dem gleichen Muster: Handy entgegennehmen, umdrehen, sich und den Fan im Bildschirm positionieren, lächeln, abdrücken – Schweighöfer und Fitz machen das im Akkord. Allein in Hanau dürften gut 300 Mobiltelefone durch ihre Hände gegangen sein. Fließbandarbeit.

Trotzdem verliert das Duo seine Laune nicht – schließlich machen Fitz und Schweighöfer Menschen glücklich. Spätestens in einer halben Stunde geht es wieder auf die Autobahn. Zum nächsten Promotermin in Marburg – gleiche Szenerie, gleicher Programmablauf. Feierabend nicht vor zwei Uhr nachts. Und genauso sieht es für den Rest der Woche aus. Zu einem Schauspielleben gehört eben doch weit mehr als nur gut auszusehen und Filme zu drehen.

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