Für über 3000 Erstklässler beginnt heute der Ernst des Lebens. Foto: Häsler

Region Hanau

Schülerrekord im Main-Kinzig-Kreis

Region Hanau. Soviele Schüler und Lehrer wie noch nie: Nach dem heutigen Schulstart beginnen am Dienstag auch über 3000 Erstklässler im Main-Kinzig-Kreis ihre Schullaufbahn. Das Staatliche Schulamt sieht die Grundversorgung gesichert, auch wenn noch immer zehn Lehrerstellen nicht besetzt sind.

Nach sechs Wochen Ferien hat am Montag an sämtlichen Schulen in Hessen wieder der Unterricht begonnen. Eigentlich ein Grund zu Freude, wären da nicht die schulpolitischen Baustellen, die bereits am Donnerstag im hessischen Landtag diskutiert wurden (wir berichteten). Kultusminister Alexander Lorz (CDU) sprach von 100 unbesetzten Lehrerstellen an hessischen Grundschulen. Auch bei Fragen zur Inklusion, dem Ausbau von Ganztagsschulen und der Ausbildung von Lehrkräften hinkt das Land offenbar hinterher.

Am Montag informierte die Leiterin des staatlichen Schulamtes des Main-Kinzig-Kreises, Sylvia Ruppel, über die bildungspolitische Lage innerhalb des Kreises. Unsere Zeitung hat Fragen und Antworten zusammengefasst.

 

Inwiefern schlägt sich der Mangel an Lehrkräften auch im Main-Kinzig-Kreis nieder?

 

Von den insgesamt 3373 Lehrerstellen im Main-Kinzig-Kreis sind aktuell noch 10 unbesetzt. Allerdings befinden sich diese schon in der Ausschreibung, um so schnell wie möglich besetzt zu werden. Engpässe gebe es nach wie vor für das Lehramt an Beruflichen Schulen in den Bereichen Metalltechnik und Sozialpädagogik, erklärte Ruppel. Betroffen von der angespannten Personalsituation seien außerdem Grundschulen und Förderschulen. Die Leiterin des staatlichen Schulamtes stellte jedoch klar, dass die Grundunterrichtsversorgung in jedem Fall gesichert sei.

 

Wie ist der Kreis bei den Ganztagsangeboten aufgestellt?

 

Die Bewertung der hessischen Ganztagsangebote fällt in mehreren Studien eher mau aus. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kritisiert beispielsweise, dass nur wenige Ganztagsschulen ein verbindliches Ganztagsangebot zu bieten hätten. Fakt ist, dass das Landesprogramm für ganztägig arbeitende Schulen immer weiter ausgebaut wird. Mit Beginn des neuen Schuljahres sind 76 Schulen aus Hanau und dem Main-Kinzig-Kreis Teil des Förderprogramms – vier mehr als noch im letzten Jahr. Im Rahmen der Aufnahme von neuen Schulen und der Erweiterung des bestehenden Angebots bekommen die Stadt Hanau und der Main-Kinzig-Kreis für das neue Schuljahr insgesamt 16 neue Stellen zur Verfügung gestellt.

 

Wie stellt sich die Lage bei der Inklusion dar?

 

Während im vergangenen Jahr noch insgesamt 584 Schülerinnen und Schüler mit Anspruch auf sonderpädagogische Förderung in öffentlichen Schulen unterrichtet wurden, wird sich die Zahl im neuen Schuljahr auf 673 erhöhen. Allein für den inklusiven Unterricht stehen dem staatlichen Schulamt für den Main-Kinzig-Kreis 134,11 Lehrerstellen zur Verfügung. Derzeit bieten 98 Schulen im Main-Kinzig-Kreis inklusiven Unterricht an, der mithilfe eines umfangreichen Fortbildungsangebots stetig optimiert werden soll.

 

Wie geht es an Gymnasien weiter mit G8 und G9?

 

An allen Gymnasien im Main-Kinzig-Kreis wird sukzessive die Rückkehr zu G9 fortgeführt. Aktuell gibt es mit der Karl-Rehbein-Schule, der Hohen Landesschule (beide Hanau) und der Albert-Einstein-Schule (Maintal) noch drei Schulen die ein Parallelangebot mit G8 und G9 betreiben. Allerdings werden sowohl die Hohe Landesschule als auch die Albert-Einstein-Schule das Programm mit Beginn dieses Schuljahres auslaufen lassen. Die Karl-Rehbein-Schule wird somit schon bald die letzte verbleibende Schule im Main-Kinzig-Kreis sein, die G8 anbietet.

 

Wie werden Flüchtlinge und Seiteneinsteiger in den Schulalttag integriert?

 

Mit „InteA“ (Integration durch Abschluss) stellt die hessische Landesregierung jugendlichen Flüchtlingen zwischen 16 und 18 Jahren die Möglichkeit auf bessere Deutschkenntnisse und einen Hauptschulabschluss in Aussicht. Vergangenes Schuljahr nahmen etwa 480 Jugendliche im Main-Kinzig-Kreis dieses Angebot wahr. Um auch künftig den Bedarf an Lehrkräften ideal abschätzen zu können, werden vom staatlichen Schulamt monatlich die neusten Zahlen erhoben. Des Weiteren soll mit der Fördermaßnahme „Deutsch als Zweitsprache“ nicht nur neu angekommenen Seiteneinsteigern, sondern auch in Deutschland geborenen Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund, die Probleme mit der deutschen Sprache haben, geholfen werden. Im vergangenen Schuljahr wurde das Angebot von insgesamt 1286 Schülerinnen und Schülern im Main-Kinzig-Kreis genutzt.

 

Die wichtigsten Zahlen und Fakten

 

3731 Schulanfängergibt es dieses Jahr im Main-Kinzig-Kreis. 3600 von ihnen besuchen die erste Jahrgangsstufe einer allgemeinen Grundschule, die restlichen 131 wurden an einer Förderschule aufgenommen.

 

Insgesamt 52.091 Schülerinnen und Schülergibt es seit gestrigem Montag im Main-Kinzig-Kreis. So viele wie noch nie. Während 39.803 Schüler an allgemeinbildenden Schulen angemeldet sind, besuchen 12.217 Schüler beruflichen Schulen

 

3373 Lehrstellen gibt es in diesem Jahr. Somit verfügt das Schulamt des Main-Kinzig-Kreises über so viele Lehrkräfte wie noch nie. Insgesamt kamen für das neue Schuljahr129 neue Lehrkräfte hinzu.

 

 

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