Wer im Vereinslokal des 1. Hanauer FC 1893 an der Kastanienallee zu Gast ist und eines der mobilen Toilettenhäuschen benutzen möchte, hat eine weite Reise vor sich. Foto: Bormann

Hanau

Schon seit September: Angespannte Toilettensituation bei Hanau 93

Hanau. Während es für Hanau 93 in sportlicher Hinsicht momentan kaum besser laufen könnte, sorgt die angespannte Toilettensituation auf dem Vereinsgelände zunehmend für Unmut. Der Vereinsvorsitzende Frank Feuerriegel verweist auf die Stadt, die wiederum angibt, den vereinbarten Terminplan einzuhalten.

Von Jonas Bormann

Dixi-Klo oder Spieler-Toilette? Wer in den vergangenen beiden Monaten zu Gast bei Hessens ältestem Fußballclub war, musste sich bei entsprechendem Bedürfnis entscheiden. Wegen grundlegender Sanierungsarbeiten sind die Sanitäranlagen des Vereinsheims seit Ende September gesperrt. Der Verein muss deshalb improvisieren. Die Unisex-Toiletten im Kabinentrakt und extra aufgestellte Toilettenhäuschen am anderen Ende des Vereinsgeländes – mehr können die 93er ihren Fans momentan nicht bieten.

Diesen scheint jedoch langsam aber sich der Geduldsfaden zu reißen. So schrieb uns 93-Anhängerin Yvonne Hofmann, die laut eigenen Angaben jedes Heimspiel des Klubs besucht, kürzlich in einem Leserbrief: „Es ist ein Unding, dass der älteste Fußballverein Hessens im Vereinsheim keine ordentliche Toilette für seine Gäste besitzt.“ Und weiter: „Es ist nicht zumutbar den Gästen eine Dixi-Toilette anzubieten. Gerade jetzt, wo es draußen auch wieder kälter wird.“ Ihren Appell an den Vorstand formulierte die Hanauerin unmissverständlich: Klemmt euch dahinter.“

Kritik an der StadtKonfrontiert mit den Vorwürfen weißt der Vereinsvorsitzende Frank Feuerriegel jede Schuld von sich. Stattdessen zeigt er sogar Verständnis: „Dem Verein sind die Hände gebunden“, erklärt er im Gespräch mit unserer Zeitung. „Ich finde es aber gut, dass sich endlich mal jemand öffentlich aufregt.“ Persönliche Beschwerden habe es schon mehrere gegeben, berichtet auch der Wirt des Vereinsheims, Alexander Angersbach. „Dass unsere Gäste das Lokal verlassen müssen, um auf Toilette zu gehen, kann natürlich nicht sein.“

Als Verpächter des Geländes sei allein der städtische Eigenbetrieb Immobilien und Baumanagement (IBM) für die Sanierungsarbeiten verantwortlich, erklärt Feuerriegel. „Die Stadt ist tatsächlich sehr langsam“, bemängelt er. Nur sporadisch würden die Handwerker an der Kastanienallee vorbeischauen, auf Nachfrage sei man immer wieder vertröstet worden. Dass die Toilettenhäuschen 50 Meter entfernt vom Vereinsheim aufgestellt worden seien, sei „die Krönung“ des Ganzen.

Überraschung bei IBMBei der Stadt will man von all dem nichts wissen. Wie IBM auf Nachfrage mitteilt, habe es vor Beginn der Sanierungsarbeiten ein Treffen mit den Vereinsverantwortlichen gegeben, bei dem die Bauzeit einvernehmlich durchgesprochen worden sei. Demnach sei der Abschluss der Bauzeit von Anfang an auf Mitte/Ende Dezember terminiert worden. Inzwischen rechnet man bei IBM mit einer vorzeitigen Fertigstellung bis zur ersten Dezemberwoche.

Die Behauptung, die Handwerker würden nur sporadisch auf der Baustelle erscheinen, bezeichnete IBM unterdessen als „schlicht falsch“. Zwar habe es gewisse Abläufe gegeben, die eine Trocknungszeit erfordert hätten, zu Verzögerungen im Bauablauf sei es deshalb jedoch nicht gekommen. Generell zeigte man sich bei IBM überrascht von den Vorwürfen. Keiner der monierten Punkte sei bislang reklamiert worden.

GesprächsbedarfWarum die mobilen Toilettenhäuschen rund 50 Meter entfernt vom Vereinsheim aufgestellt wurden, sei inzwischen nicht mehr nachvollziehbar. Allerdings, so der städtische Eigenbetrieb in seiner Erklärung, sei es kaum vorstellbar, dass der Standort ohne Rücksprache mit dem Verein gewählt worden sei.

Es scheint Gesprächsbedarf zu geben zwischen Stadt und Verein. Dass ein Ende der Sanierungsarbeiten in Sicht ist dürfte beide Parteien versöhnlich stimmen. Die Fußballer haben jetzt Winterpause. Nur die Besucher des Restaurants müssen sich mit der Toilettensituation arrangieren.

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